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Licht in Sicht: Seidel stellt nun LED-Lampen her

Marburger Unternehmen Licht in Sicht: Seidel stellt nun LED-Lampen her

Die Firma Seidel, die bisher Aluminiumprodukte für die Kosmetikindustrie herstellt, steigt ins moderne Lichtgeschäft ein. Damit entstehen zunächst 50 neue Arbeitsplätze in der Region.

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LED-Lampen, die in der Herstellung weniger Material verbrauchen, sind die neuen Produkte aus Fronhausen.

Quelle: Carus GmbH

Marburg. „Eine neue Welt kommt auf uns zu“, sagt Dr. Andreas Ritzenhoff, Inhaber und Geschäftsführer der Firma Seidel. Das Unternehmen stellt bisher in Marburg und Fronhausen Kunstoffbehälter- und Verpackungen für die Kosmetikindustrie her - Parfümflacons und Lippenstifthülsen zum Beispiel. Nun steigt Seidel beziehungsweise das neu gegründete Tochterunternehmen Carus in die Licht-Branche ein. Das Geschäft mit Leuchten ist im Umbruch: Osram streicht fast jeden fünften Arbeitsplatz in Deutschland, die klassische Glühbirne ist bereits Vergangenheit. Licht emittierende Dioden (LED) erobern den Markt.

LED-Chips aus Silicon Valley

Seidel will LED-Lampen auf besonders innovative Weise produzieren: Vor zwei Jahren habe man mit der Entwicklung begonnen, sich in Silicon Valley umgeschaut, externe Berater geholt und viel gelernt, berichtet Ritzenhoff. „Davon werden wir auch in der Kosmetikproduktion profitieren“, so der Firmenchef. Doch zunächst bereitet sich das Unternehmen darauf vor, Ende August mit der Produktion der LED-Lampen zu beginnen.

Auf der ersten Fertigungslinie sollen LED-Lampen in der klassischen Glühlampenform mit maximalen Stückzahlen hergestellt werden. Auf der zweiten Fertigungslinie sollen unterschiedliche Lampentypen in variablen Stückzahlen produziert werden. In diesem Jahr sollen ein Million LED-Leuchten pro Monat in Fronhausen hergestellt werden. Dort war vor einem Jahr ein Produktionsgebäude neu eröffnet worden.

Ab 2015 sollen es 24 Millionen pro Jahr sein, sagt Ritzenhoff im OP-Gespräch. Die Elektronik, zum Beispiel die LED-Chips, kauft das Marburger Familienunternehmen im Silicon Valley. In Fronhausen werden dann verschiedene Bauteile entwickelt und hergestellt und mit den Chips kombiniert. Auch die Verpackung erfolgt in Fronhausen.

Konkurrenz in China

Die neuen Lampen sind zirka 60 Prozent leichter als herkömmliche. Damit können jährlich Einsparungen von 260 Tonnen Aluminium, 20 Tonnen Zinn, 40 Tonnen Kupfer und 10 Tonnen Kunst- und Klebstoffen erreicht werden, erklärt das Bundesumweltministerium, das das Projekt der Marburger Firma mit fünf Millionen Euro fördert.

Statt der klassischen 60-Watt-Birne rentiere sich heute eine 8,6-Watt-LED-Lampe als Leuchtmittel, sagt Ritzenhoff. Die Entwicklung stamme aus Deutschland, doch produziert werde meist in Asien. Denn bisher sind in erster Linie die Chinesen erfolgreich mit der Herstellung solcher LED-Lampen, sagt Ritzenhoff. Nun sollen auch aus Fronhausen LED-Leuchten auf den deutschen und europäischen Markt kommen. Weil Produkte „made in Germany“ gefragt seien, habe er große Handelspartner gefunden, die die Marburger Leuchten verkaufen wollen, so Firmenchef Ritzenhoff.

Da Wege aus Asien vermieden werden, könnten durch eine „schnelle Verbreitung der sparsamen Produkte jährlich 550000 Tonnen Kohlenstoffdioxid-Emissionen bei den Endkonsumenten vermieden werden“, rechnet das Umweltministerium vor. Seidel entwickelt und produziert seit dem Jahr 1830 Designprodukte aus Aluminium. Das Kerngeschäft ist in der Kosmetikindustrie. Seidel produziert an drei Standorten: in Marburg, Fronhausen und im Ebsdorfer Grund. Insgesamt hat das Unternehmen 650 Arbeitsplätze, mit dem zweiten Standbein entstehen zunächst 50 neue Stellen. Weitere sollen folgen.

von Anna Ntemiris

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