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Lokaler Fachhandel bleibt gefragt

Marburger Unternehmen auf der Musikmesse Lokaler Fachhandel bleibt gefragt

Innovation und die Erschließung neuer Märkte: Mit diesen Rezepten will das Marburger Großhandelsunternehmen Musik Meyer in der Branche ganz oben mitspielen.

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Die Geschäftsführer Jörg Pfob (links) und Dietmar Kittel auf dem Frankfurter Messestand von Musik Meyer.

Quelle: Carsten Beckmann

Frankfurt. Von Krisenstimmung ist auf den ersten Blick wenig zu spüren: Laut, bunt und sehr lebendig präsentiert sich die Branche der Instrumentenbauer auf der Frankfurter Musikmesse. Vor allem laut, denn die Aussteller haben offenbar auch in diesem Jahr den sportlichen Ehrgeiz, sich nach Kräften gegenseitig zu übertönen.

„Man gewöhnt sich daran“, sagt Jörg Pfob. Für den Geschäftsführer des Marburger Instrumentengroßhändlers Musik Meyer und seinen Kollegen Dietmar Kittel gehört konzentriertes Arbeiten im ungesunden Dezibelbereich zum Messealltag.

Einzelhändler, Vertriebspartner, Hersteller steuern den Meyer-Stand auf dem Frankfurter Messegelände an – Austausch und Kontaktpflege in einem Geschäft, das nach Pfobs und Kittels Einschätzung nicht wirklich in der Krise steckt. „Aber richtig, es gibt drastische Veränderungen in der Handelslandschaft, und wir müssen uns ständig neuen Gegebenheiten anpassen“, sagt Kittel. Internet hin, Internet her – es geht um Musikinstrumente, und da sei immer noch der lokale Fachhandel gefragt, sagen die beiden Meyer-Geschäftsführer.

Handel erkennt Zeichen der Zeit

Doch dass die Zeit schnelllebig ist, dass Kinder und Jugendliche ihr Portemonnaie eher für das neue Smartphone öffnen als für die Anschaffung eines Musikinstruments, dass der potenzielle Musiknachwuchs sich nicht auf das langwierige Erlernen eines Instruments konzentrieren mag – das wissen Pfob und Kittel so gut wie ihre Branchenkollegen. „Da sind die Schulen und ähnliche Einrichtungen gefragt“, fordert Pfob und fügt hinzu: „Mit dem Kulturgut Musik schmückt sich doch jeder gern, dann muss da auch entsprechend investiert werden.“

Der Handel selbst versucht unterdessen, die Zeichen der Zeit zu erkennen und sich entsprechend auszurichten. „Vor fünf Jahren gab es mal wieder so einen Bandboom, und auf dieser Welle handgemachter Musik ließen sich Gitarren und Schlagzeuge gut verkaufen“, erinnert sich Kittel. Mittlerweile konzentriere sich der Geschmack eher auf Elektronik: „Das Geschäft ist Wellenbewegungen unterworfen, wir müssen uns ständig neu ausrichten.“

Doch die Marburger Großhändler schöpfen ihre Zuversicht aus den Marken, die sie vertreten: „Das sind starke Partner, die unsere Bedeutung für den Handel unterstreichen“, sagt Pfob und spricht dabei unter anderem von Weltfirmen wie Hohner, Marshall oder Gibson. Deutschland, Österreich, die Schweiz und die Beneluxstaaten – Musik Meyer hat sich längst als europäischer Player etabliert. Doch das Unternehmen mit seinen knapp 200 Mitarbeitern peilt von Wehrda aus auch neue Märkte an.

Meyer-Geschäftsführer: Messe muss attraktiver werden

„Wir wollen uns stärker nach Osteuropa – etwa nach Polen – orientieren“, umreißt Pfob die Ziele des Unternehmens, das zuletzt 2012 seine Lagerkapazitäten in der Industriestraße noch einmal erheblich ausweitete und fest damit plant, auch in Zukunft vom Marburger Standort aus die Produkte seiner Partner an die Endverbraucher zu bringen.

Das Konzept der Frankfurter Musikmesse beurteilen die Meyer-Geschäftsführer mit gemischten Gefühlen – denn die Mischung aus Handelsschau und Publikumsveranstaltung ist für alle Beteiligten kompliziert: „Die Messe selbst muss sich da positionieren und ihre Attraktivität steigern“, fordern Pfob und Kittel: „Man kann es nicht den Ausstellern überlassen, für den Glamourfaktor zu sorgen.“

Die Branche selbst sehen die Meyer-Manager unterdessen in der Pflicht, noch innovativer zu sein – die Messeneuheiten des Jahres 2015 seien weitgehend „Weiterentwicklungen bekannter Dinge“.

von Carsten Beckmann

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