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Markante Baulücke wird geschlossen

Spatenstich am „Platz der Weißen Rose“ Markante Baulücke wird geschlossen

Nach zwei Jahren Planung soll kommendes Jahr am „Platz der Weißen Rose“ im Stadtwald ein Wohn- und Geschäftshaus mit 
Supermarkt eröffnen – „endlich“, wie Ortsvorsteher Matthias Simon sagt.

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So soll der Neubau am „Platz der Weißen Rose“ laut Planungsskizze aussehen.

Quelle: privat

Marburg. Am Montag erfolgte der symbolische Spatenstich auf dem zentralen Grundstück im Stadtwald. Bauträger ist die „Gefra Grund und Wert GmbH“ aus Lennestadt, die – ebenfalls im Stadtwald – ein weiteres Wohnhaus baut.

Der dreigeschossige Neubau soll neben 13 Wohneinheiten von zwei bis vier Zimmern mit Wohnflächen von 51 bis 102 Quadratmetern auch einen Supermarkt sowie ein Bistro erhalten. Betreiber des Supermarkts wird Tegut sein, bewirtschaftet wird er von der Lebenshilfe – so, wie das Modell bereits in Michelbach praktiziert wird.

Frauke Nolting, Geschäftsführerin von Gefra, erläutert: „Wir starten jetzt mit unserem Bau, um das Quartier für die Bewohner, die schon da sind, und die, die noch kommen werden, attraktiver zu gestalten.“ Im September kommenden Jahres soll der Bau fertiggestellt sein.

Flexibles Konzept sorgt für rasche Umbaumöglichkeit

Der Clou des Hauses: Die Wohnungen werden nach dem sogenannten „Gefra-Wohn-Flex-Konzept“ gebaut. So können die Wohnungen beispielsweise zunächst als Studenten-Appartements ausgestaltet werden. Sollte in Zukunft die Nachfrage nach studentischem Wohnen nachlassen, können sie ohne wesentlichen Kostenaufwand in Wohnungen für familiäres Wohnen umgebaut werden.

Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) sagte, dass es in den vergangenen Jahren viele Diskussionen und auch Kritik an der Entwicklung des Stadtteils gegeben habe. „Aber mittlerweile können wir sagen, dass wir eine sehr gute Entwicklung im Stadtwald haben“ – das zeige sich auch an der Mischung von Bewohnern und ansässigem Gewerbe. Allerdings fehle bisher eine Einkaufsmöglichkeit. Diese werde jedoch nun realisiert.

„Daher achten wir beim Verkauf der Grundstücke auch darauf, dass diese Mischung sich weiter gut entwickelt“, so Vaupel. Mit der Gefra habe man einen Partner gefunden, „der unsere Anforderungen realisiert“, sagte der Oberbürgermeister. „Dieser Stadtteil entwickelt sich – und zwar zum Positiven. Da ist das letzte Ausrufezeichen der Nahversorger, der jetzt kommt“, ist sich Vaupel sicher.

Bewohner haben 15 Jahre auf den Neubau gewartet

Für Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) ist klar: „Bei aller Wohnungsnot dürfen wir natürlich nicht die Qualität aus den Augen verlieren. Denn das Bauen wird uns von den nachfolgenden Generationen nur dann gedankt werden, wenn wir uns darüber klar werden, ob die Bauten heute passen – und auch noch in 10 oder 15 Jahren.“ Daher sei er froh, dass das Bauunternehmen auch den ästhetischen Wünschen der Stadt entgegengekommen sei.

In den vergangenen Jahren habe im Stadtwald ein wenig „der Schwung in der Entwicklung gefehlt. Aber den bekommen wir jetzt offensichtlich“, so Kahle. Der Neubau werde der Dynamik des Stadtteils Rechnung tragen – und er sei ein weiteres Puzzlestück im Gesamtkonzept für den Stadtwald.

Ortsvorsteher Matthias Simon (SPD) erinnerte daran, dass „wir im Stadtwald 15 Jahre lang auf die Bebauung gewartet haben – das war uns alles nämlich schon für das Jahr 2000 versprochen worden“. Er habe die Entwicklung nun mit sehr viel Herzblut verfolgt und sei daher „sehr dankbar, dass es jetzt – auch mit den weiteren Bauten – endlich richtig rasant losgeht“. Viele Lücken seien bereits geschlossen, das Projekt „soziale Stadt“ laufe nun richtig an. „Und jetzt kommt auch noch die Nahversorgung dazu – damit können wir alle sehr zufrieden sein“, sagte der Ortsvorsteher.

von Andreas Schmidt

Der symbolische Spatenstich mit Amke Wittchow (von links), Dorothee Griehl-Elhozayel, Dr. Franz Kahle, Egon Vaupel, Frauke Nolting, Roland Wagner, Matthias 
Simon, Raimund Hoffmann und Knut John. Foto: Andreas Schmidt
 
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