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Lager soll Schwankungen auffangen

Deutsche Textilrecycling-Werke Lager soll Schwankungen auffangen

Das Unternehmen „Deutsche Textilrecycling-Werke“ (DTRW) aus dem Burgwald baut in Goßfelden auf 60.000 Quadratmetern Fläche ein neues Lager – und wird bald komplett ins Lahntal 
umziehen.

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Direkt hinter der Feuerwehr im Gewerbegebiet „Sandhute“ in Goßfelden wird das neue Textillager des Unternehmens „Deutsche Textilrecycling-Werke“ entstehen – auf einer Fläche von 60.000 Quadratmetern.

Quelle: Andreas Schmidt

Goßfelden. Das Geschäft mit Altkleidern wächst, und deshalb wächst auch die Burgwalder Firma DTRW. „Die Leute kaufen immer mehr Kleidung – und werfen auch immer mehr weg“, sagt Susanne Sippel, Pressesprecherin des Unternehmens.

Im Verhältnis zum Einkommen würde Bekleidung auch immer günstiger – was dazu führe, dass sie schneller ausgetauscht und entsorgt werde. „Die Zeiten, in denen die Leute ihre Kleidung getragen haben, bis sie komplett verschlissen ist, sind vorbei“, sagt die Sprecherin.

Es gibt also einen immensen Haufen an Altkleidern. Laut dem Fachverband für Textilrecycling fallen in Deutschland jährlich etwa 1,01 Millionen Tonnen Altkleider an. „Und die müssen ökologisch und ökonomisch sinnvoll weiterverwertet werden“, erläutert Susanne 
Sippel. Da kommt die Firma DTRW ins Spiel: Sie verfügt bundesweit über rund 12.000 Altkleider-Container. Im Landkreis sind es etwa 110.

Mit dem Bau des Textillagers wolle sich die DTRW „als einer der führenden Betriebe im Textilrecycling und zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb ganz neu aufstellen“, heißt es. Mit einer Fläche von 60.000 Quadratmetern biete das Gelände in Lahntal Platz für 108.000 Tonnen Alttextilien. „Diese Fläche ist kurzfristig auf Lagermöglichkeiten für 128.000 Tonnen Textilien erweiterbar“, erläutert Sippel.

Anbindung an künftige Umgehungsstraße geplant

Im vergangenen Jahr wurde mit den Erdarbeiten begonnen, bis 2017 soll der Neubau fertiggestellt sein. Wie hoch die Investitionssumme ist, wollte das Unternehmen nicht mitteilen. In dem Lager würden Altkleider bis zu ihrer Wiederverwertung sauber und trocken gelagert, so dass sie später als Rohstoffe in verschiedensten Bereichen zum Einsatz kommen könnten.

„Wir benötigen die Lagerkapazität, um auf Preisschwankungen auf dem Markt reagieren zu können“, erläutert die Pressesprecherin. Und die können durchaus gravierend sein. Denn laut dem Branchendienst Euwid schwankten die Preise im Jahr 2014 zwischen 350 und 450 Euro je Tonne.

Wie groß der Warenumschlag bei DTRW ist, dazu hält sich das Unternehmen bedeckt. Allerdings sei man eines der führenden Sammelunternehmen in der Branche: Das Unternehmen betreibt deutschlandweit elf Niederlassungen und verfügt nach eigenen Angaben derzeit bereits über eine Lagerkapazität von mehr als 108.000 Tonnen. Zudem beschäftige man rund 500 Mitarbeiter und verfüge über einen Fuhrpark von mehr als 80 Lastwagen.

Das neue Lager in Goßfelden entsteht direkt hinter der Feuerwehr – und in der Ferne ist schon eine Brücke der geplanten Umgehungsstraße zu sehen. Auch daraufhin habe man den Standort ausgewählt – „das Lager wird dann schon sehr verkehrsgünstig liegen, wenn die Lkw ankommen, um Ware anzuliefern – das ist sehr praktisch“, so die Pressesprecherin. Eine Fertigstellung der Umgehung ist für 2022 geplant.

Bürogebäude soll in Siegener Straße entstehen

Dass die Branche mitunter nicht den besten Ruf genießt, weiß Susanne Sippel. „Es gibt immer wieder schwarze Schafe die versuchen, auf den erfolgreichen Zug aufzuspringen. Wir sind 
jedoch zertifiziert und unsere Sammlungen sind komplett legal“, betont sie. Auch DTRW leide unter Unternehmen, die illegal sammeln oder gar Container aufstellen.

DTRW indes mietet Stellplätze für ihre Container – etwa bei Kommunen oder Privatleuten sowie Unternehmen. Bis zu 500 Euro kostet ein solcher Stellplatz jährlich, teilt das Unternehmen mit. „Wir holen die Ware dann ab. Caritative Unternehmen haben dann meist schon tragbare Dinge aussortiert – aber auch der Rest muss ja weiterverwertet werden“, erläutert Sippel.

„Was nicht mehr tragbar ist und in den Containern landet, wird beispielsweise zu Putzlappen weiterverarbeitet – oder zu Dämmstoffen.“ Nur ein ganz verschwindend geringer Teil sei letztendlich Müll und werde verbrannt. Als Faustregel gelte, dass etwa die Hälfte der Bekleidung aus den Containern noch getragen werden könne. DTRW sammelt die 
Ware nur ein und gibt sie dann an Sortierer weiter.

Seine Anfänge nahm DTRW übrigens in Lahntal: 2007 begann Viktor Nowakowski mit dem Aufbau seines Unternehmens in Lahntal begonnen – aus Platzgründen siedelte sich DTRW dann im Burgwald an. Doch Nowakowski will auch ein Bürogebäude in der Gemeinde 
errichten – und zwar in der 
Siegener Straße in Goßfelden.

von Andreas Schmidt

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DTRW
Silberne Altkleidercontainer wie oben links tauchen immer wieder im gesamten Bundesgebiet auf – Insider bringen sie mit DTRW in Verbindung. Das Unternehmen streitet ab, dass es noch Altkleider sammle – die silbernen Container stehen aber auch im durch das Unternehmen derzeit umgebauten Eisenwerk in Goßfelden (unten rechts). Fotos: Thorsten Richter, Andreas Schmidt

Die Firma Deutsche Textilrecycling-Werke GmbH (DTRW) darf weiterhin keine Altkleider einsammeln. Gegen das Sammelverbot läuft jedoch eine Klage.

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