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Mietwagen in Marburg Mangelware

Folgen des Bahn-Streiks Mietwagen in Marburg Mangelware

Bahnstreik und kein Ende. Was die Kunden ärgert, freut die Mietwagen-Anbieter: Sie machen derzeit gute Geschäfte

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Joachim Illichmann von der Marburger Autovermietung „Miet-mich“ mit einem Mini: Dort waren gestern noch einige Mietwagen zu bekommen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Der Mietwagen-Anbieter Sixt wirbt derzeit mit dem Konterfei von Claus Weselsky, dem Vorsitzenden der Gewerkschaft der Lokführer (GDL). Und unter Weselskys Gesicht steht der Slogan: „Unser Mitarbeiter des Monats.“ Kein Wunder. Denn durch den Lokführerstreik der GDL stehen viele Züge still - doch die Menschen brauchen Alternativen. Vom Streik profitieren neben den Fernbussen (die OP berichtete) auch die Mietwagen-Anbieter. So ergab eine Umfrage in Marburg: Autos sind kaum zu bekommen.

Wochenendtarife werden gut angenommen

Michael Halfpapp von der Europcar-Vertretung in Marburg sagt: „Wir haben eigentlich am Wochenende immer eine gute Auslastung, wir können freitags immer schon den Hof kehren, und die Nachfrage wegen des Streiks kommt jetzt noch obendrauf.“ Man habe spezielle Wochenend-Tarife, die sowieso gut angenommen würden. „Jetzt kommen die Anrufe im Fünf-Minuten-Takt, aber da gibt es keine Chance mehr.“ Mit der Ankündigung des Bahnstreiks sei die Zahl der Anfragen extrem gestiegen - und auch bei reservierten Fahrzeugen sei es teilweise schwierig, diese zum vereinbarten Zeitpunkt zu übergeben. „Ich habe gerade Kunden vor mir stehen, die noch einen Moment auf ihr Auto warten müssen - aber es geht nicht anders“, so Halfpapp.

Auch bei der Avis-Filiale in Marburg sei die Nachfrage derzeit sehr hoch, „vor Montag gibt es bei uns kein Fahrzeug mehr“, so ein Mitarbeiter - und dann auch erst ab dem Nachmittag, also quasi dann, wenn der Streik beendet sein soll.

Besser ist die Situation beim Marburger Anbieter „Mietmich“: „Wir merken aktuell noch keine erhöhte Nachfrage, das Geschäft läuft normal“, sagt Joachim Illichmann. „Das hat mit Sicherheit damit zu tun, dass wir noch nicht so bekannt sind, weil wir noch nicht so lange auf dem Markt sind“, meint er. Bei den Kunden seien häufig die großen Autovermieter im Kopf, „wir als lokaler Anbieter stehen da noch ein bisschen hintendran“. 50 Fahrzeuge hat „Mietmich“ nach eigenen Angaben im Pool - vom neunsitzigen Transporter bis zum Kleinwagen. „Und vor allen Dingen bieten wir innerhalb Marburgs einen kostenlosen Hol- und Bringservice“, so Illichmann. In allen Klassen waren gestern noch Fahrzeuge verfügbar.

Für 30 Euro nach Berlin und Hamburg

Auf ein weiteres Angebot können Reisewillige zudem zurückgreifen: Die Mitfahrgelegenheiten, die auf verschiedenen Internetportalen angeboten werden. Der Vorteil: Die Fahrten werden, ebenso wie die Preise, von Privatleuten festgelegt. Daher gibt es keine nennenswerten Schwankungen. Wer beispielsweise von Mittelhessen nach Berlin möchte, zahlt zwischen 20 und 27 Euro, nach Hamburg zwischen 20 und 30 Euro.

Auf beiden genannten Strecken gab es gestern sowohl unter mitfahrgelegenheit.de als auch unter blablacar.de noch freie Plätze - allerdings nicht immer von Marburg aus. Einige Anbieter starteten von Gießen, bei anderen Mitfahrgelegenheiten ging es auch in Wetzlar los.

von Andreas Schmidt

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