Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 2 ° Regen

Navigation:
„Kunden verblüffen, nicht begeistern“

Erfolgsautor Edgar K. Geffroy „Kunden verblüffen, nicht begeistern“

Das Netz verändert enorm die Art, wie wir kaufen, 
leben und arbeiten. Kaufentscheidungen fallen zunehmend digital. Wer sein Geschäft nicht darauf einstellt, kann schließen, sagt Edgar K. Geffroy.

Voriger Artikel
Oberin dankt Mitgliedern mit Ehrennadeln
Nächster Artikel
Eine ganze Stadt im Farbenrausch

Edgar K. Geffroy ermutigte, emphatisch und digital zu denken.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „In fünf Jahren wird nichts so sein wie bisher“, sagte Edgar K. Geffroy. Beim Laufen sei ihm die Idee gekommen, dass eines Tages Roboter den Laub auf öffentlichen Straßen kehren könnten.

Verschwörungstheoretiker ist er nicht, er nennt sich „Zukunfts-Motivator, Strategiecoach, Key Note Speaker, Unternehmer und seit 30 Jahren Querdenker für Geschäfte“. Seine Ratgeber-Bücher sind erfolgreich, fast täglich hält er Vorträge. So auch am Mittwoch im Congresscenter, wo er auf Einladung des Kreisverbandes sowie des Netzwerks Mittelhessen des Bundesverbandes über mittelständische Wirtschaft sprach.

Unter dem Titel „Herzenssache Kunde – in einer digitalen Welt“ gab Geffroy Tipps und nannte erfolgreiche Geschäftsmodelle als Beispiel. Ein Rat, den er den rund 100 Zuhörern aus der heimischen Wirtschaft mit auf den Weg gab: „Sie müssen Kunden verblüffen, nicht begeistern.“ „Verblüffen bedeutet: Alles was der Kunde nicht kennt“.

(Fast) kein Geschäft mehr ohne Internet

Geffroy selbst verblüffte das Publikum zu Beginn mit seinem Outfit: Er zeigte auf seine Turnschuhe, zog sein Jackett aus und warf es auf einen Stuhl. Dann bewegte er sich auf der Bühne, fragte ab und an in die Runde und bekam volle Aufmerksamkeit.

Ob jemand Viagra kenne oder nehme?, fragte er zum Beispiel das Publikum. Ein Zuhörer meldete sich. „Das Unternehmen Pfitzer ist das einzige, vor dem ich marketingtechnisch Respekt habe: Keiner kennt seine Produkte und keiner nimmt sie, aber sie verkaufen sich erfolgreich“, sagte der Redner. Der Exkurs diente mehr der Rhetorik.

Tipps gab es dennoch reichlich, die auf folgenden Thesen beruhen: In fünf Jahren wird die Digitalisierung so voranschreiten, dass kein Geschäftsmodell ohne Internet funktioniere. Kurze Zeit später ergänzte er mithilfe eines Toilettenpapier-Werbeclips amüsant, dass „das Geschäft“ auch im Smartphone-Zeitalter weiterhin mit herkömmlichem Papier verrichtet wird. Wer aber Metzger, Bäcker, Modehändler oder Dienstleister ist, müsse auch im Internet verkaufen, um seine Existenz zu sichern.

So gab Geffroy das Beispiel eines Bäckers, der eine fünfte Filiale aufmachen wollte. Er habe ihm abgeraten, dafür aber empfohlen, etwas Neues im Internet auszuprobieren. Die Kunden können nun in der Online-Filiale ihre individuelle Brotmischung zusammenstellen, das Brot wird ihnen geliefert oder sie können es abholen.

Verstehen, was die Kunden wollen

„Erfolge entstehen im Kopf“, sagte der Experte aus Duisburg, der auch schwere Niederlagen als Unternehmer habe erleben müssen. Man sollte sich fragen: „Warum soll ein Kunde bei uns kaufen?“ Wer eine Antwort innerhalb von sieben Sekunden, einer Google-Suche, geben könne, liege richtig.

Zum Thema Suche auf Google sagte Geffroy: „Zwei Drittel aller Suchanfragen sind regional.“ Das heißt: Ein Kunde will wissen, wo ist das nächste Fitnessstudio, wo ist der beste Arzt in seiner Stadt? Er gab den Tipp, Domains zu sichern, also Webadressen. Da gebe es noch reichlich Potenzial. Mit Videos und entsprechenden Videobotschaften im Internet könne man die Kunden ebenfalls auch emotional erreichen.

Ein Junge, der berichtet, dass er bei seinem Zahnarzt keine Angst mehr habe, sei werbewirksam. Man müsse also die Empathie haben, um zu verstehen, was der Kunde wolle. Frauen, die jünger aussehen, Patienten, die keine Angst haben wollen: Ebenfalls nicht neu seine Strategieempfehlung: „Immer erst etwas schenken.“

Am besten dem Kunden helfen. Wer eine Beziehung zu seinem Kunden aufbaut und seine Fähigkeiten, nicht seine Produkte, beweisen kann, sei auf dem richtigen Weg. „Jetzt gehören Sie noch zu den Pionieren einer neuen Welt. Nutzen Sie die Zeit, die Gunst des Augenblicks“, so Geffroy. In fünf Jahren sei es zu spät.

von Anna Ntemiris

 
 
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr