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„Likes“ ergeben 500 Liter Milch für Kinder

Traditionsmolkerei spendet an Kindertafel „Likes“ ergeben 500 Liter Milch für Kinder

Die Marburger Traditionsmolkerei hatte versprochen: Für jede Aktion auf der Facebook-Seite spendet sie einen halben Liter Milch für die Kindertafel. Nun fand die erste Übergabe statt.

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Bei der Übergabe der ersten Milchkartons: Waltraud Dorn, Sebastian Schulz, Katharina Henkel, 
Oliver Marquardt und Hans-Werner Wege.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Zwei Wochen lang lief die Aktion auf der Facebook-Seite der Molkerei – mehr als 700 Aktionen waren durch „Liken“ und Teilen zusammengekommen, was rechnerisch 352 Liter Milch für die Kindertafel Stadtallendorf, einer Zweigstelle der Marburger Tafel, entsprach. Diese Zahl war Hans-Werner Wege, dem geschäftsführenden Vorstand, jedoch zu krumm: Er rundete die Literzahl kräftig nach oben auf 500 Liter auf.

Kürzlich wurden die ersten 120 Liter übergeben. Waltraud Dorn, Leiterin der Kindertafel in Stadtallendorf, sagte: „Wir haben rund 120 Kinder und können so den Bedarf vier Wochen lang decken, das ist toll.“

Dementsprechend wird sie nun einmal wöchentlich zur Traditionsmolkerei fahren und die Milch entgegennehmen – immer frisch, denn das ist das Credo der Marburger Molkerei. „Wir freuen uns, wenn wir diese gesunde Vollmilch an unsere Kunden ausgeben können – das ist schon etwas ganz Besonderes.“

Wege: „Selbstverständlich, etwas zurückzugeben“

Oliver Marquardt, der den Vorstand der Traditionsmolkerei seit 2013 im Marketing unterstützt, sagte zu der Aktion: „Insgesamt waren es sogar weit mehr als 1000 Aktionen. Aber die Kampagne bezog sich ja explizit auf den einen Artikel. Und da sind mehr als 700 Aktionen ein sehr guter Wert.“ Bereits 2014 hatte die Molkerei die Aktion in dieser Form gefahren, „da gab es weit weniger Interaktion – die Reichweite ist also enorm gestiegen, es gab rund 200 neue Abonnenten der Seite“, sagt Marquardt.

Hans-Werner Wege betont, dass die Regionalität der Marburger Milch der entscheidende Punkt sei – „bei uns gibt es keinen Quatsch, wie zum Beispiel bei ägyptischen Bio-Kartoffeln, die schon mit allen möglichen Mitteln behandelt werden müssen, damit sie den Transport zu uns überhaupt überstehen“. Im Gegensatz dazu verpflichtet sich die Traditionsmolkerei zu 100 Prozent der Regionalität und der Gentechnikfreiheit. Außerdem lege man Wert auf nachhaltiges Handeln – und soziales Engagement.

Wege erklärt: „Wir sind aus der Region gewachsen. Ohne unsere Landwirte und die treue Kundschaft würde es uns nicht geben. Daher ist es für uns selbstverständlich, etwas zurückzugeben und in jeder Hinsicht fair und sozial zu handeln.“

Trotz der vergleichbar geringen Unternehmensgröße sehe man großen Sinn darin, für soziale Einrichtungen, gute Zwecke oder auch für Veranstaltungen wie den Jugendsport zu spenden. So erhalten Kindergärten, Schulen, Verbände oder Vereine aus dem ganzen Landkreis regelmäßig Unterstützung in Form von Sachspenden.

Turnjugend gehört zu Empfängern

Zu den Geförderten zählen etwa die Elterninitiative für leukämie- und tumorkranke Kinder oder TerraTech-Förderprojekte aus Marburg. Die jungen Kicker von Blau-Gelb Marburg erhalten zu ihren Turnieren 
regelmäßig Gratis-Milch und tragen die Traditionsmolkerei auf ihrem Trikot.

Im Jugendsport wurde auch das Landesjugendturnfest in Marburg mit 3000 Litern Milch und Joghurt unterstützt. Und auch die Marburger Tafel kann sich – insbesondere an der Ausgabestelle der Kindertafel in Stadtallendorf – über regelmäßige Spenden freuen.

Die Traditionsmolkerei beteiligte sich auch an der Installation von drei öffentlich zugänglichen Defibrillatoren im Schwimmbad Aquamar, im Schwimmbad Wehrda und dem Bauaufsichtsgebäude in der Oberstadt. Die Anschaffung eines Anhängers für die Verkehrswacht zur Verkehrserziehung, den Kauf eines Transporters für den Seniorentransport des Elisabethvereins und den eines städtischen Transporters für soziale Aufgaben unterstützte die Molkerei ebenfalls. So seien seit der Gründung im Jahr 2012 bereits rund 10.000 Euro für soziale Projekte zusammengekommen.

Der Erfolg gibt der Marke Recht. Die Verkaufsmenge stieg seit 2013 auf fast das Doppelte – trotz eines harten Wettbewerbs und stark schwankender Milchpreise. Hans-Werner Wege ist optimistisch: „Wir haben inzwischen viele Handelspartner gewinnen können. Wenn wir zudem noch weiter neue Verbraucher von unseren hochwertigen Milchprodukten überzeugen können, ist das für unser kleines Regionalunternehmen eine große Chance, sich zu behaupten.“

von Andreas Schmidt

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