Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Logistikzentrum nimmt Betrieb auf

SW-Motech Logistikzentrum nimmt Betrieb auf

Ein halbes Jahr nach dem Spatenstich weihte das Rauschenberger Unternehmen SW-Motech am Montag sein neues Logistikzentrum ein.

Voriger Artikel
„Ich wollte auf dieses Treppchen“
Nächster Artikel
Speicherpanne legt Testfahrzeug lahm

Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (von links), Dr. Lars Witteck (Vorstand Volksbank Mittelhessen), Jürgen Swora (Geschäftsführer SW-Motech), Landrätin Kirsten Fründt, Michael Emmerich (Bürgermeister Rauschenberg) und Sparkassen-Vorstandsmitglied Jochen Schönleber durchschnitten symbolisch das Band.

Quelle: Andreas Schmidt

Rauschenberg. Vor drei Jahren hatte das Unternehmen ­begonnen, die Grundstücke für das Bauvorhaben zu kaufen, wie Geschäftsführer Jürgen Swora noch einmal Revue passieren ließ. Problematisch sei gewesen, „dass die Kirche zunächst ihre Verkaufsabsicht signalisiert hat – als jedoch herauskam, dass Jörg Diehl und ich keine Mitglieder sind, wurde das Angebot zurückgezogen“, erinnert sich Swora. Die Politik habe sich eingeschaltet, sodass es letztlich doch zum Verkauf gekommen sei.

Auch die Umwidmung von landwirtschaftlicher Nutzfläche in ein Gewerbegebiet sei vorangetrieben worden – vor allem, nachdem klar gewesen sei, „dass der Ameisenbläuling nicht hier wohnt“, sagte Swora schmunzelnd mit Hinblick auf den Naturschutz. Mit fünf Millionen Euro sei der Bau etwa zehn Prozent teurer geworden, als ursprünglich veranschlagt – Fördermittel gab es vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

„Diese Halle ist für uns ein Meilenstein in der Firmengeschichte“, sagte Swora, eine solche ­Investition habe man sich vor fünf Jahren noch nicht vorstellen können. Bereits mehrfach wurde auf dem Betriebsgelände im hessischen Rauschenberg und auch in der Fertigungsstätte im tschechischen Vojkovice aus- und umgebaut.

Doch sei das Unternehmen kontinuierlich gewachsen, „wir erwarten auch in diesem Jahr wieder ein zehnprozentiges Umsatzplus“, so der Geschäftsführer. Mit dem neuen Zentrum wolle man der Nachfrage nach kurzen Lieferzeiten Rechnung tragen – „der Kunde erwartet heute am nächsten Tag seine Ware“. Dabei liefere SW-Motech heute in 65 Länder weltweit. Nun sei man für die kommenden Jahre gut gerüstet.

1999 von drei begeisterten Motorradfahrern in einem Stall in Bracht gegründet, zählt SW-Motech heute zu den weltweit führenden Anbietern von Motorradzubehör und beschäftigt mehr als 120 Mitarbeiter und 12 Auszubildende alleine am hessischen Hauptsitz.

Für Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU) ist klar: „Mit dieser Halle ist das Unternehmen bestens aufgestellt, um die logistischen Anforderungen der Zukunft zu erfüllen.“ Die Investition sei auch ein Zeichen für die Region – „wenn Sie gewusst hätten, wie groß Sie mal werden, hätten Sie sich diesen Standort wahrscheinlich nicht ausgesucht“, so Schäfer. Umso wichtiger sei die Entscheidung für Rauschenberg.

Vertrauen in die eigene Stärke und die Mitarbeiter

Landrätin Kirsten Fründt (SPD) bescheinigte den Unternehmern: „Man merkt, dass Sie für Ihre Idee brennen und Ihr ganzes Herzblut hineinstecken“ – das sei mit ein Garant für den Erfolg von SW-Motech. Das Unternehmen benötige das Logistikzentrum, „um weltweit am Markt bestehen zu können“ – schwierig sei es indes, die passenden Fachkräfte zu finden, „noch dazu, wo wir im Landkreis quasi Vollbeschäftigung haben“. Daher wolle die Politik die Unternehmer beim Austausch mit Netzwerkpartnern weiterhin unterstützen.

Dr. Lars Witteck, Generalbevollmächtigter der Volksbank Mittelhessen, betonte, dass die Entscheidung für dieses Logistikzentrum von Mut geprägt sei, „es mag Orte geben, die näher an den großen Verkehrsachsen des Landes liegen, wo es leichter ist, Entwickler anzulocken oder die vom kulturellen Umfeld mehr Urbanität ausstrahlen – aber Sie vertrauen in Ihre Stärke und in die Menschen, die hier seit Jahren mit Ihnen und für Sie arbeiten“, sagte er. Mit diesem Vertrauen in die Menschen erweise das Unternehmen „einen großen Dienst für die Region“, so Witteck.

von Andreas Schmidt

Hintergrund
Das neue Logistikzentrum in Rauschenberg umfasst eine ­Gesamtfläche von 5 100 Quadratmetern: 4 200 Quadratmeter ­Lager sowie Warenein- und ausgang und 900 Quadratmeter ­Bürofläche, die auf drei Etagen in einem Kopfbau realisiert wurden. Der umbaute Raum beträgt rund 48 000 Kubikmeter, die Baukosten belaufen sich auf etwa 5 Millionen Euro.
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr