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Mit dem Sideboard zum Sieg

Tischler-Gesellen stellen Werke im Cineplex aus Mit dem Sideboard zum Sieg

Nach drei Jahren ist es geschafft: Alle elf Tischlergesellen haben die Ausbildung bestanden. Ihre Gesellenstücke stellten sie im Marburger Cineplex aus.

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Yannic Klingelhöfer gewann mit seinem Sideboard die „Gute Form“.

Quelle: Lisa Scholz

Marburg. „Die Gesellenstücke sind das Highlight nach drei Jahren Ausbildung“, erzählt Lothar Böttner, Berufsschullehrer der Beruflichen Schulen Kirchhain. „Es ging eine theoretische Prüfung voraus und sie mussten eine Handarbeitsprobe unter Aufsicht erstellen“, berichtet er.

Tischler-Obermeister Stephan Becker ist mit der Leistung der ehemaligen Auszubildenden sehr zufrieden. „Sie haben sehr gute Ergebnisse abgeliefert“, so Becker. „Die Gesellenstücke dokumentieren deutlich, wie leistungsfähig unser Nachwuchs ist“, sagt der Obermeister.

Nachwuchs zu finden bereite dem Tischler-Handwerk bisher noch keine großen Sorgen, „da wir ein recht attraktives Berufsbild haben“, ist Becker überzeugt. Doch seien die Ansprüche an die Bewerber aufgrund der gestiegenen theoretischen Anforderungen mittlerweile sehr hoch.

Kampagne soll Nachwuchs fördern

„Haupt- und Realschüler haben es mittlerweile schwer, wirklich gute Prüfungen zu machen. Sie können sehr gute Handwerker sein – aber die Anforderungen werden aufgrund der Materialvielfalt immer höher“, erläutert Becker. Daher wolle man verstärkt auch an Gymnasien werben. „Die schwachen Gymnasiasten müssen sehen, dass es noch etwas anderes als Hochschulen gibt“, so der Obermeister.

Die Tischler-Gesellen hatten sich mit ihren Gesellenstücken auch an dem Wettbewerb „Gute Form“ beteiligt. „Das ist ein reiner Innungs-Wettbewerb“, erläutert Becker. Betriebe, die nicht in der Innung organisiert seien, könnten ihre Azubis nicht teilnehmen lassen. „Mit dieser Kampagne wollen wir auch den Nachwuchs fördern und stärken“, so Becker. Der Sieger werde auf Landesebene antreten, zudem gebe es einen Bundeswettbewerb der Landessieger.

Den Landkreis wird Yannic Klingelhöfer vertreten, denn er konnte den Wettbewerb mit seinem schwebend aufgehängten Sideboard mit Rückwandbeleuchtung für sich entscheiden.

Sitzbank und Regalsystem auf dem Treppchen

Der Jury, bestehend aus Designer Horst Barthel, Arne Brettschneider, Berufsbildungsbeauftragter beim Landesfachverband, und Architektin Katja Wagner-Grebe, fiel die Entscheidung nicht leicht. Letztendlich entschied sie beim Erstplatzierten unter anderem wegen der „guten Verarbeitung und Proportionen“ auf den Sieg.

Der zweite Platz geht an Carl Bopp: Er hatte eine Sitzbank aus Altholz, das von Fachwerkbalken stammt, mit einem integrierten Schlüsselkasten in der Lehne und einem Hängeschubkasten geschaffen. Die Jury äußerte unter anderem, dass die Materialkombination „im bundesweiten Materialtrend liegt“.

Elena Bangel sicherte sich mit ihrem flexiblen Regalsystem aus einzelnen Modulen den dritten Platz, die Jury konstatierte, dass sie „etwas nicht ganz Alltägliches geschaffen“ habe.
Die drei Erstplatzierten des Wettbewerbs „Gute Form“ waren auch in gleicher Reihenfolge die innungsbesten Gesellen. Dafür gab es einen Ehrenpreis der Innung, der vom Fachhandel gestiftet wurde, sowie einen Bildungsgutschein der Holzfachschule Bad Wildungen.

von Lisa Scholz und Andreas Schmidt

Die Gesellen Rick Polzer (von links), Torben Schneider, Carl Bopp, Yannic Klingelhöfer, Vanessa Teuber, Elena Bangel, Florian van Moll, Danny Michel, Andre Schleiter und Mirko Scholz mit ihren Abschlusszeugnissen. Es fehlt: Alex Bier. Foto: Lisa Scholz
 
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