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Mitmachen ist absolut angesagt

Aktionswoche Handwerk Mitmachen ist absolut angesagt

Sie schlagen Nägel, schiefern Herzen, legen Fliesen oder verbiegen Rohre: Die Teilnehmer der Aktionswoche Handwerk haben Spaß am Arbeiten - und auch wenn es schief ging: Es machte Spaß.

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Fliesenleger André Brandt (links) und Ozan Süyür arbeiteten im Freien.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Schiefern ist anstrengend. Das stellt Adrian Weber (15) fest, nachdem er akribisch versucht, ein schönes Herz zu schiefern. Umso mehr freut sich der Schüler der Gesamtschule Niederwalgern, dass es gelingt. Ohne Fleiß kein Preis. Das erklärt ihm seine Anleiterin, die Dachdecker-Gesellin Sonja Theisen und amtierende „Miss Handwerk“. Adrian ist einer von fast 700 Schülern aus dem gesamten Landkreis, die gestern zur Aktionswoche Handwerk kamen. Auf dem Gelände der Kreishandwerkerschaft und des Berufsbildungszentrums (BBZ) informierten die einzelnen Innungen über ihre Tätigkeiten und Ausbildungsmöglichkeiten.

Aktionswoche Handwerk im BBZ Marburg - Nagelwettschlagen mit Sascha Gruber (rechts) und Linus Bartelmes. Foto: Thorsten Richter (thr)

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Das Besondere an dieser Veranstaltung: Das Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht, alle Innungen stellen Geräte, Werkzeuge und Materialien zur Verfügung. Bei den Anlagenmechanikern für Sanitär, Heizung und Klimatechnik pressten die Jugendlichen zum Beispiel Rohrverbindungen. Eine einfache Tätigkeit für den Meister Nils Löser, für die Schüler eine außergewöhnliche Erfahrung. Aber auch Löser kam zu neuen Feststellungen: Bereits am Morgen gab es in seinem Kurs eine Frauenquote von 50 Prozent. Das sei früher undenkbar gewesen und zeige, das Handwerk verändere sich. Bei den Fleischern blieb die Rollenverteilung offensichtlich noch wie bisher: In einigen Kursen kamen nur Jungs. Dabei, so Obermeister Hermann Rhiel, sei Fleischer für jeden etwas: „Ihr werdet auch im Alter noch gebraucht. Ob Frau oder Mann.“ Die Vertreter der einzelnen Berufe warben mit Argumenten, Vorführungen, Aktionen und vor allem viel Leidenschaft für ihr Handwerk - und das in der Sprache der Jugendlichen. „Es ist der geilste Beruf der Welt“, sagte Ralf Dresbach über den Maler-Beruf.

von Anna Ntemiris

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