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Jörg Nickol ist seit 25 Jahren Meister

Metallinnung Jörg Nickol ist seit 25 Jahren Meister

In den Betrieben der Marburger Kreishandwerkerschaft wurden in der Metallbranche mehr Ausbildungsverträge als im Vorjahr geschlossen.

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Obermeister Gerhard Fach (links) überreichte Jörg Nickol eine Urkunde zum 25-jährigen Meisterjubiläum.

Quelle: Felix Busjaeger

Marburg. Wenn die Mitglieder der Metall-Innung zur Jahreshauptversammlung zusammenkommen, gehören erwartungsgemäß ein Jahresrückblick, die aktuelle Situation des Handwerks und der Innung, sowie ein Überblick über die Finanzen zur Tagesordnung. In diesem Jahr gab es zusätzlich ein Jubiläum zu feiern.

Metallbaumeister Jörg Nickol bekam von Obermeister Gerhard Fach zum 25-jährigen Meisterjubiläum eine Urkunde überreicht. Fach lobte Nickols langjähriges Engagement für das Handwerk und gratulierte ihm im Namen aller Innungsbetriebe zu diesem besonderen Jahrestag.

Fach berichtet von einem erfolgreichen Geschäftsjahr. Die Betriebe konnten eine gute Auftragslage verzeichnen und Gewinne erwirtschaften. Die Menschen investieren weiterhin kräftig ins Eigenheim, allerdings sind Kommunen reichlich zögerlich, wodurch die Infrastruktur leidet.

Vergütung liegt über Mindestlohn

Ein weiterer Punkt des Berichts des Obermeisters thematisierte aktuelle Probleme des Handwerks. Die anhaltende Verteuerung am Energie- und Rohstoffmarkt führe mittlerweile dazu, dass bei vielen Handwerksbetrieben eine Schmerzgrenze erreicht worden sei und man überlegen müsse, wie man einen weiteren Anstieg der Kosten abschwächen kann.

Das vergangene Jahr brachte auch Veränderungen im Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Der Mindestlohn erhöhte sich von 8,50 Euro auf 8,84 Euro pro Stunde. Erfreulich für den Arbeitnehmer in den Innungsbetrieben sei, dass der niedrigste Lohn bereits über 10 Euro pro Stunde liegt. Ein weiteres Problem stelle weiterhin der akute Fachkräftemangel dar. Fach sieht den Grund beim Wegfall der Absolventen der Haupt- und Mittelschulen.

Der Ausbildungsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren drastisch gewandelt. Immer weniger Absolventen wollen ein Handwerk erlernen. Entgegen dieser Entwicklung wurden 2016 in den Innungsbetrieben mehr Ausbildungsverträge als im Vorjahr abgeschlossen.

Redebedarf über Ausbildungssituation

In den 17 Mitgliedsbetrieben absolvieren 56 junge Leute ihre Ausbildung. 35 von ihnen erlernen den Beruf des Feinwerkmechanikers, 21 den Beruf des Metallbauers. 21 weitere schlossen im vergangenen Jahr ihre Ausbildung zum Feinmechaniker oder ihre Facharbeiterprüfung erfolgreich ab. Ein Grund für diese guten Zahlen sieht Fach in einer Veränderung am Ausbildungsmarkt. Immer mehr Abiturienten ziehen einen Handwerksberuf in Erwägung. Von diesen Auszubildenden profitiert das Handwerk nachhaltig. Denn in den kommenden Jahren benötigen Betriebe Führungskräfte, die Betriebe übernehmen.

Die Ausbildungssituation in Marburg sorgte in der anschließenden Diskussionsrunde für reichlich Redestoff. Aufgrund akuten Lehrermangels werden mehrere Jahrgänge zusammen verschult und in den Betrieben fehlen so mehrere Azubis auf einmal. Durch die Zusammenlegung falle insgesamt die Wissensvermittlung schlecht aus, viele Prüfungsinhalte werden nicht vernünftig gelehrt und Abschlussprüfungen müssen angepasst werden, hieß es. Die Mitglieder der Innung waren sich einig, dass hier in kommender Zeit dringend nachgebessert werden muss.

von Felix Busjaeger

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