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Lebensmittel sind günstiger geworden

OP-Warenkorb Lebensmittel sind günstiger geworden

Russlands Importstopp sorgt für volle Lager und kräftig purzelnde Preise in heimischen Supermärkten. Deutschlands Discounter sind angriffslustig wie lange nicht mehr und zücken bei vielen Produkten den Rotstift. Vor allem für Obst und Milchprodukte muss weniger bezahlt werden – das zeigt auch der OP-Warenkorb.

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Seit mittlerweile neun Jahren füllt die OP regelmäßig einen „Warenkorb“ mit den immer gleichen Artikeln, um Preissteigerungen zu dokumentieren.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Anfang August verhängte Russlands Präsident Wladimir Putin ein Importverbot von Lebensmitteln aus westlichen Staaten. Die Lager hierzulande werden deshalb immer voller – und die Preise purzeln kräftig. Das bestätigt auch der OP-Warenkorb. Zahlten wir für die 35 enthaltenen Produkte Anfang des Jahres noch insgesamt 99,16 Euro, waren jetzt nur noch 96,40 Euro fällig. Günstiger geworden sind vor allem Obstsäfte und Milchprodukte, aber auch Drogerieartikel wie Duschgel und Rasierschaum. Einzig für die Kiste Wasser musste mehr bezahlt werden.
Quasi im Wochentakt werben die Discounter in Deutschland mit weiteren Preissenkungen – allen voran Marktführer Aldi. Das Fachblatt „Lebensmittel Zeitung“ spricht angesichts der aggressiven Attacken und Marketingaktionen bereits von einem „Wettrüsten“. Und ein Ende ist – zur Freude der Verbraucher – nicht in Sicht. Es gibt kaum ein Produkt, bei dem Aldi in diesem Jahr nicht den Rotstift angesetzt hat. Wie die „Lebensmittel Zeitung“ unter Berufung auf den Wirtschaftsinformationsdienst „Preiszeiger“ berichtete, verbilligte der Discounter in den ersten zehn Monaten des Jahres mehr als ein Viertel seines Sortiments.
Zwar gab es auch Preissteigerungen, doch war deren Zahl deutlich niedriger als die der Rotstiftaktionen. Der Rückgang vieler Rohstoffpreise gibt dem Discounter dafür den nötigen Spielraum, so Handelsexperte Matthias Queck vom Marktinformationsdienst Planet Retail.

Auswirkungen haben die Preissenkungen im Bereich der Lebensmittel auch auf die Inflationsrate. Diese lag in Hessen im November bei 0,5 Prozent – der niedrigste Wert seit vier Jahren, wie das Statistische Landesamt mitteilte. Im Vergleich zum Oktober sank das Preisniveau für Nahrungsmittel um 0,7 Prozent. Billiger wurden binnen Monatsfrist Obst (minus 3,7 Prozent, Molkereiprodukte und Eier (minus 2,0 Prozent), Speisefette und -öle (minus 0,5 Prozent), Fleisch und Fleischwaren sowie Brot und Getreideerzeugnisse (jeweils minus 0,2 Prozent). Für Gemüse (plus 1,5 Prozent) und Fisch (plus 0,5 Prozent) zahlten die Verbraucher dagegen höhere Preise. Gegenüber November des Jahres 2013 waren Nahrungsmittel insgesamt 0,3 Prozent billiger.

Obst und Käse 30 Cent günstiger als im März

Im Vergleich zum Frühjahr wurden im OP-Warenkorb besonders Ananasscheiben, Käse, Duschgel und Haarfestiger günstiger (jeweils 30 Cent). Auch für Apfel- und Orangensaft musste weniger bezahlt werden (14 Cent). Milchprodukte wurden im Schnitt zehn Cent billiger, Bier, Rasierschaum und Babypflegemittel 20 Cent.
Nachdem sich beim März-Einkauf die gestiegenen Preise – damals war der Einkauf der teuerste in der Geschichte des OP-Warenkorbs – vor allem bei den alkoholischen Getränken bemerkbar machte, ist seither Mineralwasser teurer geworden. Das Statistische Landesamt bestätigt das: Bier (minus 2,0 Prozent) und Wein (minus 0,2 Prozent) waren im November billiger als noch vor einem Jahr, Bohnenkaffee (plus 13,6 Prozent) und Mineralwasser (plus 3,8 Prozent) teurer.

Hintergrund: Der OP-Warenkorb

Die OP füllt ihren Warenkorb seit dem Jahr 2005 regelmäßig mit den immer gleichen 35 Artikeln aus den gleichen vier Supermärkten in Marburg. Der bislang günstigste Einkauf stammt aus dem Sommer 2010. Damals mussten für die 35 Artikel nur knapp 93 Euro bezahlt werden. Der teuerste Einkauf stammt aus diesem Frühjahr: 99,16 Euro waren damals an der Kasse fällig.

von Katharina Kaufmann, dpa

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