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Minister nicht über UKGM-Pläne informiert

Rhön-Klinikum AG Minister nicht über UKGM-Pläne informiert

Im Wissenschaftsausschuss des hessischen Landtags erklärte Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) vom Rhön-Konzern nicht über dessen Pläne zum Ausbau der Ambulanz am UKGM in Marburg informiert worden zu sein.

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Der Rhön-Konzern plant die ambulanten Versorgungsstrukturen am Uni-Klinikum Marburg auszubauen.

Quelle: Thorsten Richter

Wiesbaden. „Der Wissenschaftsminister hat erklärt, dass er die Sache sehr ernst nimmt“, berichtete der Marburger Landtagsabgeordnete Dr. Thomas Spies (SPD) der OP von der Sitzung des Ausschusses. Spies hatte Rhein um Auskunft zu den Plänen des Rhön-Konzerns gebeten, dessen Aufsichtsratsvorsitzender Eugen Münch in der vergangenen Woche entsprechende Ideen geäußert hatte.

Münch hatte das Ziel ausgegeben, das Uniklinikum Gießen-Marburg (UKGM) durch den Ausbau der ambulanten Versorgungsstrukturen an die Spitze zu setzen und somit die Versorgung des Umlandes zu übernehmen. Niedergelassene Ärzte sollten sich demnach an der Klinik auf den Lahnbergen niederlassen (die OP berichtete).

Die Äußerungen Münchs hatten starke Kritik unter anderem von der Ärzte-Vereinigung „Prima“ hervorgerufen. Die Ärzte im Landkreis befürchten einen Angriff des Rhön-Konzerns auf die bestehenden Strukturen und wollen stattdessen weiterhin auf Kooperation mit dem Klinikum setzen.

Pläne sind Thema bei der Gesellschafterversammlung

Das Land Hessen hält fünf Prozent der Anteile am UKGM, wurde von der Konzernführung dennoch nicht in Kenntnis über die angedachten Veränderungen gesetzt. Rhein kündigte daher im Ausschuss an, diese auf der Gesellschafterversammlung zu thematisieren, die in der zweiten Hälfte des Monats Mai stattfinden wird.

Allerdings habe der Minister die Ankündigungen als „sehr allgemeine Gedankenspiele“ eingeschätzt, so Spies. Weitere Reaktionen anderer Fraktionen habe es zu diesem Thema nicht gegeben. Er habe Rhein aber gebeten in den Protokollen nachzusehen, ob die damalige Landesregierung bei der Privatisierung bereits von derartigen Ideen Münchs gewusst habe.

Spies glaubt weiterhin, „dass man besser damit fährt Kooperationen mit den Ärzten anzustreben.“ Die komplette Versorgung übernehmen zu wollen, sei eine „abstruse Idee.“ Die Leitung am Standort sehe das ähnlich, wie die Aussagen des UKGM-Geschäftsführer Professor Jochen Werner in der OP belegten.

Münch habe hingegen „solche Pläne nicht zum ersten Mal geäußert.“ Sein Eindruck sei, dass die Konzernleitung Druck auf das Klinikum ausübe, „damit endlich Kohle rüberkommt.“ Aufgabe des Landes und der Stadt sei nun – unabhängig vom generellen Standpunkt zur Privatisierung – „an der Seite des Standortes zu stehen.“

von Peter Gassner

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