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Leidenschaft für die Eintracht

Sommerempfang Leidenschaft für die Eintracht

Der Sommerempfang der Gemeinde Breidenbach hat schon Tradition - in diesem Jahr fand er bei Buderus Guss statt. Gaststar war der Fußballer Karl-Heinz Körbel.

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Gaststar Karl-Heinz „Charly“ Körbel berichtete aus seinem bewegten Leben.

Quelle: Hartmut Bünger

Breidenbach. Zunächst aber stellte Buderus-Geschäftsführer Gerhard Pfeifer den rund 130 Besuchern die gastgebende Firma vor. „Buderus Guss ist Breidenbach und Breidenbach ist Buderus Guss“, verwies Pfeifer auf die 104-jährige Geschichte des Unternehmens und die enge Symbiose zwischen „der Hütt“ und der Gemeinde.

Buderus Guss beschäftige derzeit an drei Standorten 1.000 Mitarbeiter, davon rund 740 in Breidenbach. Der Umsatz liegt bei 200 Millionen Euro. Rund 25 Millionen Euro investiert das Unternehmen jedes Jahr in neue Anlagen sowie in Instandhaltung und Wartung. „Wir sind weiterhin auf Wachstumskurs“, sagte der Geschäftsführer.

Was das für die vergangenen Jahre bedeutete, untermauerte er mit zwei Zahlen: Im Jahr 2012 verarbeitete Buderus Guss in Breidenbach 140.000 Tonnen Flüssigeisen, im laufenden Jahr sind es 180.000 Tonnen – genug für 18 Millionen Bremsscheiben. Pfeiffer: „Wir stellen in Breidenbach Sicherheit her für Millionen von Autofahrern.“

Es sei in den 80er-Jahren eine mutige Entscheidung gewesen, sich auf Bremsscheiben zu konzentrieren, sagte Pfeifer, und damit auf ein einziges Produkt in hoher Stückzahl und mit einer hochautomatisierten Fertigung. Sie habe sich jedoch als richtig erwiesen: „Wir sind heute Marktführer in Europa.“

Gehirn ist Basis für Modell im Senckenberg-Museum

Er ist fest überzeugt, dass die Firma auch für die Zukunft gut aufgestellt ist. Mit der „Idisc“ hat sie nach acht Jahren Entwicklungszeit eine Bremsscheibe vorgestellt, die aufgrund ihrer Wolfram-Karbit-Beschichtung nahezu staubfrei ist, keine Korrosion aufweist und über eine extrem hohe Lebensdauer verfügt.

Nach einer Rede von Bürgermeister Christoph Felkl (SPD) stand der Rekord-Bundesligist „Charly“ Körbel Rede und Antwort – auch zu dem Projekt, das ihn in die Schlagzeilen gebracht hat: Ein Scan seines Gehirns ist die Basis eines etwa sechs mal acht großen, rund eine Million Euro teuren Gehirnmodells, das im Senckenbergmuseum zu sehen sein wird. „So einen Hype habe ich noch nie erlebt“, berichtete der Fußballer, selbst Uli Hoeneß habe ihn angerufen.

Karl-Heinz Körbel zeigte sich so, wie ihn seine Fans seit Jahrzehnten kennen: offen, geradeheraus und bodenständig. Er berichtete, gespickt mit vielen Anekdoten, von seinen vier Pokalsiegen mit der Eintracht, einem Praktikum bei Bayern München, seinem Verhältnis zu den heutigen Spielern und seinen wenigen Einsätzen in der Nationalmannschaft. Bei all dem schimmerten immer wieder seine Liebe zum Fußball und seine Treue zur Eintracht durch, für die er 19 Jahre lang auf dem Platz stand und 602 Spiele in der Bundesliga bestritt.

„Das war für mich immer wichtig: der Zusammenhalt“, erklärte Körbel. Dieser Kontakt zu den ehemaligen Spielern wirke in seinem Leben bis heute fort. Leider sei das in der heutigen, von Spielerberatern geprägten Zeit anders, bedauerte der Fußballer. Die heutige Generation habe nur noch selten eine enge Bindung an „ihren“ Verein.

von Hartmut Bünger

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