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Mädchen begeistern sich für Technik

Mint-Girls-Camp von Provadis Mädchen begeistern sich für Technik

Mit einem Mint-Girls-Camp wollte Provadis bei Mädchen das Interesse an Berufen aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik 
wecken.

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Die 15-jährigen Jara Schönhut (links) und Denise Daniel lernten während des Mint-Camps die Arbeit im Labor kennen.

Quelle: privat

Marburg. Bernd Batz, Ausbildungsleiter bei Provadis, dem Ausbildungsdienstleister am Standort Behringwerke, sieht „ein klares Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern, besonders im mechatronischen Bereich. Derzeit haben wir 35 junge Menschen, die bei uns ihren Techniker machen, darunter lediglich ein Mädchen“.

Auch die Teamerinnen Lisa Spornitz und Johana Gübel, die das Camp begleiteten, wissen, dass sie eher eine Ausnahme in ihren Berufen sind. Spornitz absolvierte eine Ausbildung als medizinisch-technische Assistentin, Gübel arbeitet als Pharmaingenieurin. „Es ist leider immer noch so, dass sich viel weniger Mädchen für Studiengänge oder Ausbildungen im Mint-Bereich, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, gewinnen lassen,“ bestätigte Gübel. „Da herrschen noch immer alte Rollenbilder vor, sodass die Jungs da viel mehr eingebunden werden“, fügt Lisa Spornitz hinzu.

„Ich wollte schon immer
 was mit Chemie machen“

Damit sich an diesen Umständen endlich etwas ändert, verteilte das Gemeinschaftsprojekt von Provadis und der hessischen Sportjugend seit Januar Flyer an weiterführenden Schulen in Hessen, sodass auch in diesem fünften Jahr der Aktion wieder 20 Mädchen von 14 bis 16 Jahren an dem Projekt teilnahmen. Geboten wurde ein abwechslungsreiches Programm mit vielen Möglichkeiten, sich in den verschiedenen Ausbildungsbereichen am Standort Behringwerke umzusehen.

So wurden Salben angerührt, Verlängerungskabel hergestellt und fleißig mit Java programmiert. Darüber hinaus gab es auch ein abwechslungsreiches Sportprogramm. Am Abschlusstag wurde schließlich mit Beatrix Weber von der Arbeitsagentur die perfekte Bewerbung geprobt, mit Anleitungen zur idealen Erstellung der Unterlagen und Tipps zum bestmöglichen Einstieg in den Arbeitsmarkt.

Viele Mädchen waren anschließend von einem Karriereweg im Mint-Bereich überzeugt, allerdings hatte dies bei einigen bereits im Vorfeld festgestanden. „Ich wollte schon immer was mit Chemie machen und das Camp hat mich darin absolut bestätigt“, sagte die 15-jährige Elise Schrön, die durch Plakate auf das Projekt aufmerksam wurde. Ihrer Ansicht nach bestehen schon in der Schule alte Denkmuster: „Leider wird heute noch oft vermittelt, dass die Jungs die besseren Mechaniker wären und man wird komisch angeschaut, wenn man als Mädchen was in dem Bereich machen möchte.“

Die 16-jährige Anuschka Lehnert hat ähnliche Erfahrungen gemacht. „Ich wollte schon immer Neurobiologie machen, da ist es mit der Verteilung nicht mehr so extrem, aber schon in meinem Schachclub bin ich wieder die Einzige. Da heißt es dann immer: ,So, du spielst jetzt gegen das Mädchen.‘“

von Marcus Hergenhan

Nora Hafermaas bei der Herstellung eines Verlängerungskabels. Privatfoto
 
 
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