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„Morgen wird alles besser“

4 Fragen, 4 ANtworten an einen Türsteher „Morgen wird alles besser“

Das erste Wochenende lief gut: Das „Morgen“ war proppenvoll. Damit dies auch so bleibt, soll die Sicherheit eine wich­tige Rolle spielen. Aus ­diesem Anlass sprach die OP mit dem Türsteher ­Daniel Ferdek.

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Daniel Ferdek (33) ist Chef der Sicherheitsfirma, die die Türsteher im „Morgen“ stellt.

Quelle: Anna Ntemiris, Florian Gaertner

Marburg. „Morgen“ heißt die neue Bar in der Reitgasse. „Morgen wird alles besser, heißt es doch so schön. Morgen ist mit Hoffnung verbunden, daher dieser Name“, erklärt Jiorgos Patounis, Geschäftsführer der neuen Bar. Am Freitagabend fand die Eröffnungsfeier zunächst für geladene Gäste statt, dann öffnete das Morgen ab 22 Uhr für die Öffentlichkeit.

Ein Teil des Mobiliars der früheren Bar „Desbarados“ ist geblieben, die Aufteilung der Räume ebenfalls. Farbe, Licht und Dekoration wurden allerdings stark verändert, die neue Bar wirkt heller und größer. Patounis, der seit vielen Jahren in der Marburger Gastronomie tätig ist, setzt auf Publikum, das gerne isst, trinkt – und vor allem feiert.

Weil dies in der Oberstadt – zumindest in der Vergangenheit – auch mit Problemen verbunden war, hat er eine Security-Firma beauftragt, die rund um die Uhr im Einsatz ist. Die OP sprach mit Daniel Ferdek, Geschäftsführer der gleichnamigen Firma Ferdek Security. Der 33-jährige Familienvater aus Gießen ist nach eigenen Angaben Chef von 50 Mitarbeitern.

OP: Im früheren Desbarados gab es häufiger Vorfälle: Gewaltsame Auseinandersetzungen, Ruhestörungen und Pöbeleien. Es gab auch Ärger mit Türstehern. Wie sorgen Sie dafür, dass im Morgen alles besser wird?

Daniel Ferdek: Wir sind eine Sicherheitsfirma, die Erfahrungen mit großen Häusern in Hamburg, Koblenz und Frankfurt hat. Wir sind zum Beispiel an den Türen der Discothek Gibson in Frankfurt oder am „Admiral“ in Gießen. Auch sind meine Mitarbeiter und ich als Personenschützer tätig, zum Beispiel bei Prominenten wie Xavier Naidoo. Wir werden im Morgen abends immer zu dritt im Einsatz sein. Bei aller Professionalität: Es kann immer alles passieren. Man kann nie verhindern, dass sich Menschen daneben benehmen. Und je kleiner die Stadt, desto brisanter ist unser Job.

OP: Wie meinen Sie das? Was ist in Frankfurt einfacher als in Marburg?

Ferdek: In Frankfurt ist die Polizei nachts präsenter. An der Zeil ist immer eine Streife. Das sehen die Disco-Gäste. Und in kleineren Städten spielen viele Bar- oder Kneipeninhaber Vorfälle herunter, um sich nicht erklären zu müssen. Wer einen Angestellten zum Türsteher macht, darf sich nicht wundern, dass es zu Problemen kommt. Er muss nicht die gleichen ­Voraussetzungen für den Job erfüllen wie ein Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma.

OP: Welche Voraussetzungen sind dies?

Ferdek: Wer bei uns arbeitet, muss nachweisen können, dass er in den vergangenen zehn Jahren rechtlich sauber war, also keinen Ärger mit der Polizei oder Justiz hatte. Außerdem sind unsere Mitarbeiter geschult und immer im Team tätig.

OP: Wer wird an der Tür reingelassen? Wer nicht?

Ferdek: Unser Ziel ist, die Leute reinzulassen. Wir verdienen ja unser Geld, wenn der Laden läuft. Ich glaube, Gäste haben gegenüber Türstehern mehr Vorurteile als umgekehrt. Wir sind nicht dumm, nur weil wir größer und kräftiger sind. Einige haben studiert, einige sind erfahrene Personenschützer. Wir weisen Gäste zurück, die stark betrunken sind. Aber wir sagen nicht einfach, dass sie gehen müssen, sondern sprechen mit ihnen. Wir sorgen aber nicht nur dafür, wer reinkommt, sondern müssen manchmal auch Leute wieder rausschicken. Bei einer Schlägerei müssen alle­ Streithähne das Lokal sofort verlassen, egal, ob Frau oder Mann. Es sei denn, wir oder das Personal können feststellen, wer den Ärger angefangen hat. Aber das ist in dem Moment oft nicht einfach. Und ich muss noch einmal betonen, ein Sicherheitsrisiko kann nie ausgeschlossen werden. Es gehört zum professionellem Umgang dazu, dies nicht zu ignorieren.

von Anna Ntemiris

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