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Mit Gefühl zum perfekten Laserstrahl

OP-Ausbildungsserie, Teil 2 Mit Gefühl zum perfekten Laserstrahl

Lasersysteme werden unter anderem von Physiklaboranten erschaffen, die als Herren über das gebündelte Licht im Labor ganz unterschiedliche
 laserbasierte Werkzeuge erschaffen.

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Joachim Sacher von der Sacher Lasertechnik GmbH (von links), Arbeitsvermittler Friedrich Fey und der angehende Physiklaborant Benjamin Jähnert in dessen Labor.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Konzentriert sitzt Benjamin Jähnert in seinem Labor, um ihn herum verstreut liegen jede Menge Kabel, Werkzeuge, Messgeräte, Linsen und Kleinteile aus Metall. Konzentriert fügt er die einzelnen, teils winzigen Bauteile zusammen, benutzt dabei Draht, der zehn Mal dünner ist als ein menschliches Haar.

Der angehende Physiklaborant ist Auszubildender im dritten Lehrjahr und einer von 30 Mitarbeitern der Sacher Lasertechnik in Marburg. Das Unternehmen produziert Lasersysteme für den Forschungsmarkt, die Medizintechnik, Analytik und Photobelichtung weltweit.

Elektromagnetische Wellen

Dabei können ganz unterschiedliche Lasertypen hergestellt werden, die, je nach Anwendung, für den Nah- oder Fernbereich verschiedene Eigenschaften aufweisen. Laserstrahlen sind elektromagnetische Wellen mit hoher Intensität und oft sehr engem Frequenzbereich, in diesem Fall basierend auf sichtbarem Licht. Als bereits erfahrener Mitarbeiter baut Benjamin eigenständig an neuen Systemen, justiert und stellt die Geräte akribisch genau ein.

„Ein Laser ist auch nur eine Lichtquelle“, erzählt der leidenschaftliche Bastler. Die Eigenschaft des Lichts kann er nutzen, sie je nach gewünschter Intensität einstellen und bündeln. Sein Beruf ist wie eine Mischung aus Feinmechaniker und Elektroniker, „am spannendsten ist das Tunen, die Feineinstellung, das macht großen Spaß und ist auch im Alltag hilfreich“, beschreibt er seine Tätigkeit.

In seinem Aufgabengebiet ist das Herzstück des Lasersystems die Laserdiode, die als Lichtquelle fungiert und das Licht leitet. Dieses wird durch verschiedene, genau justierte Linsen und ein optisches Gitter reflektiert und verstärkt. Die Wellenlänge des Lasers kann durch ein bewegliches Prisma verändert werden.

Ein sorgfältiges Arbeiten im Hochtechnologiebereich und mit den hochsensiblen Geräten hat dabei oberste Priorität. Jähnert kann den Laser bis auf einen Tausendstel Millimeter genau einstellen. Eine stete Kontrolle jedes neuen Systems ist dabei obligatorisch – „ich messe jeden Tag und prüfe die Daten“, erzählt Jähnert. Das erfordert eine ordentliche Portion Ausdauer, „man muss Geduld und Feingefühl haben und gerne basteln“, ergänzt der Auszubildende.

Technisches Verständnis

Von Vorteil für die dreieinhalbjährige Ausbildung in diesem Beruf sind naturwissenschaftliche Kenntnisse und ein technisches Verständnis. In der Regel führen Physiklaboranten Versuche oder rechnergesteuerte Messreihen durch und ermitteln die Eigenschaften von Werkstoffen und Systemen.

Die gewonnenen Ergebnisse dokumentieren, analysieren und interpretieren sie und bereiten sie etwa für Physiker oder Entwicklungsingenieure auf. Sie arbeiten in Laboren und Werkstätten in Forschungseinrichtungen und verschiedenen Zweigen der Industrie wie der Maschinenbau-, Glas- und Baustoffindustrie.

Schwesterberufe aus der Naturwissenschaft wie der Biologie- und Chemielaborant sind vergleichsweise bekannt, in welchen Bereichen der Physiklaborant tätig ist, wissen scheinbar nur wenige: „Wir haben viel zu wenig qualifizierte Bewerber“, sagt Geschäftsführer Joachim Sacher.

Im Idealfall stellt das Unternehmen zwei Auszubildende im Jahr ein, im vergangenen Jahr fand sich jedoch kein einziger geeigneter Lehrling. Der Grund: Vielen Bewerbern fehle das nötige Geschick und Feingefühl oder sie haben zu früh Physik in der Schule abgewählt – „dabei ist das ein sehr spannendes, vielfältiges Gebiet“, sagt Sacher, der künftig auf weiteren naturwissenschaftlich interessierten Nachwuchs hofft.

  • Informationen zu freien Ausbildungsstellen gibt es bei der Arbeitsagentur: Kontakt unter der kostenfreien Rufnummer 0800/4555 20 oder per E-Mail an marburg.arbeitgeber@arbeitsagentur.de.

von Ina Tannert

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