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Metaller legen Tarifkonlikt bei

3,4 Prozent mehr Lohn Metaller legen Tarifkonlikt bei

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der hessischen Metallindustrie bekommen ab dem 1. Juli 3,4 Prozent mehr Lohn und Gehalt

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Quelle: Tobias Hirsch

.Erwartungsgemäß einigten sich die Tarifparteien im Bezirk Mitte darauf, den Taraifabschluss des Tarifbezirks Bayern auf Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland zu übertragen.  Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit  von 20 Monaten. Nach zwei erhöhungsfreien Monaten  steigen ab dem 1. Juli die Entgelte um 3,4 Prozent, am 1. Mai 2014 dann noch einmal um 2,2 Prozent. Gerechnet auf die gesamte Laufzeit ergibt das eine durchschnittliche Erhöhung von 2,6 Prozent. Vom Tisch ist eine Öffnungsklausel, nach der in Not geratene Betriebe mit der Arbeitnehmervertretung Abweichungen vom Flächentarif verhandeln können.Stefan Weber, der Vorsitzende von Hessenmetall Mittelhessen, freute sich über die  langfristige Planungssicherheit bis Anfang 2015 für die Betriebe. „Jedoch müssen wir deutlich erkennen, dass die Lohnerhöhung gerade unsere heimischen Betriebe stark belastet“, sagte Weber. Der finanzielle Spielraum der Unternehmen werde vollkommen ausgeschöpft. Weber bedauerte zudem das Fehlen der Öffnungsklausel.
Für die IG Metall Mittelhessen sagte Gewerkschaftssekretär Uwe Wallbrecher, das Ergebnis sei für ihn kein Grund zum Jubeln, aber andererseits hätten Kollegen an der Basis auch noch keinen lauten Protest angemeldet. Die vergleichsweise lange Laufzeit habe auch ihr Gutes: Man habe die kommende Tarifauseinandersetzung im Winter oder frühen Frühjahr und damit außerhalb der Urlaubszeit.

Der Betriebsratsvorsitzende der Stadtallendorfer Eisengießenrei Fritz Winter, Ernst Stehl, begrüßte es vor allem, dass die Öffnungsklausel vom Tisch ist. Stehl sprach aber von einem „ersten Versuch“ der Arbeitgeber, tarifliche Auseinandersetzungen auf die betriebliche Ebene zu verlagern. „Bitter“, so Stehl, „sind die beiden Nullmonate im Mai und Juni. Die Kollegen hätten die Lohnerhöhung dringend gebraucht.“ Dennoch rechnet der Betriebsratsvorsitzende damit, dass das Ergebnis auch im Bezirk Mitte auf Zustimmung stößt. Für die Opel-Mitarbeiter in Rüsselsheim wird zum 1. Mai nachträglich die ausstehende Tariferhöhung von 2012 wirksam – abzüglich bereits überwiesener übertariflicher Leistungen sind das nach Betriebsratsangaben 3,3 Prozent. Das Lohnplus, in Höhe von 3,4 Prozent wird der Opel-Belegschaft in Rüsselsheim hingegen erst am 1. Mai 2014 ausbezahlt. Dann greift die zweite Entgelterhöhung von 2,2 Prozent – die die Opelaner wiederum erst zur darauffolgenden Tariferhöhung bekommen. Hintergrund ist der Tarifvertrag zur Opel-Sanierung, den die Beschäftigten an vier Standorten annahmen. Darin ist festgelegt, dass die Beschäftigten im Gegenzug für eine Standortsicherung bis 2016 Tariferhöhungen für die Runden 2012 bis 2015 immer erst zur jeweils nächsten Tarifanpassung ausbezahlt bekommen.

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