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Maler prüfen jetzt auch Biedenkopfer Lehrlinge

Gemeinsamer Prüfungsausschuss nutzt Synergien Maler prüfen jetzt auch Biedenkopfer Lehrlinge

Ab sofort ist die Maler- und Lackiererinnung 
Marburg berechtigt, die Gesellenprüfung im 
gesamten Landkreis – 
und somit auch für die Nachbarinnung Biedenkopf – vorzunehmen.

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Obermeister Arnulf Preis (links) und Meinhard Moog, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft (rechts), überreichten Willi Kurz die Urkunde zum 40-jährigen Meisterjubiläum.

Quelle: Ina Tannert

Wolfshausen. Erst vor Kurzem erhielt die Marburger Innung die offizielle Ermächtigung der Handwerkskammer Kassel für einen landkreisweiten Gesellenprüfungsausschuss. Somit besteht formell nur noch ein Gremium für die beiden Verbände in Marburg und Biedenkopf. „Eine sinnvolle Sache, wir ergänzen uns“, lobte Obermeister Arnulf Preis während der vergangenen Jahreshauptversammlung.

Bislang stellten beide Innungen je einen eigenen Ausschuss zur Prüfung der jeweiligen Auszubildenden. Gerade für die vergleichsweise kleinere Innung in Biedenkopf ein nicht unerheblicher Aufwand, deren bisheriger Ausschuss nun entfällt. „Manchmal gab es nur zwei Lehrlinge zu prüfen“, so Preis. Mit der Ausweitung des Bereichs Marburg könnten beide Verbände nun von dem Zusammenschluss profitieren.

Lob an die Mitgliedsbetriebe gab es vom Vorstand für eine generell hohe Bereitschaft und Beteiligung an der Gesellenprüfung wie an Ausschüssen des Landesinnungsverbandes, „wir sind gut vertreten“, lobte der Obermeister.

Ausbildungszahlen 
bleiben in Innung stabil

Zufrieden blickt der Verband ebenfalls auf die aktuellen Ausbildungszahlen. Derzeit sind demnach 54 Auszubildende in den Innungsbetrieben beschäftigt, etwa so viele wie in den Jahren zuvor – „eine stabile Zahl“, teilte Meinhard Moog, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Marburg, mit. Er rief die Versammlung dazu auf, offene Lehrstellen frühzeitig und regelmäßig der Agentur für Arbeit zu melden, um diese zeitnah neu besetzen zu können.

Dabei spiele auch das Thema Ausbildungsabbruch eine große Rolle, mit dem sich die Unternehmer im Rahmen eines Vortrags auseinandersetzten. Eine Hilfestellung, wenn es zwischen Arbeitgeber und Lehrling einmal kriselt, bietet etwa das Landesprogramm „Qualifizierte Ausbildungsbegleitung in Betrieb und Berufsschule“, kurz „Quabb“.

Ziel der von Land und EU im Rahmen der Fachkräftesicherung geförderten Initiative ist die Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen. Statistisch betrachtet gelten mit 80 Prozent Konflikte mit Ausbildern sowie eine mangelnde Vermittlung der Ausbildungsinhalte als Hauptgrund für einen Abbruch der Lehre, erklärte Referentin Anja Volz von „Arbeit und Bildung“.

Erfahrungsgemäß liege das Problem häufig in einer fehlenden Kommunikation zwischen Lehrling und Arbeitgeber, und das über einen längeren Zeitraum hinweg. „Ausbildungsabbrüche geschehen nicht plötzlich, sie sind ein Prozess.“

Arbeitssicherheit ist stete Herausforderung

Um diese zu vermeiden setze „Quabb“ auf professionelle Beratung aller beteiligten Akteure, biete als Ansprechpartner Lösungsvorschläge und Handlungshilfen in Krisensituationen. Die Beratung von außen könne „sehr hilfreich sein“, lobte Preis das Konzept. Die „große Kunst“ liege darin, Probleme innerhalb der Ausbildung frühzeitig zu erkennen und diesen entgegenzuwirken.

Darüber hinaus beschäftigte sich die Versammlung mit dem Thema Arbeitssicherheit. Den Überblick über das umfangreiche Regelwerk rund um Sicherheit am Arbeitsplatz zu behalten sei eine stete Herausforderung für jeden Betrieb, berichtete Klaus Theisen vom gleichnamigen Ingenieurbüro für Arbeitssicherheit.

„Im Privaten kann man fast machen was man will, nicht so im Beruf“, betonte der Referent. Die Unterweisung der Beschäftigten, regelmäßige Sachkunde-Prüfungen, Risikobewertungen oder betriebliche Anweisungen seien nur einige der erforderlichen Vorkehrungen, die jeder Betrieb einzuhalten habe.

von Ina Tannert

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