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Millionen-Investition sichert Standort

Novartis Millionen-Investition sichert Standort

Gute Nachrichten für die Mitarbeiter von Novartis Influenza Vaccines 
 Marburg: Der Standort bleibt auch über 2017 
hinaus erhalten und wird kräftig modernisiert.

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Ein Blick in die Produktion bei Novartis Influenza Vaccines Marburg. Die Anlagen werden in den kommenden Jahren mit einem Millionenbetrag modernisiert.

Quelle: NIVM GmbH

Marburg. Anfang 2015 wurde die Grippeimpfstoff-Sparte 
aus der ehemaligen Novartis Vaccines & Diagnostics GmbH in Marburg ausgegliedert.

Denn das Unternehmen wurde von GlaxoSmithKline (GSK) übernommen – aus kartellrechtlichen Gründen blieb das Grippe­impfstoff-Geschäft jedoch damals außen vor. Es entstand die Novartis Influenza Vaccines Marburg GmbH (NIVM), die den Impfstoff in Marburg weiter produzierte.

Da sich Novartis allerdings aus dem Grippe-Geschäft zurückgezogen hat, war geplant, den Standort Marburg im Januar kommenden Jahres zu schließen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Angestellten der neuen Gesellschaft auch eine Beschäftigungsgarantie – danach sollte der Standort geschlossen werden.

Am Donnerstag nun die positive Wende: Novartis teilte mit, dass man am Standort Marburg 77 Millionen US-Dollar – umgerechnet rund 68 Millionen Euro – investieren wolle. Die Zellkulturanlage des Unternehmens soll in den kommenden zwei Jahren umgebaut werden, um danach sogenannte „monoklonale Antikörper“ zu produzieren (siehe Kasten unten). Neben der Modernisierung der bestehenden Anlage seien auch neue Prozessanlagen geplant.

Nach der Produktion und Lieferung der neuen Anlagen erfolge die Installation, Inbetriebnahme und Qualifizierung für die Herstellung biopharmazeutischer Wirkstoffe. Und im Anschluss müsse die gesamte Anlage durch die Arzneimittelüberwachungsbehörden zugelassen werden.

Antikörper werden in vielen Produkten eingesetzt

In 2018 soll die Anlage laut Unternehmenssprecher Eike Cohrs in Betrieb gehen, um die Herstellung biopharmazeutischer Produkte zu ermöglichen. „Welche das genau sind, ist derzeit noch nicht bekannt. Für die Investition in den Standort spielt das Endprodukt jedoch auch keine Rolle, denn es gibt vielfältige Einsatzmöglichkeiten“, so Cohrs.

Novartis habe sich nach einem längeren Prozess für die Investitionen entschieden. „Ein Unternehmen schaut immer, wie man freie Produktionskapazi­täten nutzen kann – dadurch ist es zu der Entscheidung für den Standort Marburg gekommen“, sagte Cohrs. „Vor dem Hintergrund dessen, worauf die Mitarbeiter vorbereitet waren, ist das natürlich sehr positiv.“

Mit der Ankündigung beginne nun das Projekt des Umbaus der Zellkulturanlage, der sich über knapp zwei Jahre ziehen werde. „Und dann wird der Standort Marburg die Produktion wieder aufnehmen und ganz normal ins operative Geschäft einsteigen.“

Wie lange in Marburg dann wieder produziert werden wird, darüber ließe sich derzeit noch keine Aussage treffen. „Es 
handelt sich aber um eine langfristige Investition, deren Höhe uns auch positiv in die Zukunft schauen lässt“, verdeutlichte 
Cohrs. Denn die Investition von Novartis zeuge auch davon, dass es nach wie vor ein großes Vertrauen in den Standort und in die Fähigkeiten der Mitarbeiter gebe.

Standortleiter Martin Lang sieht in der Ankündigung des Mutterkonzerns ebenfalls ein starkes Signal. Für ihn ist die Investition „sicherlich auch eine positive Nachricht für Marburg als historisch gewachsener Standort für die Entwicklung und Herstellung pharmazeutischer Produkte“.

Derzeit beschäftigt das Unternehmen am Standort in der Marbach knapp 90 Mitarbeiter. 
50 weitere Stellen sollen im 
Zuge der bevorstehenden Investition entstehen.

von Andreas Schmidt

 
 Stichwort: Monoklonale Antikörper

Antikörper sind natürliche Bestandteile der menschlichen Immunabwehr. Monoklonale Antikörper sind spezialisierte, 
auf ein bestimmtes Ziel gerichtete Antikörper, die zur Behandlung von verschiedenen Krankheiten eingesetzt werden können und biotechnologisch hergestellt werden.

Die Wirkungsweise therapeutischer monoklonaler Antikörper beruht dabei auf ihrer Bindung an die jeweiligen zu behandelnden Zielmoleküle im menschlichen Körper.

Dadurch wird eine gezielte Behandlung von Krankheiten möglich. Monoklonale Antikörper werden sehr erfolgreich bei der Krebstherapie und gegen Autoimmun-Erkrankungen eingesetzt, die Anwendung umfasst aber auch eine Vielzahl weiterer Erkrankungen.

 
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