Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 9 ° Regen

Navigation:
„Mut zur Ausbildung“ beweisen

"Check-in" „Mut zur Ausbildung“ beweisen

Der Ausbildungsmarkt ist in Bewegung: Kurz vor den Ferien gilt es, Bewerber und Betriebe zusammenzubringen - dazu diente auch die Aktion „Check-in“ der Agentur für Arbeit.

Voriger Artikel
Mit Technikum fit für den Wettbewerb
Nächster Artikel
Themeninseln werten modernisiertes „Biz“ auf

Nadine Zentgraf (links) informierte sich bei der Aktion „Check-in“ bei Michael Müller und Tanja Herzberger von Tegut über die Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Dieter Wenz, Bereichsleiter bei der Marburger Arbeitsagentur, ist zufrieden: Zahlreiche junge Menschen waren am Mittwoch in die Afföllerstraße gekommen, um sich - teils auch mit ihren Eltern gemeinsam - rund um das Thema Ausbildung zu informieren. Denn: „Langsam wird es Zeit“, weiß er. Zwar sei die Situation derzeit noch recht entspannt, weil in Hessen die Sommerferien in diesem Jahr recht spät beginnen. Dennoch sollte man sich frühzeitig um eine Ausbildungsstelle bemühen.

Aus diesem Grund fand die Aktion „Check-in“ bei der Agentur statt. Und das mit einem Novum: Erstmals präsentierten sich mit der Firma Gade, dem Studentenwerk, dem Friseur Domino und Tegut auch Firmen mit ihrem Stellenangebot im Foyer der Agentur.

Agentur hat „Unversorgte“ telefonisch eingeladen

Der Zuspruch war recht gut. Das mag aber auch daran gelegen haben, dass die Arbeitsagentur in den vergangenen Tagen alle noch als „unversorgt“ gemeldeten Jugendlichen angerufen hat, um auf den Termin des „Check-in“ hinzuweisen. „Und häufig spricht man in diesem Fall ja mit den Eltern“, weiß Wenz. „Dann ist es gut, wenn diese auch zur Beratung mitkommen.“ Denn die Eltern seien immer noch die erste „Beratungsstelle“ rund um den Beruf - und natürlich sind sie auch wichtige Ansprechpartner.

„Es gibt auch immer wieder Bewerber, die pokern“, weiß Tanja Siegert vom Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur. Diese hätten beispielsweise schon einen Ausbildungsvertrag zur Unterschrift in der Schublade, würden aber noch auf ein anderes Angebot warten. „Und wenn diese dann den Vertrag nicht unterschreiben, ist die Stelle wieder auf dem Markt - es gibt also immer wieder neue Zugänge, auch noch kurz vor Toresschluss“, weiß sie. Von den Arbeitgebern bekomme sie auch die Rückmeldung, dass manche Bewerber ihre Stelle in einem solchen Fall nicht absagen würden. „Das ist schon ärgerlich, da der Ausbildungsbetrieb dann wieder von vorne mit der Suche beginnen muss“, sagt Siegert. Doch das seien zum Glück nur Einzelfälle.

Weiterer Schulbesuch ist nicht immer hilfreich

Astrid Heydecke, Teamleiterin Berufsberatung bei der Arbeitsagentur, bricht indes eine Lanze für die Ausbildung: „Der immer weitere Schulbesuch ist nicht immer die richtige Entscheidung“, weiß sie. So habe beispielsweise ein Hauptschüler mit guten Noten gute Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden. „Wenn er weiter zur Schule geht und die Anforderungen dann zu hoch werden, schafft er vielleicht nur einen schlechten Realschulabschluss - dann hat er wertvolle Zeit verschenkt“, sagt sie. Es müsse auch den „Mut zur Ausbildung“ geben, statt immer nur weiter die Schule zu besuchen.

Dafür stünden die Berufsberater bereit: Sowohl in den Schulen als auch bei der Arbeitsagentur.

„Mut zur Ausbildung“ bewies am Mittwoch auch Nadine Zentgraf: Die 19-jährige Schülerin aus Schweinsberg hatte in der Zeitung von der Aktion bei der Arbeitsagentur gelesen. „Also habe ich mir gedacht, dass ich mal schaue, was in Marburg an Stellen angeboten wird“, sagt sie. Eigentlich hatte sie sich für die Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau interessiert. Doch ihr kamen Zweifel, ob dieser Beruf der richtige für sie sei. Daher informierte sie sich am Stand von Tegut über den Beruf der Einzelhandelskauffrau. „Da ich auf der Kaufmännischen Schule in Marburg bin, sollte es schon etwas Kaufmännisches sein. Und was mir erzählt wurde, hörte sich auch sehr interessant an.“

Benjamin Bröhler, Teamleiter Ausbildung bei Tegut, erläutert, dass das Unternehmen für Marburg derzeit noch etwa zehn Ausbildungsplätze biete. „In Marburg haben wir durch die Vielzahl an Märkten immer Bedarf“, erläutert er. Mit der Resonanz auf die Aktion war er zufrieden, „da waren schon viele passende Leute dabei“.

von Andreas Schmidt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr