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Kreisjobcenter feiert Spitzenplatz

Vermittlungsquote Kreisjobcenter feiert Spitzenplatz

Das Kreisjobcenter ist bundesweiter Spitzenreiter bei der Arbeitsmarktintegration. Seit zehn Jahren gibt es die Einrichtung – die Nachhaltigkeit der Arbeitsvermittlung ist wichtiger geworden.

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Marian Zachow (Erster Kreisbeigeordneter, von links) Ulrich Herminghaus (Teilnehmer am Projekt „Comeback@50“) und vom Kreisjobcenter Myriam Volk (Arbeitsvermittlerin), Joachim Hikade (stellvertretender Leiter) sowie Andrea Martin (Leiterin) freuen sich über Erfolge.

Quelle: Lisa Scholz

Marburg. Marian Zachow, Erster Kreisbeigeordneter, erinnerte an die Umsetzung der Reformen am Arbeitsmarkt im Jahr 2005: Das Kreisjobcenter (KJC) war gegründet. „Wir mussten eine Behörde aus dem Nichts aufbauen.“ Heute beschäftige das Kreisjobcenter mit den Standorten in Marburg, Stadtallendorf und Biedenkopf insgesamt 184 Mitarbeiter.

Das Erfolgskonzept sieht Zachow im Kontakt und der Nähe zu den Menschen. Es gilt: „Den Menschen dort abholen, wo er steht.“ Im Landkreis gebe es aktuell 8335 Leistungsberechtigte, also Menschen ab 15 Jahren, die erwerbsfähig sind und eine Leistung nach dem Sozialgesetzbuch II beziehen.

KJC-Leiterin liegt Nachhaltigkeit am Herzen

Mit 31,3 Prozent liege das KJC des Landkreises Marburg-Biedenkopf bei der Integration von Leistungsberechtigten in den ersten Arbeitsmarkt deutlich auf Rang eins im bundesweiten Vergleich mit 44 Jobcentern. „Die oft gestellte kritische Frage nach der Nachhaltigkeit der erfolgten Vermittlungen in Arbeit ist berechtigt“, sagte Joachim Hikade, stellvertretender Leiter des KJC. 80 Millionen Euro habe das Kreisjobcenter in den zehn Jahren für die Qualifizierung der Kunden verausgabt und so im Schnitt 2000 Menschen im Jahr gefördert. „Das zahlt sich aus, denken wir“, so Hikade.

Auch in Sachen Nachhaltigkeit belegt der Landkreis Marburg-Biedenkopf einen Platz in der Spitzengruppe. „Insbesondere bei der Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt fallen unsere Ergebnisse auf“, berichtete die Leiterin des KJC Andrea Martin. So gebe es ein Unterstützungsangebot, das zum Beispiel Kinderbetreuung und auch Fortbildungen oder Umschulungen biete. Seit 2010 konnten laut der KJC-Leiterin dadurch 214 Personen im Bereich der Altenpflege und Altenpflegehilfe qualifiziert werden, die dann dort in Voll- oder Teilzeit arbeiten können.

Im vergangenen Jahr seien von durchschnittlich 8048 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten insgesamt 2660 in einen sozialversicherungspflichtigen Job vermittelt worden. 1207 Menschen haben eine geringfügige Beschäftigung aufnehmen können und 646 seien in eine öffentlich geförderte Beschäftigung eingetreten.

Informationen im Internet

Mit dem Projekt „Comeback@50“ begleiten Fallmanager Menschen ab 50 auf der Suche nach Arbeit. „Es ist ein gemeinsamer Prozess“, schilderte Vermittlerin Myriam Volk. Aus Erfahrung weiß auch Ulrich Herminghaus: „Der persönliche Kontakt ist unwahrscheinlich wichtig.“ Herminghaus suchte einen Weg aus Hartz IV und mit der Unterstützung von Myriam Volk sei es ihm gelungen, wieder beruflich Fuß zu fassen. „Es wurde auf meine Bedürfnisse eingegangen. Ich bin nicht in ein Arbeitsverhältnis gedrängt worden“, sagte Herminghaus.

Beim KJC gehe es nicht nur um die Arbeitsvermittlung, sondern auch um die soziale Arbeit. „Wir müssen auch die Rahmenbedingungen angehen“, sagte Marian Zachow. Es gebe unter anderem ein Projekt zur Vermittlung von schwerbehinderten Menschen auf den ersten Arbeitsmarkt und eine Internetplattform für Ferienbetreuungsmöglichkeiten für Kinder im Landkreis. „Das ist ein tolles Serviceangebot und darauf sind wir auch stolz“, sagt Martin.

Das KJC des Landkreises habe hessenweit die höchste Quote der aktiven Inanspruchnahme der Förderleistungen des in 2011 eingeführten Bildungs- und Teilhabepaketes: 73,9 Prozent und damit 20 Prozentpunkte höher als der Durchschnitt in Hessen.

Trotz knapper Budgets und wechselnder gesetzlicher Rahmenbedingungen fällt das Fazit der Beteiligten positiv aus. Marian Zachow blickt auch in die Zukunft: Herausforderungen sieht er zum Beispiel in der Vermittlung von Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder Migrationshintergrund.

Zur Feier des zehnjährigen Bestehens lädt das KJC zu einem Bürgerfest am 26. Juni ein.

von Lisa Scholz

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