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Mit Mikrokristallen zur Spitzenprüfung

Beste Kosmetik-Auszubildende Hessens Mit Mikrokristallen zur Spitzenprüfung

Drei Jahre lang erlernte Catharina Henkel den 
Beruf der Kosmetikerin – und schloss als hessenweit Beste ihre Prüfungen ab.

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Catharina Henkel beim Zupfen der Augenbrauen: Die 20-Jährige absolvierte ihre Ausbildung zur Kosmetikerin als hessenweit beste Auszubildende.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Ihre Tante weckte in Catharina Henkel aus Friedensdorf den Wunsch, den Beruf der Kosmetikerin zu erlernen. Die Tante arbeitet im Außendienst für Reviderm – also bewarb sich die heute 20-Jährige vor drei Jahren im Institut „Reviderm Skinmedics“ von Uta Janisch in Marburg – und wurde auch genommen.

Dabei hatte sie nach dem Abitur eigentlich begonnen, Jura zu studieren, „aber nur einen Monat lang“, sagt sie lachend. „Das Institut ist sehr schön, ich war von Anfang an begeistert“, schwärmt sie. Und sagt: „Die klassische Kosmetik interessiert mich gar nicht so sehr“. Denn für sie sei es wichtig, „dass unsere Kunden das Institut mit einer besseren Haut verlassen und sich auch wieder ungeschminkt auf die Straße trauen“.

Dieses medizinische Arbeiten kam ihr bei der Ausbildung sehr zugute. „Ich hatte den Eindruck, dass mein Wissen in diesem Bereich wesentlich fundierter war als das meiner Mitschülerinnen“, sagt sie rückblickend. Das sei nicht abwertend gemeint, „aber wir arbeiten ja beispielsweise auch gemeinsam mit einem Arzt mit Unterspritzungen, die Arbeit ist extrem vielfältig – das ist schon etwas Besonderes“, sagt Catharina Henkel.

Hinzu kämen viele Events, „gerade hatten wir erst eine Veranstaltung mit einem Visagisten, einem Hairstylisten und einem Fotografen, der Vorher-Nachher-Fotos von den Kunden geschossen hat. Das war cool“, freut sie sich. Zwischendurch habe sie allerdings schon ein wenig unter der Arbeitsbelastung gestöhnt, gibt sie zu.

Doppeltes Lernpensum durch interne Schulungen

„Ich musste nicht nur für die Schule lernen, sondern es gab auch immer wieder interne Schulungen von Reviderm – zusätzlich zum normalen Arbeitsalltag. Aber unterm Strich hat es sich ausgezahlt“, freut sie sich. Im Gegensatz zu vielen Kosmetikerinnen absolvierte Henkel eine Ausbildung im Dualen System.

„Das heißt, sie war während der dreijährigen Ausbildung immer zwei Wochen bei uns im Geschäft und dann eine Woche auf der Berufsschule in Frankfurt“, erläutert Inhaberin Uta Janisch. „Diese Form der Ausbildung ist – im Gegensatz zur rein schulischen Variante – viel intensiver, denn die ­
 Azubis lernen viel eher den ­Umgang mit den Kunden“, erläutert sie. Wissen beispielsweise, wie ein Institut aufgebaut sei, bliebe da mitunter schon einmal auf der Strecke – sei in der Praxis aber natürlich von enormem Vorteil.

„Außerdem hat bei uns eine externe Trainerin noch eine Analyse der Stärken und Schwächen mit ihr gemacht und beispielsweise auch in Rollenspielen Kommunikation oder das Telefonieren ebenso mit ihr geübt, wie auch das Beschwerdemanagement“, führt Uta Janisch weiter aus. Denn es sei für sie immanent wichtig, „dass meine Mitarbeiter wissen, wie sie etwa mit Beschwerden oder Kritik umgehen und dabei freundlich bleiben“. Für Janisch ist klar: „Wir sind ein Dienstleistungsunternehmen und wenn der Kunde unzufrieden ist, kommt er nicht wieder.“

Praktische Prüfung 
dauerte acht Stunden lang

Die Ausbildung sei für sie eine Notwendigkeit. „Fachkräfte sind nur sehr schwer zu finden. Und viele machen sich dann auch recht schnell selbstständig.“ Momentan suche sie noch „ganz dringend eine Auszubildende“, sagt die Inhaberin. Und betont: „Wir sind ein medizinisches Institut – das ist weit mehr als nur zu sagen, man schminkt mal ein bisschen. Man benötigt ein fundiertes Wissen, denn wir wollen Hautbilder verbessern.“

Vor den Prüfungen war Catharina Henkel sehr aufgeregt, „anstrengend war es, denn der praktische Teil ging über acht Stunden“. Fußpflege, Haarentfernung mit Wachs und Zuckerpaste, Gesichtsbehandlung und kosmetische Massagen wurden geprüft, „und ich habe noch Ultraschall im Gesicht und Mikrodermabrasion am Körper gegen Narben gezeigt“, erzählt sie. Auch ein Make-up musste sie noch erstellen, „das war mein schwächster Part“ gibt sie zu. Hinzu kam die schriftliche Prüfung über vier Stunden, dann hatte die 20-Jährige es geschafft – mit der besten Bewertung in Hessen.

Bei Uta Janisch bleibt Catharina Henkel allerdings nicht: Dort will sie nur in Teilzeit arbeiten und nun studieren – Grundschullehramt. „Sollte das nichts für mich sein, habe ich aber das Angebot, jederzeit wieder hier im Institut zu arbeiten.“

von Andreas Schmidt

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