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Künstler zeichnen in Fabrikatmosphäre

Kunstprojekt „Werk/Kunst/Werk“ Künstler zeichnen in Fabrikatmosphäre

Vierzehn Künstler aus sieben Nationen realisieren zusammen mit regionalen Unternehmen das Kunstprojekt „Werk/Kunst/Werk“, einer Aktion zum 125-jährigen Bestehen des hessischen Verbands der Metall- und Elektrounternehmen.

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Das Schweizer Künstlerpaar Christine Bänninger (links) und Peti Wiskemann (rechts) beim Zeichnen der Schraubenverarbeitung mit HSF-Geschäftsführerin Alexandra Schmidt.

Quelle: Arnd Hartmann

Marburg. „In einer gelebten Industriekultur legen wir besonderen Fokus auf Kunst und Arbeit“, sagte Achim Schnyder, Leiter für Kommunikation beim Arbeitgeberverband. 110 Bilder des Schweizer Künstlerpaares Christine Bänninger und Peti Wiskemann entstanden binnen vier Tagen im Arbeitsumfeld der Hallen der Hessischen Schraubenfabrik in Marburg (HSF).

Drehen, Fräsen und Kaltumformung sind für metallverarbeitende Betriebe das tägliche Erwerbsgeschäft. Mit künstlerischer Wertschöpfung haben diese Produktionsschritte im Einzelnen erst einmal weniger zu tun. Zu seinem 125-jährigen Bestehen initiierte der Verband der Metall- und Elektroindustrie Bezirksgruppe Nordhessen dennoch ein außergewöhnliches Kunstprojekt.

Ausstellung: alle Werke im Kasseler Kulturbahnhof

Insgesamt 14 Kunstschaffende verschiedener Nationalitäten kooperierten mit 14 hessischen Unternehmen der Metall- und Elektrobranche, um aus ihren gewonnenen Einblicken in den jeweiligen Arbeitsprozess ganz persönliche und kreative Werke zu erschaffen. Alle Teilnehmer erhalten nach der produktiven Phase am 2. Juli im Kasseler Kulturbahnhof die Chance, erstellte Kunstwerke, Videos, Installationen und Plastiken der Öffentlichkeit zu präsentieren.

In einer Vorausstellung zeigten das aus Zürich stammende Künstlerpaar Christine Bänninger und Peti Wiskemann ihre in vier Tagen in der Hessischen Schraubenfabrik gezeichneten Bilder dem Publikum. „So wie die Fabrikarbeiter sich gegenseitig in die Hände arbeiten, ergänzten wir uns in den Werken“, erklärte Bänninger.

Auf einem aus Europaletten gezimmerten mobilen Zeichentisch, entstanden so 110 Bilder beim Durchqueren der einzelnen Produktionsabschnitte in der Manufaktur vom Pressen über Metallumformung bis hin zum Versand. „Bereits seit zwei Jahren plant der Verband diese Kunstinitiative“, erzählte Schnyder. „Jeder Künstler hat unterschiedliche Wahrnehmungen.“ Daher ergeben sich am Ende der kreativen Arbeit, je nach Gusto, sehr individualisierte Kunstwerke.

Vor allem aber vollzieht sich zwischen Künstlern und Mitarbeitern der am Projekt teilnehmenden Firmen eine ganz enge Beziehung. Bilder, Zeichnungen oder Plastiken verdeutlichen einzelne Arbeitsschritte, wie das Bedienen von CNC-Fräsmaschinen in der Schraubenherstellung. Porträtierte Arbeiter an ihren Geräten oder auch blanker Stahl in bunten Farben sind auf den Bildern zu erkennen.

„Die Mitarbeiter erlebten eine ganz andere Art der Kommunikation. Sie erkennen sich selbst auf den Werken wieder. Für uns eine ganz neue Erfahrung“, sagte HSF-Geschäftsführerin Alexandra Schmidt.

von Arnd Hartmann

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