Volltextsuche über das Angebot:

° / °

Navigation:
Metaller streiken in Stadtallendorf

Tarifstreit Metaller streiken in Stadtallendorf

Sie wollen am Monatsende 5,5 Prozent mehr Geld auf dem Konto haben. Dafür traten Metaller gestern bundesweit in den Streit. Auch in Hessen fanden mehrere Protestaktionen statt.

Voriger Artikel
Streik bei Fritz Winter
Nächster Artikel
„Endlich wieder ein Tarifvertrag“

Die „Blaumänner“ der Firma Winter waren gestern mit roten Fahnen, Kappen und Tröten in Stadtallendorf unterwegs. Rund 200 Metall-Arbeiter demonstrierten in Stadtallendorf. Deutschlandweit folgten 50 000 dem Aufruf der IG Metall.Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Stadtallendorf. „Strom, Gas, Benzin - alles wird teurer. Da ist es mehr als gerecht, wenn ein Ausgleich kommt“, sagte Martin Bernhardt. Der 37-jährige Stahlbauer war einer von rund 200 Beschäftigten der Eisengießerei Fritz Winter in Stadtallendorf, die dem Streik-Aufruf der IG Metall folgten. Bernhardt, der seit 1997 im Unternehmen beschäftigt ist, hat bereits Streikerfahrung. Die Forderungen der Arbeiter seien nicht hoch, sagt er.

Die IG Metall verlangt für die Beschäftigten der Branche 5,5 Prozent mehr Geld. „Das unterstütze ich auch. Daher streike ich mit, auch wenn wir als Auszubildende keine eigene Jugendforderung aufstellen“, sagte Kristin Modes. Die angehende technische Modellbauerin war eine der wenigen Frauen, die gestern in Stadtallendorf für mehr Lohn auf die Straße gingen.

Die Gewerkschaft hatte aber auch mit mehr Männern gerechnet: Schließlich waren nach Angaben der IG Metall bis zu 800 Menschen aufgerufen worden, ihre Arbeit von 10 bis 14 Uhr niederzulegen. Die Frühschicht hatte ihre Arbeit um kurz vor 10 Uhr eingestellt. Vor den Werkstoren versammelten sich dann die Streikenden, die dann durch die Innenstadt zogen. Mit Tröten, Plakaten und Rufen machten sie auf ihre Anliegen aufmerksam. Die Demonstranten hielten unter anderem in der Bahnhofstraße vor dem Lidl-Parkplatz, um dort eine kurze Kundgebung abzuhalten. Eine weitere Kundgebung war auf dem Aufbauplatz. Zu den Rednern gehörten IG Metall-Gewerkschaftssekretär Uwe Wallbrecher und DGB-Sekretär Dr. Ulf Immelt. An der Kundgebung vor den Werkstoren nahm auch der SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Thomas Spies teil. Immelt sagte: „Die Arbeitnehmer erwirtschaften den Gewinn.“

Der Betriebsratsvorsitzende der Firma Winter, Klaus Nitschokwski, erklärte, dass die Spätschicht vom Streik ausgenommen worden sei. Daher sei nicht die ganze Produktion zum Stillstand gekommen, aber weite Teile. Zudem seien bei Winter Mitarbeiter von Leiharbeitsfirmen beschäftigt, diese hätten sich nicht dem Streik angeschlossen.

 

In Lollar waren Beschäftigte der Bosch Thermotechnik ebenfalls zum Streik aufgerufen worden. Dort organisierte die Gewerkschaft ein Solidaritätsfest. Auch in Kassel forderten die Beschäftigten vor dem Mercedes-Werk die Arbeitgeber auf, auf das Anliegen der Arbeitnehmer einzugehen.

Die IG Metall vertritt rund 3,7 Millionen Beschäftigten der Branche. Eine erste Offerte der Arbeitgeber hatte die Gewerkschaft abgelehnt. Die Arbeitgeber hatten nach zwei Nullmonaten eine Erhöhung von 2,3 Prozent bei 13 Monaten Laufzeit geboten. Für heute und die nächsten Tage sind bundesweit weitere Streiks angekündigt.

Die IG Metall hatte bereits in der Nacht zum 1. Mai, unmittelbar nach Ende der Friedenspflicht, die erste Warnstreikwelle in mehreren Bundesländern begonnen. Die IG Metall erwarte einen Vorschlag, der eine Einigung ermögliche. „Deshalb werden wir den Druck aufrechterhalten“, erklärte IG-Metall-Chef Berthold Huber. von Anna Ntemiris

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr