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Metzgerei Junk ist seit 300 Jahren in Wetter

Jubiläum Metzgerei Junk ist seit 300 Jahren in Wetter

Der Geschichtsverein Wetter hat es an den Tag gebracht, dass es in der Stadt seit drei Jahrhunderten die Metzgerei Junk gibt.

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Inhaber Norbert Junk (rechts) setzt in der neunten Generation die Familientradition der Metzgerei Junk fort, die seit 300 Jahren ihren Standort in der Wetteraner Krämergasse hat.Fotos: Rübeling

Wetter. Nur der Geduld und großen Mühe, mit der insbesondere die Vereinsmitglieder Uffe Boerma, Georg Brössel und Kai Weiß ihre zahlreichen Nachforschungen betrieben, ist es zu verdanken, dass der heutige Inhaber der Metzgerei Junk, Norbert Junk, das 300-jährige Bestehen der Metzgerei feiern kann.

Im Jahr 2000, als er den Betrieb von seinem Vater Georg Junk übernahm, war die Frage aufgekommen, ob die Metzgerei möglicherweise schon länger als 180 Jahren bestehe, die wissentlich stets vom Vater an den Sohn weitergegeben worden war.

25 Jahre zuvor hatte Georg Junk wiederum die Nachfolge seines Vater Reinhardt Junk angetreten, der vielen Wetteranern noch in Erinnerung sein dürfte. Der Volksmund nannte ihn „Schwarzer Reinhardt“, und er liebte es, immer wenn es seine Zeit erlaubte, mit einem Stuhl vor seinem Geschäft zu sitzen und beispielsweise die Oberhessische Presse zu lesen.

Bis ins 17. Jahrhundert reicht, laut den noch vorhandenen Akten im Stadtarchiv Wetter, die nicht bei dem großen Brand 1649 vernichtet wurden, der Stammbaum der Familie Junk in direkter Linie zurück.

Bei weiteren Recherchen entdeckten die Mitglieder des Geschichtsverein, dass Johannes Junk (1687 bis 1748) nach Stammvater Caspar (um 1600 bis 1667) in dritter Generation der erste Metzgermeister der Familie war.

Um etwa 1710, nach dem Ablegen seiner Meisterprüfung, gründete er die Metzgerei Junk in der Krämergasse. Nach seinem Tode übernahm sein Sohn Johann Adam Junk den Betrieb. Er starb am 1. Mai 1782.

Ihm folgten in direkter Linie Adolf Christian Junk (1755 bis 1839), Johann Daniel Junk (1807 bis 1857), Heinrich Junk (1836 bis 1883), Wilhelm Junk (1863 bis 1929) und Reinhardt Junk (1904 bis 1971). Reinhardt Junk kaufte das danebenliegende Nachbarhaus, das in den 50er Jahren als Wohnhaus neu entstand. 1969 gab er den Betrieb an seinen Sohn Georg weiter, der mit Erweiterungen, Umbauten und Modernisierungen den Traditionsbetrieb zukunftsfähig machte.

Eigene Schlachtung, Herstellung, Verarbeitung und Produktion gehören nun schon in der neunten Generation des Familienbetriebes zu seinen Qualitätsgrundsätzen.

In der gerade laufenden Jubiläumswoche hält die Metzgerei großzügige Angebote bereit. Am Samstag, 27. April, findet auf dem Betriebsgelände in der Hospitalstraße ab 14 Uhr die Jubiläumsfeier statt. Dort trägt das Duo „Urgestein“ zur musikalischen Unterhaltung bei.

Die Handwerkskunst und das Traditionsbewusstsein des Familienunternehmens haben nicht nur drei Jahrhunderte überdauert. Sie werden von Christian Junk, dem Sohn von Norbert und Heike Junk, der ebenfalls das Metzger-Handwerk erlernt hat und im Betrieb mitarbeitet, eines Tages in der zehnten Generation fortgesetzt.von Elvira Rübeling

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