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Metaller blicken auf gutes Jahr zurück

Hohe Ausbildungsquote Metaller blicken auf gutes Jahr zurück

Eine hohe Ausbildungsquote und gute wirtschaftliche Voraussetzungen prägen die Lage im Metallhandwerk, jedoch herrscht noch immer Facharbeitermangel.

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Das Metall-Handwerk blickt auf ein gutes Jahr 2014 zurück. Eine hohe Ausbildungsquote und gute wirtschaftliche Voraussetzungen prägen die Lage.

Quelle: Sebastian Widmann / dpa

Marburg. Gerhard Fach, Obermeister der Marburger Metall-Innung, berichtete bei der Jahreshauptversammlung von der guten wirtschaftlichen Entwicklung des Jahres 2014 für das Handwerk insgesamt.

„Der Binnenmarkt funktioniert und die Qualität zählt wieder beim Kunden“, sagte er,  „das abgelaufene Jahr war auch für die Unternehmen des Metallhandwerks ein gutes Jahr.“
Von wachsender Bedeutung für die Metallhandwerke sei zunehmend die Verteuerung von Energie und Rohstoffen. Daneben werde der Fachkräftemangel eine weitere zentrale Herausforderung für das Handwerk sein. Trotz der Hemmnisse könne sich die Umsatzentwicklung im Verlauf des Jahres 2015 positiv entwickeln. „Die wirtschaftlichen Voraussetzungen sind gut, insbesondere durch die niedrigen Zinsen und die geringe Teuerungsrate“, sagte der Obermeister.

Insbesondere für den Metallbau stünden die Zeichen gut, da der Bauboom in Deutschland anhalte und sich auch für Europa insgesamt eine Trendwende abzeichne. Dadurch könne sich die Konkurrenzsituation und der damit verbundene Preisdruck auf die Betriebe abmildern.

Für das Feinwerkmechanikergewerbe entwickele sich die Situation im zweiten Jahr hintereinander erfreulich positiv, jedoch bereite hier der Preisdruck der meist als Zulieferer für Industrie und Export tätigen Betriebe nach wie vor Probleme. „Ziel der Unternehmen muss die Stabilisierung auf dem heutigen Niveau und die Sicherung der Wettbewerbsposition sein“, so Fach abschließend.

Aus aktuellem Anlass informierte Thomas Kreiter, Leiter der Buch- und Steuerberatungsstelle der Kreishandwerkerschaft, die Innungsmitglieder zum Thema Mindestlohngesetz. Die Betriebe der Metall-Innung treffe hier primär die vermehrte Bürokratie: „Unsere Gewerke haben mit dem Mindestlohn eher wenig zu tun, schließlich liegt unser niedrigster Lohn über der Zehn-Euro-Marke. Jedoch ist nun die Dokumentation des Beginns, des Endes und der Dauer der täglichen Arbeitszeit bei geringfügig und kurzfristig Beschäftigten sowie bei Zeitarbeitern flächendeckend Pflicht“, erläuterte Obermeister Fach dazu. Bedingt durch die Ausweitung der Dokumentationspflicht entstehe so zusätzlich für die einzelnen Betriebe erheblicher bürokratischer Aufwand.

Suche nach Azubis gestaltet sich immer schwieriger

Derzeit gehören der Metall-Innung Marburg 17 Mitgliedsbetriebe an. Große Bedeutung kommt der Ausbildung in den Metallgewerben zu, denn zurzeit werden 69 junge Menschen im Metallhandwerk ausgebildet. Davon 34 zu Feinwerkmechanikern, 35 zu Metallbauern, Metallbearbeiter werden derzeit nicht ausgebildet. „Das ist für unsere kleine Innung eine sehr gute Quote“, resümierte Fach und lobte die große Ausbildungsbereitschaft der Innungskollegen.

Auch wenn die Suche nach geeigneten Auszubildenden immer schwieriger werde, gebe es immer noch Nachwuchskräfte, die eine gute Gesellenprüfung ablegten und bereit seien, sich auch nach der Ausbildung weiterzuqualifizieren. Denn auf sie warte eine attraktive berufliche Zukunft mit glänzenden Aufstiegsmöglichkeiten sowie moderne und krisensichere Arbeitsplätze. Fach ergänzte: „Schließlich werden nur die Unternehmen den Wettbewerb um Fachkräfte und Nachwuchs gewinnen können, die als sozialkompetente Arbeitgeber wahrgenommen werden.“

Walter Bau wurde zu seinem 25-jährigen Meisterjubiläum geehrt. Er legte im März 1990 seine Prüfung zum Maschinenbaumechanikermeister ab. Bau ist seit 1999 Vorstandsmitglied der Innung und hat sich seit vielen Jahren in der Ausbildung des Nachwuchses verdient gemacht. Obermeister Fach dankte Walter Bau: „Danke für deinen Einsatz fürs Handwerk, dass du Mitarbeiter in Lohn und Brot gebracht hast und besonders für deine langjährig erbrachte Ausbildungsleistung.“

von unseren Redakteuren

 
Walter Bau (links) erhielt von Obermeister Gerhard Fach die Ehrenurkunde zu seinem Meisterjubiläum. Privatfoto
 
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