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Mai-Arbeitslosigkeit sinkt auf Rekordtief

Landkreis liegt im Bundestrend Mai-Arbeitslosigkeit sinkt auf Rekordtief

Der deutsche Arbeitsmarkt bleibt auf Rekordkurs: Im Mai sank die Zahl der Arbeitslosen auf den niedrigsten Wert in diesem Monat seit 24 Jahren. Die Bundesagentur für Arbeit verzeichnete 2,762 Millionen Erwerbslose. Das waren 81.000 weniger als im April und 120.000 weniger als vor einem Jahr, die Arbeitslosenquote sank um 0,2 auf 6,3 Prozent. Die Entwicklung ist auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf angekommen.

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Die Quote im Landkreis ist binnen Jahresfrist um 0,4 Punkte zurückgegangen.

Quelle: dpa

Marburg. Die Arbeitslosigkeit in Hessen ging ebenfalls weiter zurück. Im Mai waren 177.273 Frauen und Männern arbeitslos gemeldet, 4282 weniger als im April und sogar 7380 weniger als im Vorjahresmai. Auch im Landkreis gibt es weniger Arbeitslose:

Ihre Zahl ging um 447 auf 5196 zurück. Die Quote sank in Jahresfrist um 0,4 Punkte. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis um 7,9 Prozent – „das ist ein Rekordwert“, wie Volker Breustedt, Leiter der Arbeitsagentur Marburg, betont.

5196 Menschen waren hier im Mai arbeitslos gemeldet, 447 weniger als im Mai vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote liegt im Landkreis bei 4,0 Prozent. „Ich finde ja eigentlich immer ein Haar in der Suppe – aber es sieht richtig gut im Landkreis aus“, sagt Volker Breustedt.

Das Minus bei den Arbeitslosen komme nicht nur bei beiden Rechtskreisen an – sondern auch bei allen Personengruppen. So sank die Zahl der Arbeitslosen bei der Agentur für Arbeit binnen Jahresfrist um 2238 Personen oder 8,4 Prozent, die der Langzeitarbeitslosen beim Kreisjobcenter (KJC) um 2958 Personen oder 7,5 Prozent.

Tendenz kommt auch beiden Frauen an

Großer Gewinner ist dabei Stadtallendorf: Durch erhöhte Nachfrage aus dem produzierenden Gewerbe sank die Zahl der Arbeitslosen um satte 12,6 Prozent oder 233 Personen. „Eine solche Entwicklung werden wir in Biedenkopf nicht hinlegen können, weil wir dort schon seit geraumer Zeit eine extrem niedrige Arbeitslosenquote haben“, verdeutlicht Breustedt. Dementsprechend blieb die Quote von 3,2 Prozent dort im Jahresvergleich identisch.

Im Bezirk der Geschäftsstelle Marburg sank die Quote von 4,2 auf 3,9 Prozent. „Eine besondere Entwicklung haben wir mit einem Minus von zwölf Prozent auch bei der Frauenarbeitslosigkeit“, sagte Breustedt. Auch die unter 25-Jährigen profitieren von der Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt: Dort sank die Zahl der Arbeitslosen um 11,5 Prozent. Und bei den Personen älter als 50 Jahre sank die Zahl der Arbeitslosen um 7,7 Prozent oder 130 Personen.

„Und auch bei den Ausländern ist die Kehrtwende geschafft“, so Breustedt: Habe es dort in den vergangenen beiden Monaten jeweils Steigerungen gegeben, so sei die Zahl der Arbeitslosen in dieser Personengruppe im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Prozent gesunken. „Jetzt können wir sagen, dass wir auch bei einem Zustrom von Ausländern in der Lage sind, diesen auf dem Arbeitsmarkt abzupuffern.“

Doch dann schafft es der Agenturleiter doch noch, ein „kleines Haar in der Suppe“ zu finden: Denn im Mai nahmen nur 576 Menschen eine neue Arbeit auf – „ein leichtes Minus von 6,8 Prozent“, wie Breustedt sagt. Doch es werden auch weniger Menschen entlassen: Nur 408 Personen haben sich im Mai neu arbeitslos gemeldet, ein Minus von 42 Prozent. „Es gab also extrem wenige Entlassungen, die Firmen setzen darauf, ihre Mitarbeiter zu halten“, ordnet Breustedt ein.

Breustedt sieht Qualifikation als Schlüssel

Die Werte auf dem heimischen Markt seien also sehr gut – für die Agentur gehe es nun hauptsächlich darum, die Arbeitslosen weiter zu qualifizieren. Denn dies sei der Schlüssel für eine erfolgreiche Vermittlung. Daher habe man auch mehr in die Qualifizierung investiert – im Vergleich zum Vorjahr knapp 15 Prozent.

„Der Trend wird immer weiter zur Qualifikation gehen, denn dort gibt es bei vielen, die arbeitslos sind, Defizite“, so Breustedt. Beim Ausbildungsmarkt verzeichnet die Agentur ein Plus bei den Bewerbern um 8,1 Prozent auf 1676. Denen gegenüber standen 1462 gemeldete Ausbildungsstellen, was einem Zuwachs von 6,9 Prozent entspricht „und gegenüber den Vorjahren ein absolutes Hoch ist“, sagt der Agenturleiter.

821 Bewerber seien derzeit noch unversorgt, was aber laut Breustedt kein Problem darstelle, „der Ausbildungsmarkt ist gut“, so Breustedt. 615 Ausbildungsstellen sind derzeit noch unbesetzt, was einer Steigerung zum Vorjahr um 6,8 Prozent entspricht.

Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow (CDU), zuständiger Dezernent für das KJC, ist ebenfalls zufrieden. „Die guten Werte dieses Monats spiegeln die positiven Prognosen der vergangenen Monate deutlich wider. Seit Jahresbeginn hat sich der Arbeitsmarkt im Vergleich zum Vorjahr nochmals verbessert. Damit bewegen sich die aktuellen Zahlen auf einem sehr erfreulichen Niveau“, kommentierte er.

„Trotz der insgesamt günstigen Entwicklung bleibt die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit weiterhin ein Kernthema. Besonders betroffen sind vor allem Menschen ohne Ausbildung“, so Zachow. Ziel sei es, den langzeitarbeitslosen Menschen neue Perspektiven zu eröffnen und sie nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Auch Zahl der Bedarfsgemeinschaften sinkt

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist erneut gesunken – auf 2958. Im Vergleich zum Vormonat sind das 89 Personen oder 2,9 Prozent weniger, im Vergleich zum Mai vergangenen Jahres gar 241 Personen oder 7,5 Prozent. Die Quote der arbeitslosen Grundsicherungsempfänger lag im Mai bei 2,4 Prozent. Im Vergleich mit dem Vorjahr sank der Wert damit um 0,1 Punkte.

Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt spiegelt sich nun auch erstmals in diesem Jahr bei der Anzahl der Bedarfsgemeinschaften, also die Zahl der Familien und Lebensgemeinschaften, die auf sogenannte Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind, wider.

Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften ist im Vergleich zum Vormonat um 0,6 Prozent oder um 39 auf 6376 Bedarfsgemeinschaften gesunken. Verglichen mit dem Vorjahresmonat bedeutet dies aber immer noch einen Anstieg um 101 Bedarfsgemeinschaften oder 1,6 Prozent.

Bei den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist im Vergleich zum Vormonat ein Rückgang um 0,3 Prozent oder 29 Personen auf 8306 Personen zu verzeichnen. Im Jahresvergleich liegt die Zahl um 2,6 Prozent oder 210 Personen über dem Wert des Vorjahres.

von Andreas Schmidt

 
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