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Kreativität als Schlüssel zum Erfolg

OP-Ausbildungsserie: Friseurhandwerk Kreativität als Schlüssel zum Erfolg

Der abwechslungsreiche Beruf des Friseurs erfordert handwerkliches Geschick, ein kreatives Augenmaß und Sinn für Ästhetik.

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Die angehende Friseurin Annika Renner erlernt ihr kreatives Handwerk im praxisnahen Ausbildungsbetrieb „Hairdome“. Ob am Modellkopf oder echten Kunden – Fingerfertigkeit und ein gutes Augenmaß sind das A und O.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Eine Lehrstelle zu ergattern – das ist auch noch auf die letzte Minute möglich: „Auf dem Ausbildungsmarkt geht noch eine ganze Menge“, teilt die Arbeitsagentur Marburg mit. Insbesondere in der Gastronomie, dem Verkauf oder etwa im Friseurhandwerk ist Nachwuchs noch gefragt.

Friseure arbeiten nicht nur in Fachbetrieben, sondern gleichfalls in Wellnesshotels oder der Film- und Theaterproduktion. Ihr Beruf dreht sich um Schönheit, sie waschen, schneiden, pflegen, färben oder frisieren die Haare ihrer Kunden, führen kosmetische Behandlungen der Haut-, Hand- und Nagelpflege durch.

Auf Nachwuchsprobleme hat die Brache mittlerweile reagiert. So bietet etwa das Marburger „Hairdome & School“ ein praxisnahes Ausbildungssystem an, das einerseits einen kreativeren Lehrplan mit Eigenverantwortung der Anfänger beinhaltet, daneben ebenfalls eine Arbeit auf Augenhöhe zu Geselle und Meister ermöglichen soll.

Theorie und Praxis gehen direkt Hand in Hand

Mit einem unkonventionellen Konzept richtet sich der Ausbildungsbetrieb gegen den früher üblichen Ausbildungsplan „von unten an“, bei dem die Lehrlinge im ersten Jahr hauptsächlich ungeliebte Putz- oder Wascharbeiten übernehmen mussten. „Das macht den Beruf unattraktiv – wer will denn auch ein Jahr lang nur Haare zusammenfegen, Spiegel putzen oder Kaffee bringen“, erklärt Bereichsleiterin Claudia Müller.

Das System setze daher verstärkt auf Praxis und Verantwortung der Lehrlinge. „Von der ersten Woche an geht es voll los und ran ans Haar“, betont Salonleiterin Lena Betz. Unter den wachsamen Augen der Ausbilder wird dazu jeder einzelne Arbeitsschritt am Modell oder Kunden besprochen. Nach einem Jahr im Ausbildungssalon wandern die Lehrlinge schließlich weiter in die verschiedenen Filialen.

Das Konzept gefällt auch der Auszubildenden Annika Renner, die sich gezielt für den Ausbildungssalon entschieden hat. „Man lernt schnell und viel – es bringt einfach mehr“, freut sich die 18-Jährige. Sie wollte schon immer mit und am Menschen arbeiten, hat ihren Traumberuf gefunden.

Gepflegtes Äußeres gehört dazu

Neben der praktischen Arbeit steht Theorie auf dem Lehrplan. In den ersten Monaten büffeln die Azubis parallel zur Handarbeit unter anderem Farblehre und Produktwissen der unterschiedlichsten Kosmetika, beschäftigen sich mit Kundenbetreuung und erlernen erste Basishaarschnitte.

Das künstlerische Spektrum der Frisur- und Schnittmuster reicht von einfachen Standardfrisuren über Dauerwelle und Bob-Schnitt bis zu Königsdisziplinen wie Brautfrisuren oder dem Kurzhaar-Herrenschnitt, bei dem besonders akkurat und konturenstark gearbeitet werden muss.

Im Laufe der Lehre erfahren die angehenden Friseure auch die speziellen Kniffe des Handwerks, etwa eine besondere Fingerhaltung, rückenschonende Steh-Übungen, Entlastung der Sehnen oder das Halten des Ellenbogens im 90-Grad Winkel. Neben einem kreativen Arbeiten sind gleichfalls Sauberkeit und Hygiene gefragt, nach jedem Kunden sind die eingesetzten Geräte zu desinfizieren, der Arbeitsplatz sauber zu halten.

Ein gepflegtes Äußeres wie freundliches Auftreten ist ebenfalls die beste Werbung in diesem Beruf. Selbstbewusstsein wie Kritikfähigkeit und ein dickes Fell sind wichtig für die tägliche Arbeit. „Man muss mit verschiedenen Charakteren umgehen und selber auch einstecken können“, erklärt Annika.

Kundenlächeln ist der schönste Lohn

Berührungsängste sind dabei hinderlich, man arbeitet im direkten Kontakt mit dem Kunden. Eine gehörige Portion Kondition und wortwörtliches Stehvermögen ist ebenso gefragt – Friseure arbeiten vor allem im Stehen. Dies fällt Annika mittlerweile deutlich leichter, „man gewöhnt sich daran“.

Ihr schönster Moment im Berufsalltag ist jedes Mal, wenn sie dem Kunden nach getaner Arbeit ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann. „Das schönste Ergebnis ist, wenn sich der Kunde freut“, findet Annika.

Im Landkreis sind noch Ausbildungsstellen in verschiedenen Branchen unbesetzt, teilt die Arbeitsagentur mit. Selbst bereits vergebene Plätze werden derzeit hier und da wieder frei, wenn sich der geplante Bewerber für eine andere Stelle entscheidet oder einen Studienplatz annimmt. Um sich über Chancen, Studium, den Arbeits- und Ausbildungsmarkt zu informieren, rät die Agentur zu einem Besuch des Berufsinformationszentrums in der Afföllerstraße.

  • Interessenten, die noch Bewerber oder einen Ausbildungsplatz suchen, können direkt bei der Arbeitsagentur nachfragen. Kontakt unter 06421/605212 oder marburg. arbeitgeber@arbeitsagentur.de.

von Ina Tannert

 
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 Quelle: Agentur für Arbeit
 
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