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Mit dem Waschkesselofen fing alles an

Roth Industries aus Buchenau Mit dem Waschkesselofen fing alles an

Es war ein unglücklicher Umstand, der dazu führte, dass Manfred Roth in das von seinem Vater gegründet Unternehmen eintrat. Anschließend führte er die Roth Industries aus Buchenau an die Weltspitze.

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Ein Mitarbeiter der Roth-Werke in Buchenau nimmt einen per Blasdruckverfahren hergestellten Kunststofftank aus einer Maschine. Bei der Gründung des Betriebs im Jahr 1947 wurden von einer handvoll Mitarbeiter noch Waschkesselöfen in Handarbeit hergestellt.

Quelle: Katharina Kaufmann

Buchenau. Am Anfang der 63-jährigen Firmengeschichte der Roth Industries steht ein Waschkesselofen. Zehn Mitarbeiter sind im Jahr 1947 mit dessen Produktion in den kleinen Betriebsräumen im Dautphetaler Ortsteil Mornshausen beschäftigt – sie gehen dabei einer handwerklichen Arbeit nach. Erwirtschaftet wird ein Jahresumsatz von knapp 200.000 DM.

Heute sind bei der Roth-Gruppe 1.040 Mitarbeiter beschäftigt, das Unternehmen bietet unterschiedliche Produktprogramme mit 25 eigenen Produktions- und Vertriebsfirmen in Europa und Nordamerika sowie weltweiten Verkaufsbüros an und erwirtschaftet einen Umsatz von rund 215 Millionen Euro im Jahr.

„Von handwerklicher Monostruktur zum diversifizierten Weltmarktführer – so kann die Entwicklung des Unternehmens treffend beschrieben werden“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Manfred Roth heute deshalb auch nicht ohne Stolz.

Und welcher unglückliche Umstand ist es nun, der ihn ins Unternehmen und selbiges an die Weltspitze brachte? „Mein Vater erkrankte im Januar 1961 schwer, und von einem auf den anderen Tag stand ich vor der Entscheidung: Führe ich das Unternehmen weiter oder schließe ich es“, erklärt Roth. Er ist damals 21 Jahre jung und Student. Ohne groß zu überlegen, macht er sich an die Arbeit, wird weiterer Gesellschafter.

Nur zwei Jahre später entscheidet er sich gemeinsam mit dem Vater, in die Produktion von Stahl-Heizöltanks einzusteigen. „Es musste natürlich die Serienfertigung, allerdings mit einer nicht so hohen Stückzahl sein“, erinnert sich Roth. Im Jahr 1967 folgt der Einstieg in die Duschkabinen-Herstellung.

Der wohl erfolgsentscheidende Schritt folgte kurz nach dem Tod des Firmengründers im Jahr 1970: „Da sind wir mit Kunststoffheizöltanks an den Markt gegangen – und unsere Investition dafür war genauso hoch wie der Umsatz des Vorjahres: Acht Millionen DM“, beschreibt Manfred Roth diese unternehmerische Entscheidung. Das sei der Start der Kunststofftechnik gewesen, und noch heute seien fast alle Produkte der Roth Industries aus Kunststoff.

Roth ist überzeugt: „Maßgeblich für den jahrzehntelangen Erfolg unserer Unternehmensgruppe war und ist, zur rechten Zeit die richtigen Innovationen zu entwickeln und mit der Bereitschaft zu unternehmerischem Risiko in den Markt zu bringen.“

In die Zukunft blickt Manfred Roth äußerst optimistisch: „Meine Kinder sind seit dem Jahr 2001 im Unternehmen tätig und verantworten in der Geschäftsführung wichtige Ressorts. Die Kontinuität des unternehmerischen Denkens und Handelns ist somit auch bei der Übernahme der Verantwortung durch die nächste Generation gewährleistet“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter.

Darin sehe er die Chance, dass das Haus Roth auch in Zukunft als innovatives weltweit tätiges Familienunternehmen bestehen kann.

von Katharina Kaufmann

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