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Wöchentliche Tour statt Buchhandlung

Lenis Buchladen hat geschlossen Wöchentliche Tour statt Buchhandlung

In der zweitgrößten Stadt des Landkreises gibt es keine Buchhandlung mehr. „Lenis Buchladen“ musste nach zehn Jahren aus finanziellen Gründen aufgeben.

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Weitestgehend leergeräumte Regale in „Lenis Buchladen“ in Stadtallendorf kurz vor dessen Schließung.

Quelle: Florian Lerchbacher

Stadtallendorf. Nachdem zuvor bereits einige Geschäfte in der Umgebung aufgaben, musste auch Stefanie Haase sich nun mit ihrem Buchladen in der Marktstraße zurückziehen. Dieser sei vor allem im vergangenen Jahr einfach nicht mehr rentabel gewesen, erklärt die Inhaberin leicht resigniert.

„Ich habe ein Jahr lang nur draufgezahlt und bin dadurch tief in die Schulden gerutscht“, berichtet Haase im Gespräch mit der OP. Um die Kosten für den Laden zu decken, gebe es in Stadtallendorf zu wenige potenzielle Käufer. In der Innenstadt käme „einfach keine Laufkundschaft“ vorbei. Die Schließung sei die logische Folge. „Am Ende muss ich ja auch davon leben“, sagt sie.

Generell habe es der Buchhandel durch die Konkurrenz aus dem Internet immer schwerer – dies habe die Entwicklung vermutlich noch beschleunigt. Allein darauf ist das Aus aber wohl nicht zurückzuführen. In Kirchhain existiert schließlich noch eine weitere „Lenis Buchladen“-Zweigstelle.

Besitzerin: Kundenstamm ist „mir ans Herz gewachsen“

„Da funktioniert es noch“, verrät Haase. Das Publikum in der Nachbarstadt ist noch vorhanden. Ob dieser Unterschied auf die Struktur Stadtallendorfs als Arbeiterstadt zurückzuführen ist oder andere Gründe hat, bleibt offen.

„Eine Stadt ohne Buchladen ist schon traurig“, sagt Haase, die im Prinzip auch gerne in der zweitgrößten Stadt des Landkreises geblieben wäre. „Ich war sehr gerne dort“, erzählt die ­Ladenbesitzerin, die zehn Jahre lang in Stadtallendorf vertreten war. Nicht zuletzt, weil sie trotz aller Probleme mit dem Publikumsverkehr einen Stamm 
treuer Kunden aufgebaut hatte, „der mir ans Herz gewachsen ist“.

Ganz verzichten müssen diese aber auch in Zukunft nicht auf den Buchladen ihres Vertrauens. Einmal in der Woche – immer dienstags – wird Haase zukünftig eine Tour durch die größte Stadt des Ostkreises machen, verschiedene Stellen abfahren und Bestellungen aufnehmen beziehungsweise ausliefern. Dazu gehörten Schulen, Kanzleien, Firmen wie Ferrero und HOPPE, aber auch „der ein oder andere Privatkunde“.

von Peter Gassner

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