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„Mittagspause“ ärgert die Kundschaft

Post im Tegut Wehrda „Mittagspause“ ärgert die Kundschaft

Die Post-Agentur des Tegut-Markts im Kaufpark Wehrda hat seit Montag mittags zwei Stunden lang geschlossen. Das ruft jetzt sogar die Politik auf den Plan.

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Ein Anblick, an den sich die Kunden der Post-Agentur im Tegut Wehrda gewöhnen müssen: Der Schalter ist mittlerweile von 13 bis 15 Uhr geschlossen.

Quelle: Tobias Hirsch

Wehrda. Johannes Linn von der Marburger Linken ist sauer. Denn die Post-Agentur Wehrda ist seit kurzem mittags von 13 bis 15 Uhr geschlossen. Noch dazu sei vor nicht allzu langer Zeit einer der PC-Arbeitsplätze abgebaut worden, sodass nur noch ein Annahmeplatz zur Verfügung stehe – das hält der Wehrdaer für unerträglich.

„Ich stand kürzlich in einer ewig langen Schlange von etwa elf Leuten“, so Linn. Als er endlich an der Reihe war, habe er den Zettel mit den geänderten Öffnungszeiten entdeckt – auf seine Nachfrage habe man ihm mitgeteilt, dass Tegut nun die Mittagspause eingeführt habe. „Früher gab es dort auch zwei Annahmestellen mit zwei Computern, in Stoßzeiten waren dann zwei Mitarbeiter für die Kunden da. Einen PC hat die Post aber abgebaut, wohl, weil dieser nicht genug genutzt wurde“, so Linn gegenüber der OP.

Das führe nicht nur zu längeren Wartezeiten für die Kunden, sondern auch zu einer sehr hohen Arbeitsbelastung der einzigen Arbeitskraft. Die Hauptpost in der Bahnhofstraße sei indes keine Alternative, da die Wartezeiten dort in der Regel auch eine halbe Stunde betrügen – Linn bezeichnet dies als „unzumutbar“. „Dazu gab es bereits einmal einen Antrag im Stadtparlament“, sagt Linn, der Magistrat habe die Post auch auf die Missstände hingewiesen. „Viel geändert hat sich dadurch aber nicht.“

Gute Versorgung ist gesetzlich vorgesehen

Von seinem Antrag im Ortsbeirat erhofft sich Linn, dass die Mittagspause wieder rückgängig gemacht werde. „Im Kaufpark sind viele Geschäfte, dort nutzen viele Leute gerade die Mittagszeit, um zur Post zu gehen“, sagt Johannes Linn. Das Post- und Fernmeldegesetz verlange eine gute Versorgung der Bevölkerung mit Postdienstleistungen, ein weiterer Abbau sei nicht gesetzeskonform und sehr bürgerunfreundlich. Die politischen Entscheidungsträger könnten für Abhilfe sorgen.

Alexander Böhm, Pressesprecher der Deutschen Post, betont indes, dass es einen Rahmenvertrag mit den Partnerunternehmen gebe, in dem festgelegt sei, dass „grundsätzlich die Öffnungszeiten der Post-Agentur deckungsgleich mit den Öffnungszeiten des Geschäfts sein sollen“. Das heißt: Wenn Tegut um 8 Uhr öffnet, öffnet auch die Post zu dieser Zeit. „Und wenn der Markt bis 20 Uhr geöffnet ist, dann schließt auch die Post erst um 20 Uhr“, so Böhm.

Allerdings solle eine gewisse Stundenzahl nicht überschritten werden – „ohne die Mittagspause hätte die Post-Agentur ja schon zwölf Stunden geöffnet, das lässt die Arbeitszeitordnung ja schon gar nicht zu“, so Böhm. Es sei die unternehmerische Freiheit von Tegut, die Mittagspause einzuführen – das sei in den Verträgen mit der Post ausdrücklich vorgesehen. Auch könne es sein, dass ein PC abgebaut worden sei, „aber der Kundenservice wird im selben Umfang wie zuvor angeboten – nur eben nicht in diesen zwei Stunden“, erläutert der Pressesprecher.

Tegut beteuert indes, kein Personal abgebaut zu haben. Nach einer Frequenzanalyse habe sich herausgestellt, dass viele Kunden in ihrer Mittagspause zwischen 12 und 13 Uhr den Service gerne annähmen, die Zeit zwischen 13 und 15 Uhr aber deutlich ruhiger sei. Aus diesem Grund habe sich Tegut dazu entschieden, die Mittagspause auf die entsprechende Zeit zu legen, teilte eine Sprecherin mit.

von Andreas Schmidt

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