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Landkreis kontert den Bundestrend

Arbeitsmarkt Landkreis kontert den Bundestrend

Entgegen dem Bundestrend ist die Arbeitslosigkeit im Landkreis gesunken - 5703 Menschen suchen Arbeit, das sind 457 weniger als noch im Vormonat. Die Quote liegt bei 4,4 Prozent.

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Quelle: dpa

Marburg.  Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im August etwas stärker gestiegen, als von Experten erwartet. Die Zahl nahm im Vergleich zum Vormonat um 32000 auf 2,946 Millionen zu - das sind zugleich 41000 mehr als vor einem Jahr.

„Insgesamt entwickelt sich der deutsche Arbeitsmarkt stabil“, sagte der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, gestern in Nürnberg. Die Arbeitslosenquote bleibt im Vergleich zum Juli unverändert bei 6,8 Prozent. Auch im Vorjahreszeitraum hatte sie bei diesem Wert gelegen.

  • Der hessische Arbeitsmarkt tritt auf der Stelle. Im August sank die Zahl der arbeitslosen Männer und Frauen nur minimal um 394 auf 189320, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit gestern in Frankfurt mitteilte. Eigentlich sei zum Ende des Sommers eine leichte Belebung üblich, die nun unter anderem wegen des späteren Ferientermins ausgeblieben sei. Die Arbeitslosenquote verharrte damit bei 5,9 Prozent. Im August 2012 hatte sie noch bei 5,7 Prozent gelegen.
  • Entgegen dem Bundestrend ist die Arbeitslosigkeit im Landkreis Marburg-Biedenkopf gesunken. Waren im Vormonat noch 6160 Menschen ohne Arbeit, sank die Zahl der Arbeitssuchenden auf 5703. Damit sank die Arbeitslosenquote im Landkreis von 4,8 auf 4,4 Prozent. Im Vorjahresmonat lag sie noch bei 5,1 Prozent. 51,4 Prozent der Arbeitslosen sind Männer, 48,6 Prozent Frauen. Erfreulich: Auch die Quote der arbeitslosen Ausländer ist stark gesunken: Von 1063 im Juli auf 899 im August. Das entspricht einem Rückgang von 15,4 Prozent. 457 weniger arbeitslose Menschen gab es im Landkreis im Vergleich zum Vormonat. „Damit präsentieren wir aus unserer Sicht gute Nachrichten vom heimischen Arbeitsmarkt“, fasst Bereichsleiter Gerhard Wenz die Zahlen zusammen. Die Quote liege so niedrig wie im Dezember 2012 und somit „so niedrig wie fast noch nie.“

Rückgang erreicht alle Personengruppen

Der Rückgang gehe „quer durch alle Personengruppen. Und auch bei allen regionalen Agenturen ist die Arbeitslosenquote gesunken.“

Im August wurden der Arbeitsagentur 597 neue Stellen gemeldet. Das waren zwar 36 oder 6,4 Prozent mehr als im August 2012, jedoch deutlich weniger, als im Vormonat (-244, -29 Prozent).

Die meisten neuen Stellen gab es laut Wenz bei den Arbeitnehmerüberlassungen mit 176. „Dabei handelt es sich aber nicht nur um Helferstellen, sondern auch um qualifizierte Arbeitskräfte“, so Wenz. Auch in der Nahrungsmittelindustrie seien mit 62 Stellen zahlreiche Wieder- und Neueinstellungen erfolgt. Es folgen das Gesundheits- und Sozialwesen mit 65 Stellen, das KFZ-Gewerbe mit 49 und die Metallverarbeitung mit 39 Stellen. Insgesamt sind derzeit bei der Arbeitsagentur 1780 freie Stellen gemeldet, das sind 247 oder 16 Prozent mehr als vor einem Jahr.

  •  „Beim Ausbildungsmarkt gehen wir jetzt in die absolut heißeste Phase, der Schlussspurt ist in vollem Gange“, erläutert Gerhard Wenz. 358 Bewerber sind derzeit noch unversorgt. Andererseits gibt es indes noch 220 freie Ausbildungsstellen. „Idealerweise gilt es nun, diese zueinander zu bekommen“, so Wenz. Dies sei aktuell auch die vorrangige Aufgabe der Berufsberater und Arbeitsvermittler.

Bei Lehrstellen noch viel Bewegung auf dem Markt

Gesucht werden derzeit vor allem Auszubildende zum Koch oder Köchin, gefolgt von Einzelhandelskaufleuten oder Anlagenmechanikern in der Sanitär-, Heiz- und Klimatechnik. Auf Rang vier liegen Bäckereifachverkäufer, gefolgt von Restaurantfachleuten, Hotelfachleuten und Fleicherei-Fachverkäufern. Die „Top 10“ runden Maurer und Dachdecker in der Fachrichtung Dach-/Wand-/Abdichtungstechniker ab.

Die Bewerber suchen indes nach Ausbildungsstellen als Einzelhandelskaufleuten, gefolgt von Bürokaufleuten und medizinischen Fachangestellten. Danach kommen Gesuche als Verkäufer, Industriekaufleuten, Fachinformatikern Systemintegration, Koch und Bankkaufleuten. Zudem sind Stellen als KFZ-Mechatroniker oder Fachinformatiker - Anwendungsentwicklung gesucht.

Arbeitslosenzahlen

„Es ist auf jeden Fall noch viel Bewegung auf dem Markt“, so Wenz. Sollten Lehrstellen partout nicht besetzt werden können, sei auch denkbar, diese in Qualifizierungsstellen für Erwachsene umzuwandeln.

  •  Nachdem die Zahl der Langzeitarbeitslosen in der Zuständigkeit des KreisJobCenters (KJC) im vergangenen Monat noch leicht angestiegen war, gibt es in diesem Monat einen deutlichen Rückgang. Aktuell gibt es im Landkreis Marburg-Biedenkopf 3274 arbeitslose Empfänger von Arbeitslosengeld II und damit 235 oder 6,7 Prozent weniger als im Vormonat. Die Quote der arbeitslosen Grundsicherungsempfänger an den zivilen Erwerbspersonen ist im Kreisgebiet gegenüber dem Vormonat unverändert und liegt aktuell bei 2,6 Prozent. Sie erreicht damit den niedrigsten Stand seit Einführung von Arbeitslosengeld II im Jahr 2005. Im Vorjahresmonat lag die Quote noch bei 2,9 Prozent. Die Entwicklung spiegelt sich laut Landkreis auch bei der Zahl der Bedarfsgemeinschaften und erwerbsfähigen Leistungsberechtigten wider. Im Vergleich zum Vormonat verringerte sich die Zahl der Bedarfsgemeinschaften um 289 (-4,5 Prozent) auf insgesamt 6101. Verglichen mit dem Vorjahrsmonat bedeutet dies einen Rückgang um 412 oder 6,3 Prozent. Bei den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist im Vergleich zum Vormonat ein Rückgang um 391 oder 4,6 Prozent auf 8073 Personen zu registrieren. Im langfristigen Vergleich liegt die Zahl um 6,3 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Dies entspricht einer Reduzierung um 545 Personen (dpa).

von Andreas Schmidtund unserer Agentur

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