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Mit einem „Maulwurfshügel“ zum Titel

Eric Lehr gewinnt „Cru-de-Cao“-Award Mit einem „Maulwurfshügel“ zum Titel

Unter hunderten Bewerbern hatte er sich durchgesetzt, sein Dessert 
zigmal zur Probe gekocht – dann gewann Eric Lehr im Finale gegen zwei
 Konkurrenten und 
sicherte sich den Titel.

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Eric Lehr, Chef-Patissier im Vila Vita Rosenpark, bei der Zubereitung seines Desserts.

Quelle: privat

Marburg. Seit fünf Jahren wird der „Cru-de-Cao“-Award in Köln auf der „Chef-Sache“ ausgetragen. Ins Leben gerufen hat ihn der Edel-Schokoladenhersteller „Coppeneur“, wie Eric Lehr berichtet. „Dementsprechend muss ein Dessert mit Schokolade hergestellt werden – die Königsklasse der Patisserie also“, sagt der Koch.

Zwei Stunden haben die Finalisten Zeit, ihr eigens kreiertes Dessert auf der Bühne zuzubereiten – vor den Augen der fachkundigen Jury und mehreren hundert Zuschauern. Doch das sei nicht einmal das große Problem gewesen, wie Lehr sagt, denn: „Wenn ich arbeite, habe ich den Tunnelblick. Ich bekomme nicht mit, was um mich herum geschieht, kann die Hektik gut ausblenden.“

Viel schwieriger sei es gewesen, überhaupt ins Finale zu kommen. „Es gibt jedes Jahr mehrere hundert Bewerbungen um die Teilnahme – dabei gilt es, zu überzeugen.“Also überlegte sich der Chef-Patissier zunächst ein Dessert und erfand den „Molehill dans le Piemont“, was übersetzt „Maulwurfshügel im Piemont“ heißt.

„Ich habe die Schokolade mit Piemonteser Haselnüssen, Piemonteser Nougat, Himbeeren und Alba-Trüffeln kombiniert“, sagt Lehr. Die Idee sei ihm spontan gekommen – und dann habe er sich einen Spaziergang im Piemont vorgestellt, bei dem er einen Maulwurfshügel sehe.

Lehr arbeitete das Rezept aus und schrieb seine Bewerbung. „Damit ist man alleine schon recht lange beschäftigt, denn alles muss detailliert beschrieben werden – inklusive Vita umfasst die Bewerbung etwa zwölf Seiten.“ Dann kam die Einladung zum Wettbewerb – und danach der große Tag. Aufgeregt war Lehr trotz seiner langjährigen Erfahrung.

„Es ist ein sehr prestigeträchtiger Preis. Man hat wohl nicht allzu oft die Chance, dort teilzunehmen. Und wenn man dann die Vorauswahl geschafft hat und im Finale steht – das ist schon ein sehr hoher Adrenalinspiegel“, gibt Eric Lehr zu. „Aber es hat ja ganz gut geklappt“, sagt er lachend.

Zeitdruck viel größer als im Restaurant

Wenn die Zubereitung geschafft sei, „dann ist man erst mal erleichtert. Aber dann die Wartezeit bis zur Preisverleihung – das ist das Schlimmste“, sagt er. In Köln habe er schnell gemerkt, dass alles gut laufe, „ich hatte einen sehr guten Tag erwischt“.

Das A und O sei indes eine gute Vorbereitung: „Als ich wusste, dass ich dabei bin, habe ich mir einen genauen Ablaufplan gemacht. Denn das Schwierigste ist immer die Zeitvorgabe. Zwei Stunden sind schon sehr knapp – im Restaurant geht es dagegen fast easy zu.“

Das Dessert bestand aus „allem, was die Patisserie ausmacht: Mousse, Creme, Gebackenes, Eis, Brownies – ich hatte gut zu tun“, sagt der Koch lachend. Lehr bereitete seine Station vor, hatte alle Zutaten abgewogen parat und musste als Erster starten. War das ein Vor- oder ein Nachteil? „Das spielt keine große Rolle“, sagt er.

Dann kam die Zeit des Wartens – und schließlich die Gewissheit, dass er den Award für sich entschieden hatte. „Der ganze Stress fiel ab – ein gutes Gefühl.“ Übrigens: Den „Piemontesischen Maulwurfshügel“ gibt es jetzt auch im Rosenpark auf der Dessertkarte.

von Andreas Schmidt

Eric Lehr (rechts) nimmt den renommierten „Cru-de-Cao“-Award entgegen. Privatfoto
 
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