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Mehr Arbeit und mehr Freude

"Berufe im Freien" Mehr Arbeit und mehr Freude

Wenn andere eine Abkühlung brauchen, passt Dennis Höhenwarter auf sie auf. Der 34-Jährige ist Rettungsschwimmer im Marburger Aquamar.

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Dennis Höhenwarter vor seinem Einsatzgebiet: Das Schwimmbecken des Aquamars in Marburg.

Quelle: Andreas Arlt

Marburg. Was hilft am besten gegen Temperaturen über 30 Grad und knallige Sonne? Natürlich ein Sprung ins Wasser. Dann wird auch das Sonnenbad durch die kühlen Unterbrechungen erträglich. Dennis Höhenwarter muss auf dieses Vergnügen oft warten und sogar dabei zugucken, wenn andere im Kopfsprung ins Wasser abtauchen. Aber genau das ist sein Beruf. Seit vier Jahren ist der 34-Jährige Rettungsschwimmer im Aquamar. Vor allem im Moment hat er viel zu tun, schließlich ist Ferienzeit und die Temperaturen locken viele Besucher in das Marburger Freibad. Die Sonne bedeutet mehr Arbeit, mehr Belastung aber auch mehr Freude am Beruf.

Schattenplätze sind heiß begehrt

„Natürlich muss man mit der Sonne klarkommen, wenn man diesen Beruf hat“, sagte Höhenwarter. Der Glatzenträger hat dafür vor allem seine UV-undurchlässige Mütze als Schutz - gestellt vom Arbeitgeber. Ansonsten hilft nur regelmäßiges einschmieren mit Sonnencreme. Und natürlich der Versuch, der direkten Sonnen möglichst zu entgehen. Aber das ist keine leichte Aufgabe, schließlich muss der Hochsitz am Schwimmerbecken besetzt sein und dort spendet kein Baum Schatten. „Wir versuchen, uns abzuwechseln. Denn der Hochsitz für das Kinderbecken liegt im Schatten“, sagte Höhenwarter. Ansonsten hilft nur eine kurze Dusche oder der Sprung ins Wasser in der halb- oder dreiviertelstündigen Pause der insgesamt vier Schwimmmeister, die bei Hochbetrieb im Einsatz sind.

Ihr Aufgabengebiet ist neben der Hilfe im Notfall vor allem der Umgang mit den Besuchern. Streitigkeiten, die selten vorkommen, schließlich kommen viele Familie mit ihren Kindern ins Aquamar, müssen geschlichtet werden. Ältere Kinder müssen an ihre Rücksichtnahme auf jüngere erinnert werden. Und manchmal ist ein Beutel mit Eiswürfeln oder eine Pinzette nötig, um Bienenstiche zu verarzten.

„Für mich ist das auf jeden Fall ein Traumjob“, sagte Höhenwarter, trotz der Belastungen im Hochsommer. Aber er ist die Arbeit im freien gewöhnt: Der 34-Jährige ist gelernter Zimmermann. In der vierten Saison ist Höhenwarter im Aquamar angestellt. Dafür braucht er einen Silberschein der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und einen aktuellen Erste-Hilfe-Kurs. „Ich arbeite gerne im Freien und deshalb auch lieber im Freibad als im Winter in der Sauna oder der Schwimmhalle“, sagte Höhenwarter.

von Andreas Arlt

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