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Marburger Friseure greifen nach den Sternen

Neue Klassifizierung Marburger Friseure greifen nach den Sternen

Es geht nicht um Gourmet-Küche und Luxus-Hotels, sondern um Qualität im Handwerk. Die Friseur-Innung Marburg will - symbolisch - Betriebe mit einer Sterne-Klassifizierung auszeichnen.

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Frisuren-Models präsentierten im August in Bad Nauheim die Frisurenmode Herbst/Winter 2015/2016. Das hessische Friseurhandwerk wird im kommenden Jahr nach Stadtallendorf schauen, dort richtet die Marburger Innung die Sommer-Modenschau aus.Archivfoto: Andreas Arnold

Quelle: Andreas Arnold

Marburg. Wer keinen Wert auf Sterne-Restaurants legt, mag vielleicht beim Thema Friseur haargenau auf Qualität und Perfektion achten. Im nächsten Jahr soll es für Kunden eine neue Möglichkeit geben, um Friseursalons zu unterscheiden: Kunden können nach Sternen Ausschau halten. Die Friseur-Innung Marburg hat diese Idee von der Hanauer Innung übernommen und will das Qualitäts-Konzept der Kollegen in abgewandelter Form ab Januar in ihrem Kreisgebiet einführen.

„Es ist kein Ausdruck von Luxus, sondern von Engagement und Zuverlässigkeit“, betont Kreishandwerksmeister und Friseur- Obermeister Rolph Limbacher. Die stellvertretende Obermeisterin Martina Klein ist eigens für das Projekt zur „Sterne-Beauftragten“ gekürt worden. Sie erklärt im Pressegespräch das System, das nur für Mitglieds-­Betriebe der Innung gilt.

Jeweils einen Stern gibt es zum Beispiel für folgende Kriterien: Ein Handwerksmeister muss den Betrieb führen und das Personal muss ausgebildet sein. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die aber nicht immer eingehalten werde.

Auch fordert die Sterne-Beauftragte von den Bewerbern: Mindestens dreimal im Jahr sollte der Salonbetreiber an einer Fortbildung teilnehmen, davon müssen mindestens zwei Veranstaltungen von der Innung ausgerichtet sein. Engagiert sich der Betrieb in der Innung für die Sicherung der Fachkräfte und/oder bildet er Fachkräfte aus, dann kann er dafür ebenfalls einen Stern erhalten.

Innung veranstaltetüberregionale Modenschau

Wer an einer Fachmesse, Jahreshauptversammlung oder einer Informationsveranstaltung der Innung teilnimmt, kann auch einen Stern erhalten. „Ziel ist, unsere Innung zu beleben“, erklärt Klein. Außerdem könne dieses System kleine Betriebe motivieren, sich für eine Beratung oder Fortbildung zusammenzuschließen und zum Beispiel einen externen Referenten oder Produktberater ins Haus zu holen. Das spare Kosten und Zeit. Außerdem sei die „Sterne-Tafel“, die jedes Studio dann erhalten kann, ein Aushängeschild, das Kunden wahrnehmen.

Die Friseur-Innung hat rund 70 Mitgliedsbetriebe. Im Altkreis Marburg gibt es aber - geschätzt - insgesamt 150 Salons. Daher erhofft sich die Innung auch, dass mehr Betriebe Interesse an der Aktion zeigen und sich der Interessensvertretung dann anschließen.

Die Marburger Friseur-Innung hat im kommenden Jahr noch einiges vor. So richtet sie am 21. Februar in Stadtallendorf eine große Friseuren-Modenschau für hessische Friseure aus. Präsentiert werden dabei die aktuellen Trends für das Frühjahr und den Sommer 2016. Da die Marburger Innung Ausrichter ist, können alle Mitgliedsbetriebe an dieser Veranstaltung teilnehmen, erklärt Limbacher. Das Fachpublikum hätte dann aber auch die Möglichkeit, diese Modenschau als Fortbildung oder Infoveranstaltung zu besuchen - und sich damit einen Stern zu sichern.

Ein weiterer Termin, der einen Stern bringen kann, ist die Jahreshauptversammlung der Mitglieder. Sie findet am 21. März statt. Und am 23. und 24. April richtet die Friseur-Innung in Michelbach den hessischen Landesverbandstag der Friseure aus. Das Engagement in der Handwerkerschaft lohne sich, fasst Limbacher zusammen. „Die Kunden sehen, der Betrieb engagiert sich. Und die Friseure sind motiviert, aktiv zu werden und mitzuarbeiten.“

Wer will, kann ab dem 1. Januar nach den Sternen greifen. Das Wandschild mit 3, 4 oder 5 Sternen soll auf der Herbstversammlung feierlich übergeben werden. Die Sterne-Klassifizierung muss jedes Jahr erneuert werden. Das „Aushängeschild“ wird also stets mit der Jahreszahl versehen.

von Anna Ntemiris

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Von Redakteur Anna Ntemiris

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