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Marburg tritt dem Projekt „Voice“ bei

Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt Marburg tritt dem Projekt „Voice“ bei

Neuzugewanderte werden durch „Voice“ bei der Integration in den 
Arbeitsmarkt durchgehend gefördert, aber auch gefordert.

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Neues Logo, neuer Partner: Volker Breustedt, Marian Zachow und Thomas Spies arbeiten in der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt nun zusammen. Das Projekt „Voice“ steht für eine barrierefreie Kooperation der Behörden in Marburg-Biedenkopf.

Quelle: Yannic Bakhtari

Marburg. Das Projekt „Voice“ basiert darauf, dass den Flüchtlingen, die im Landkreis ankommen, ein ganzheitlicher Ansatz zur Integration angeboten wird.

So gibt es neben Sprachkursen, Netzwerkarbeit und Orientierungsveranstaltungen beispielsweise „Open Voice“ mit dem Schwerpunkt Unternehmensbesichtigungen. Auch kulturelle Angebote fehlen nicht. Ein weiterer zentraler Punkt ist das Arbeitsmarktbüro für Flüchtlinge, das gemeinsam von Landkreis und Arbeitsagentur seit 1. Juni 
 vergangenen Jahres angeboten wird.

„Wir müssen dem Fachkräftemangel durch das neue zu uns gestoßene Potenzial entgegenwirken“, erklärte Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD). Gute Arbeit sei entscheidend für eine erfolgreiche Integration, denn „nur, wer auch eine reale Chance hat, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen, fühlt sich dauerhaft wohl und kann der Gesellschaft etwas zurückgeben“, sagte Spies. „In der ,Voice Academy‘ lernen neu zugewanderte Menschen, wie der deutsche Arbeitsmarkt funktioniert“, berichtete Volker Breustedt, Leiter der Agentur für Arbeit Marburg.

Breustedt: keine Zuständigkeitsstreitereien

Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Angeboten verteilt sich die sogenannte „Voice Academy“ ab Mitte September auf zwei weitere Standorte: Eine „Academy“ gibt es dann in Buchenau in der Zuständigkeit des Landkreises, eine weitere unter der Ägide der Stadt Marburg im „Portal-Gisselberg | Zentrum für Flüchtlinge“. Die „Academy“ ist laut den Verantwortlichen des Gemeinschaftsprojekts die Umsetzung der „Jobakademie“ des Kreisjobcenters, um Geflüchtete umfassend auf alle Eventualitäten des Arbeitslebens vorzubereiten.

An beiden Standorten der „Voice-Academy“ stünden Computer für die Jobsuche zur Verfügung. Ebenso könne vor Ort ein Lebenslauf erstellt werden. Bis hin zur Wohnungssuche erführen die Teilnehmenden unterschiedlichste Unterstützungsangebote.

Für den Agentur-Chef ist dabei erfreulich, dass es „im Vergleich zu anderen Kommunen keine Zuständigkeitsstreitereien gab“. Die Herausforderung, „Menschen zu großen Teilen in den Arbeitsmarkt zu bringen“, sei in Marburg-Biedenkopf auf einem guten Weg.

Nichtsdestotrotz erfüllten die wenigsten Einwanderer trotz fachlicher Fertigkeiten die nötigen formalen Qualifikationen für einen direkten Start ins deutsche Berufsleben. „Dafür bietet ‚Voice kommunal‘ den Asylanten nicht-selbstreferentielle Arbeitsgelegenheiten mit Kundenkontakt“, so Marian Zachow (CDU), Erster Kreisbeigeordneter.

Zusammenarbeit mit „Tiefe und Selbstverständlichkeit“

Die mit 1,05 Euro pro Stunde vergüteten „Arbeitsgelegenheiten“ sollen laut Zachow keineswegs „die Flüchtlinge ausbeuten“, sondern eine gute Grundlage für ein erfolgreiches Berufsleben in der Bundesrepublik initiieren. „Die Flüchtlinge empfinden das als Wertschätzung“, versicherte der Vize-Landrat. „Legendär“ sei die mit „Voice kommunal“ einhergehende Biedenkopfer Stadtführung samt diverser Theaterworkshops.

„Die Vernetzung der Akteure Kreis, Stadt und Arbeitsagentur ist angesichts der großen Herausforderungen ein guter Ansatz“, unterstrich Zachow. Die Zusammenarbeit habe eine Tiefe und eine Selbstverständlichkeit erreicht, die in anderen Regionen ihresgleichen suche.

Die Arbeitsgelegenheiten werden durch einen Kabinettsbeschluss der Bundesregierung allerdings erweitert werden. Der Beschluss sieht 100 000 Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge seit Anfang August vor. Finanziert wird „Voice“ aus Bundes- und Landesmitteln.

Dass die neu gewonnenen Arbeitskräfte ein Gewinn für die lokale Wirtschaft darstellen, daran ließ der Oberbürgermeister keinen Zweifel: „Wir müssen den Menschen alle Wege für Perspektiven eröffnen.“ Für ihn steht fest: „Wir schaffen es, durch ,Voice‘ die Beschäftigung in der Region zu erhöhen.“

von Yannic Bakhtari

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