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Landkreis punktet mit stabilem Arbeitsmarkt

Arbeitslosenzahlen Landkreis punktet mit stabilem Arbeitsmarkt

„Das Wort Krise passt zu unserem Arbeitsmarkt derzeit überhaupt nicht - er präsentiert sich äußerst robust“, sagt Gerhard Wenz, Bereichsleiter bei der Marburger Agentur für Arbeit.

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Marburg. Insgesamt 5374 Menschen im Landkreis waren im August arbeitslos gemeldet. Das sind 329 Personen oder rund 6 Prozent weniger als vor einem Jahr, wobei laut Arbeitsagentur alle Personen- und Altersgruppen profitieren konnten. Die Arbeitslosenquote entspricht mit 4,2 Prozent dem Wert der beiden Vormonate. „Der heimische Arbeitsmarkt ist schon seit Monaten mit einer ganz tollen Entwicklung zu sehen“, so Wenz. Hessenweit sei indes die Arbeitslosenzahl leicht angestiegen, die Quote beträgt 5,9 Prozent. „Dennoch ist auch in Hessen der Arbeitsmarkt sehr gut“, so Wenz.

Besonders das Hinterland steche nach wie vor hervor: Dort liegt die Arbeitslosenquote bei lediglich 3,4 Prozent - im August vergangenen Jahres waren es noch 3,6 Prozent.

Die weiterhin gute wirtschaftliche Gesamtsituation führe dazu, dass im gesamten Jahresverlauf Arbeitslose „gute Chancen haben, auf dem Arbeitsmarkt unterzukommen“, erläutert Wenz. Allerdings ist bei der Zahl der gemeldeten neuen Arbeitsstellen eine leicht rückläufige Tendenz auszumachen: Im August waren es 582, was einer Verringerung um 38 Stellen oder 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat bedeutet.

Insgesamt wurden seit Beginn des Jahres 4812 Arbeitsstellen gemeldet, was ebenfalls einem leichten Rückgang entspricht. Im selben Zeitraum waren vergangenes Jahr 154 oder 3,1 Prozent mehr neue Stellen gemeldet worden.

Vor allem der Dienstleistungsbereich biete derzeit große Chancen - dazu gehörten auch Handel und Gastronomie. „Und auch im Baugewerbe gibt es Bedarf“, so Wenz. Jetzt gelte es für die Arbeitsvermittler ihren Kunden das Signal zu geben, diese Chance zu nutzen, um dauerhaft in Anstellung zu kommen.

Chancen auch für geringer Qualifizierte

Denn Wenz verdeutlicht: „Selbst wer keine abgeschlossene Berufsausbildung hat, kann derzeit einen Job bekommen.“ Laut Statistik treffe dies auf jeden fünften Arbeitslosen zu.

„Gleichwohl bieten wir auch die Möglichkeit der Fortbildung bis hin zum beruflichen Abschluss - etwa durch Umschulungen oder auch die betriebliche Umschulung.“

Jüngstes Beispiel dafür sei eine gerade abgeschlossene Qualifikation, die von Arbeit und Bildung und der Käthe-Kollwitz-Schule in Kooperation vorgenommen worden sei: 20 ehemalige Arbeitslose haben nun nach Abschluss der Ausbildung einen neuen Job als Erzieher.

Starke Bewegung auf Ausbildungsmarkt

Im Vergleich zum August 2013 gab es diesen August 224 oder 8,1 Prozent weniger arbeitslose Frauen, die Reduzierung gegenüber dem Vormonat Juli war dagegen nur marginal. Bei den Älteren ab 50 Jahren gab es leichte Verbesserungen, nämlich 65 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr und 54 weniger als im Juli.

Starke Bewegung herrscht immer noch auf dem Ausbildungsmarkt - „vor allem, weil die hessischen Sommerferien in diesem Jahr erst recht spät enden“, so Wenz.

Demnach gibt es derzeit noch 260 freie Ausbildungsstellen im Landkreis, dem stehen 365 noch unversorgte Bewerber gegenüber. „Die Zahlen schmelzen von Tag zu Tag zusammen“, sagt Wenz. „Dennoch werden auch im September und mit Sicherheit auch noch im Oktober weitere Ausbildungsverträge abgeschlossen“, ist er sich sicher.

Erneut auch weniger Langzeitarbeitslose

Gesucht werden derzeit von den Arbeitgebern vor allem noch Kaufleute im Einzelhandel, Köche, Bäckereifachverkäufer, Verkäufer, Restaurantfachleute oder Friseure.

Dem stehen als Top-Gesuche der noch unversorgten Bewerber ebenfalls Kaufleute im Einzelhandel, Industriekaufleute, medizinische Fachangestellte oder Bürokaufleute gegenüber.

Derzeit laufe vor allem das „Matching“, also das Zusammenbringen von Bewerber und Anbieter.

Weniger Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im August ebenfalls erneut zurückgegangen.

Das Kreisjobcenter (KJC) Marburg-Biedenkopf weist für den Monat August 3050 erwerbsfähige Leistungsberechtigte aus, die als arbeitslos registriert sind. Das sind 37 Personen oder 1,2 Prozent weniger als im Vormonat Juli. Gegenüber dem August 2013 ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 224 Personen oder 6,8 Prozent gesunken.

Die Quote der arbeitslosen Grundsicherungsempfänger an den zivilen Erwerbspersonen ist im Kreisgebiet gegenüber dem Vormonat unverändert und liegt aktuell bei 2,4 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote noch bei 2,5 Prozent.

„Ich freue mich, dass sich unsere Erwartungen bestätigt haben und die Zahl der Langzeitarbeitslosen weiter zurückgeht“, stellte der Erste Kreisbeigeordnete und zuständige Dezernent Marian Zachow fest. Er rechnet fest damit, dass sich diese positive Entwicklung in den kommenden Monaten verfestigen wird und noch mehr Menschen in Arbeit vermittelt werden können.

Die positive Entwicklung bei der Arbeitslosenzahl spiegelt sich allerdings derzeit nicht bei der Zahl der Bedarfsgemeinschaften und erwerbsfähigen Leistungsberechtigten wider. Zwar reduzierte sich die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Vergleich zum Vormonat um 27 (Minus 0,4 Prozent) auf insgesamt 6243. Verglichen mit dem Vorjahresmonat bedeutet dies aber einen Anstieg um 142 oder 2,3 Prozent.

Bei den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist im Vergleich zum Vormonat auch ein leichter Anstieg um 50 Personen zu registrieren. Aktuell wurden 8111 Personen gezählt. Im langfristigen Vergleich liegt die Zahl um 0,5 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Dies entspricht einer Erhöhung um 38 Personen.

von Andreas Schmidt

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