Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Kreisjobcenter ist mit Quote zufrieden

Arbeitslosigkeit Kreisjobcenter ist mit Quote zufrieden

Hessenweit bewegen sich die Arbeitslosen-Zahlen aus der Region in guter Position. Sorgen bereitet dem Kreisjobcenter das gekürzte Budget für die Förderung von Erwerbslosen.

Voriger Artikel
Arbeitsprozesse optimieren
Nächster Artikel
Klaus Töpfer warnt vor Energie-Armut

Susanne Plum (rechts) lässt sich von Marlis Waßmuth im Kreisjobcenter des Landkreises Marburg-Biedenkopf beraten.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Das Kreisjobcenter steht mit einer Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent, 0,2 Prozent weniger als noch vor einem Jahr, hessenweit sehr gut da und auch bei der Integration von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt liegt Marburg-Biedenkopf vorne. Sorgen bereitet den Verantwortlichen jedoch das stark gekürzte Budget.

Landrat Robert Fischbach (CDU) betonte bei der Bekanntgabe der Zahlen für das Jahr 2012 im Kreishaus, dass die Entscheidung sich 2004 als Optionskommune zu bewerben richtig gewesen sei. Das Kreisjobcenter (KJC) sei hessenweit vor allem bei der Integration in den Arbeitsmarkt spitze, sagte er nicht ohne Stolz.

Insgesamt gibt es in Marburg-Biedenkopf mit Stand Dezember 2012 eine Quote von Leistungsbeziehern von 6,1 Prozent. 8263 erwerbfähige Leistungsberechtigte seien registriert, 6321 Bedarfsgemeinschaften und 3416 Arbeitslose, die unter das Sozialgesetzbuch II fallen.

Der Sozialdezernent des Kreises, Erster Beigeordneter Karsten McGovern (Grüne) berichtete, dass die Arbeitslosigkeit im Landkreis mit 4,4 Prozent insgesamt einen niedrigen Stand habe. Im Bereich der Agentur für Arbeit sei die Quote leicht gestiegen, anders beim Kreisjobcenter. Und der Grund für dessen gutes Ergebnis liege vor allem an der Vermittlung in Arbeit.

Wie KJC-Leiterin Susanne Martin ausführte, liege der Landkreis bei einer Integrationsquote von 32 Prozent bei einem Landesdurchschnitt von 26,4 Prozent auf dem zweiten Platz, nur 0,5 Prozent unter dem Spitzenwert. Auch auf Bundesebene liege man im obersten Viertel. Zwar seien mit 4044 im Vergleich zum Vorjahr 13,6 Prozent weniger Integrationen in Arbeit erfolgt, 8,1 Prozent weniger in Ausbildung, zugleich seien aber auch 7,2 Prozent weniger betreute erwerbsfähige Leistungsberechtigte zu verzeichnen, betonte sie. Das bedeute nur einen relativen Rückgang von 3,5 Prozent.

Spitzenwert bei Integration von Frauen in Berufsleben

Durch gezielte Unterstützung von Frauen, liege bei ihnen die Integrationsquote bei 26,7 Prozent, freute sich Martin. Hessenweit sei dies absolute Spitze. „Mühe und Geld lohnen sich“, sagte sie im Hinblick auf die gemachten Förderangebote, beispielsweise der Jobakademie für Alleinerziehende oder die Etablierung des Kind-und Karriere-Centers.

Martins Stellvertreter, Joachim Hikade, verwies darauf, dass bei den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Vergleich zu den durch die Finanzkrise geprägten Vorjahren ein Tiefststand erreicht sei. Im Dezember seien es 8263 gewesen, die Durchschnittswerte hätten zuvor 2011 bei 9306 und 2008 bis 2010 sogar bei deutlich über 10 000 gelegen. Das zeige, ergänzte Martin, dass die Integration in Arbeit langfristig wirke, die Menschen also länger ihre Arbeit behielten. Gesunken ist auch die Zahl der so genannten Aufstocker, Menschen, die eine Arbeit haben und zusätzlich Sozialleistungen beziehen. Im Dezember waren es mit 2655 Personen 175 weniger als im Vergleichsmonat 2011.

Weniger Fallzahlen, weniger Ausgaben

Während die reinen Leistungen vom Bund übernommen würden, müsse der Kreis ein Drittel der Kosten für die Unterkunft tragen. Durch die gesunkenen Zahlen seien diese Kosten natürlich auch gesunken, in Zahlen hätte der Kreis so eine halbe Million Euro im Schnitt gespart, sagte Martin.

Sorgen bereitet Martin die Entwicklung des Gesamtbudgets. Hätten im Jahr 2010 für die Integration noch 21,38 Millionen Euro zur Verfügung gestanden, seien es für 2013 nur noch 14 Millionen. McGovern hob hervor, dass gesunkene Fallzahlen natürlich auch weniger Mittel bedeuteten. Aber der Schnitt sei überproportional. Wie Martin vorrechnete, würden im Schnitt nun nur noch 568 Euro, bei zu erwartender Steigerung der Arbeitslosigkeit sogar noch weniger pro Person und Jahr zur Verfügung stehen, vor drei Jahren seien es noch 1134 Euro gewesen.

Und Tatsache sei es, dass so weniger Geld für Fördermaßnahmen zu Verfügung stehe und die Integration des Einzelnen schwerer falle. Und dem Kreisjobcenter liege vor allem an den Langzeitarbeitslosen etwas, die man nicht aufgebe, sondern in der Vergangenheit durch gezielte Förderung durchaus habe vermitteln können.

von Heiko Krause

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr