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Marburger Weinboulevard mit 22 Winzern aus Europa

Messe Marburger Weinboulevard mit 22 Winzern aus Europa

Seitdem Aldi, Lidl und Co die Weinköniginnen im Lande sind, wird das Geschäft für lokale Händler schwieriger. Daher setzen sie auf Beratung und ein Gläschen zur Probe. Marburger Händler wollen zusammenhalten.

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Robert Sabo (links) und Reinhard Kroh gehören zu den Veranstalter der Weinmesse „Marburger Weinboulevard“.Foto: Anna Ntemiris

Marburg. Jede zweite Flasche Wein wird in Deutschland beim Discounter gekauft. „Unsere Konkurrenten sind nicht die anderen Fachhändler in der Region, sondern Lidl, Aldi, Rewe und Edeka“, sagt Reinhard Kroh, Geschäftsführer der „Weinrebe“.

Die Supermarktkette Lidl wirbt zum Beispiel massiv mit ihrer „Weinwelt“, und mittlerweile haben Discounter, aber auch Drogerieketten wie Rossmann, namhafte Weine wie Rothschild im Angebot.

Vor diesem Hintergrund müsse der heimische Handel zusammenhalten, ist sich Kroh sicher. Discounter bieten Weinflaschen für weniger als drei Euro an, aber auch der Fachhandel habe gute Weine für sechs bis zwölf Euro pro Flasche. „Nur wissen das nicht alle“, sagt Kroh. Er gehört zu den Marburger Weinhändlern, die zum dritten Mal den „Marburger Weinboulevard“ veranstalten. Erstmals fand diese Aktion 2011 in der Ketzerbach statt und war Teil des Programms zum Elisabethmarkt. Im vergangenen Jahr fand der Weinboulevard zum verkaufsoffenen Sonntag am „Marburger Frühling“ auf dem Elisabeth-Blochmann-Platz statt.

Bei den ersten Weinboulevards arbeiteten die Marburger Händler erstmals gemeinsam und stellten fest: Die eigenen Stammkunden sind auch den Mitbewerbern bekannt. „Unsere Kunden grüßten auf einmal auch die anderen Händler. Das zeigt, dass der Marburger Weinkenner eben den Fachhandel aufsucht und nicht nur einen bestimmten Anbieter“, sagt Kroh. Die ersten beiden gemeinsamen Veranstaltungen waren gut besucht, aber stark wetterabhängig, sagt Robert Sabo, Inhaber von „Wein & Käse“.

Daher soll die Neuauflage „überdacht“ stattfinden. Sabo, Kroh sowie Frank Rekate, Inhaber von „Ovinho“, veranstalten den dritten Marburger Weinboulevard am Sonntag, 9. November, von 12 bis 18 Uhr in der Waggonhalle. Im Vergleich zu den ersten beiden Weinmessen wurde das Konzept etwas verändert, und es nehmen weniger Händler teil.

Menschen, die hinter dem Wein stecken

Die drei Marburger präsentieren ihre Weine nicht selbst, sondern haben 22 Winzer aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Griechenland, Italien und Spanien dazu eingeladen. Ob Prosecco, Weißwein, Rosé, Crémant oder Rotwein: Die Besucher zahlen einen Eintrittspreis von 15 Euro und können dafür so viele Weine probieren, wie sie möchten. In der Regel schafft ein Besucher im Laufe des Tags insgesamt einen Liter, so Kroh und Sabo. Experten wie sie könnten auf Messen zwar bis zu 150 verschiedene Weine testen, „aber wir spucken diese wieder aus“. Für die Besucher des Weinboulevards soll dagegen der Genuss im Vordergrund stehen.

„Und wir wollen zeigen, dass hinter unseren Weinen Menschen stecken. Daher haben wir die Winzer eingeladen“, sagt Kroh. Eine neue Generation von experimentierfreudigen Weinanbauern sei in Europa unterwegs, das Handwerk hätten diese von ihren Eltern und Großeltern gelernt, doch die Konzepte seien oftmals neu. Mit einem Glas Wein über Weinanbau, Rebsorten oder Geschmack zu sprechen sei auf dem Boulevard möglich.

Umsatzstärkste Monate stehen bevor

Das Stadtmarketing Marburg unterstützt die Veranstaltung im Vorfeld, etwa durch die Einladung zu einer Pressekonferenz. Schließlich gehe es um die Stärkung des heimischen Einzelhandels, heißt es. Natürlich haben die Weinhändler auch das bevorstehende Weihnachts-Geschäft im Blick. Die Monate November und Dezember seien die umsatzstärkste Zeit.

„Fast jeder kauft in dieser Zeit Wein“, so Sabo. Auf der Messe wird kein Wein verkauft, man wolle bewusst die Präsentation in den Vordergrund stellen. Allerdings hoffen die Veranstalter, dadurch neue Kunden zu gewinnen - und damit den Discountern zu trotzen.

Karten für die Messe Marburger Weinboulevard, die am Sonntag, 9. November, von 12 bis 18 Uhr in der Waggonhalle stattfindet, gibt es im Vorverkauf direkt bei den Veranstaltern oder vor Ort.

von Anna Ntemiris

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