Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Mitarbeiter spenden ihren „Lebenssaft“

Mobile Blutspende bei der Agentur für Arbeit Mitarbeiter spenden ihren „Lebenssaft“

Das Blutspende-Team 
des UKGM machte bei der Arbeitsagentur Station: 
40 Mitarbeiter hatten sich zur Spende gemeldet.

Voriger Artikel
In Pflegeberufen sind Männer Exoten
Nächster Artikel
Stadtwerke kaufen Netz zurück

Volker Breustedt, Leiter der Marburger Arbeitsagentur, war der Erste, der „zur Ader gelassen“ wurde: Jessica Klee zapfte ihm das Blut ab.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Ein ungewohntes Bild bot der große Sitzungssaal in der Marburger Arbeitsagentur: Dort, wo sonst getagt wird, hatte das Team der mobilen Blutspende sechs Liegen aufgebaut. Außerdem gab es einen Platz zur Voruntersuchung und eine Stelle zum Etikettieren des Bluts. Die Umkleide war kurzerhand zum ärztlichen Untersuchungszimmer umfunktioniert worden, vor dem Sitzungszimmer wurden die Spender registriert und füllten den Anmeldebogen aus.

„Jede Blutspende kann helfen, ein Leben zu retten“, teilt Agentur-Pressesprecherin Dr. Heike Beber mit. Die Versorgung mit Blutspenden gestalte sich mitunter schwierig, weil einerseits aufgrund der demografischen Entwicklung immer weniger Menschen im spendefähigen Alter von 18 bis 68 Jahren bereit stünden und andererseits immer mehr Patienten dringend auf Blutprodukte angewiesen seien.

Rund 50 000 Blutkonserven pro Jahr benötigt

Grund genug also für die Geschäftsführung der Marburger Arbeitsagentur, ihre Mitarbeiter für das Thema zu sensibilisieren und ihnen vor Ort die Möglichkeit zur Blutspende zu geben. „Die Resonanz war groß“, so Beber. Rund 40 Mitarbeiter hätten sich zur Spende bereit erklärt, „wir können uns durchaus vorstellen, die Aktion zu wiederholen“, sagt die Pressesprecherin. Denn bei insgesamt 170 Mitarbeitern der Agentur gebe es bestimmt noch Potenzial. Die Idee zur mobilen Blutspende sei aus dem Kontext des Gesundheitsmanagements heraus entstanden.

Wie wichtig Blutspenden sind, verdeutlicht Ärztin Karin Möller: „Egal ob Unfallopfer, Leukämie-Patienten oder bei Operationen: Spenderblut wird immer benötigt und ist eine knappe Ressource“, sagt sie. An den UKGM-Standorten würden pro Jahr rund 50 000 Blutkonserven benötigt, „bis zu 40 000 Konserven können wir durch unsere Spender gewinnen – der Rest fehlt“, mahnt Möller.

Hinzu käme die Problematik, dass es vor allem während der Semesterferien noch weniger Spender gebe. Denn der Campus-Blutspendedienst macht in der Regel donnerstags in der Milchbar der Mensa Station. „Aber währende der Semesterferien sind sehr wenige Studierende da – es gibt also kaum ,Material‘“, erläutert die Ärztin.

Mit 45 Minuten Aufwand Leben retten

Für Volker Breustedt, Leiter der Marburger Arbeitsagentur, war die Teilnahme keine Frage: Er ließ sich als Erster den wertvollen Lebenssaft abzapfen. „Es ist aber auch nicht meine erste Blutspende“, sagt er im Gespräch mit der OP.
Dennoch musste er – wie alle anderen auch – einen Fragebogen ausfüllen, danach folgte eine Voruntersuchung, bei der der Hämoglobin-Wert des Bluts ebenso bestimmt wurde wie Puls, Blutdruck und Temperatur.

Im Anschluss wurden die Spender noch kurz ärztlich untersucht, dann ging es auf die Liegen – und nach etwa zehn Minuten waren die rund 500 Milliliter Blut abgezapft. „Danach bleiben die Spender noch einen Moment liegen, bekommen etwas zu essen und zu trinken – und 20 Euro als Aufwandsentschädigung“, erläutert Ärztin Karin Möller. „Alles in allem dauert die Spende rund 45 Minuten“, sagt sie – Zeit, die gut investiert sei, um Leben zu retten.

von Andreas Schmidt

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr