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Messroboter mit Fingerspitzengefühl

Modernste Technik Messroboter mit Fingerspitzengefühl

Funktioniert ein Schalter, ist der Schieber leichtgängig und startet die Smartphone-App zuverlässig? Exakte Antworten geben die Messroboter von Battenberg, einem 16-köpfigen Weltunternehmen aus Moischt.

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Weltneuheit: Ein Messroboter der Firma Battenberg aus Moischt ertastet die Vibrationen eines Tablet-Displays und misst Dauer, Stärke und Frequenz der Schwingungen.

Quelle: Frank Rademacher

Moischt. Der Touchscreen erobert das Cockpit der Autos. Damit die neue Technik vom Kunden aber akzeptiert wird, muss sie über eine haptische Rückmeldung verfügen.

Der Autofahrer möchte fühlen, dass die Anwendung, die er auf dem Bildschirm aktivieren will, auch tatsächlich den Befehl angenommen hat. Dies geschieht über eine leichte Vibration des Bildschirms. Hier ist also im buchstäblichen Sinne Fingerspitzengefühl erforderlich.

Und über das verfügt die neueste Erfindung aus dem Hause Battenberg Messrobotic aus Moischt extrem viel. Das zum Patent angemeldete System, das als Weltneuheit auf der Hannover Messe vorgestellt wurde, kann nicht nur die haptische Rückmeldung des Bildschirms ertasten, es misst auch exakt die Dauer, Stärke und die Frequenz der Vibration. Möglich wird dies aus der Kombination von Robotertechnik, modernster Sensorik und einer in Moischt entwickelten Software.

Physiker Dr. Lukas Schneebeli, bei Battenberg für Forschung und Entwicklung zuständig, erläutert, dass die übliche Frequenz der Touchscreens bei rund 200 Schwingungen pro Sekunde liegt. „Bis zu 500 Schwingungen lassen sich erfühlen, manche Menschen spüren sogar bis zu 1000 Schwingungen.“

„Robotik-Finger“ mit dem entscheidenden Sensor

Mit dem Messroboter, der stets mit dem gleichen Druck und für eine vorgegebene Dauer auf den Messpunkt des Displays drückt, können zunächst die Entwickler und später die Kontrolleure in der Produktion die passende Frequenz überprüfen.

Die Spitze des Roboterarms ist dafür von Battenberg so gestaltet worden, dass sie den wesentlichen Eigenschaften eines menschlichen Fingers entspricht. „Ein Finger hat natürlich sehr viel mehr Sensoren“, erklärt Schneebeli, aber eben keinen Sensor, der die Frequenz messen kann. Dafür entspricht die Leitfähigkeit des Roboterfingers ziemlich genau der eines menschlichen Fingers.

Der Kollege Messroboter kann aber nicht nur die Frequenz des „antwortenden“ Displays ertasten und messen, sondern auch überprüfen, ob etwa eine Landkarten-App sich öffnet und sich der angezeigte Kartenausschnitt mit dem Finger verschieben lässt. Auch das passiert natürlich in der immer gleichen vorgegebenen Form, so dass Fehler im Prüfvorgang ausgeschlossen sind. Der Roboterfinger verändert eben nicht den Druck, mit dem er über das Display streicht.

Wer hat‘s erfunden? Die fast schon sprichwörtliche Frage kann Günther Battenberg ruhigen Gewissens und durchaus stolz mit „Wir“ beantworten. Vor rund 30 Jahren entwickelte Battenberg die ersten Messroboter – drei Jahrzehnte später bilden 16 Männer und Frauen das Team eines heimischen Weltunternehmens.

Zu dessen Kunden gehören die Unternehmen der Automobilindustrie ebenso wie Firmen aus dem Bereich Infotainment und Kommunikationstechnik, aus der Medizintechnik ebenso wie aus dem Bereich Luft- und Raumfahrt oder der optischen Industrie.

Die Battenberg-Messrobotik kommt überall dort zum Einsatz, wo einzelne Bedienelemente vorgegebene Eigenschaften haben müssen. Das kann ein Rollregler für die Belüftung sein wie auch der Auslöser einer Kamera, das Tastenfeld eines Smartphone-Displays oder eine Autotür.

Die Bedeutung der Messroboter wird aus Sicht von Firmenchef Günther Battenberg sogar noch zunehmen, wenn sich ein Trend der Automobilindustrie weiter verstärkt, nämlich der der Individualisierung.

Die Technik aus Moischt hilft dabei, die Eigenschaften der Bedienelemente auf die persönlichen Vorlieben und Bedürfnisse der Nutzer abzustimmen. Nicht zuletzt, weil die Software als Herzstück der Battenberg-Technologie für die Ingenieure auch ohne Programmierkenntnisse eingesetzt werden kann.

von Frank Rademacher

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