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Konsumlust steigert sich vor Festtagen

Konsumlust steigert sich vor Festtagen

Marburgs Einzelhändler sind mit dem Start ins Weihnachtsgeschäft zufrieden. Die Geschäftsinhaber rechnen allerdings mit einer weit stärkeren zweiten Etappe.

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Alle Jahre wieder: An den Samstagen vor den Adventssonntagen besuchen viele Menschen die Innenstadt, um Weihnachtsgeschenke zu kaufen.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die letzten Wochen im Jahr sind für die meisten Geschäfte die umsatzstärksten. Das bisher milde Wetter hat den Händlern in der Altstadt genutzt, sagt Fiddy Bode, Vorsitzender des Werbekreises Oberstadt. Er erinnert sich an so manchen kalten und eisglatten Adventssamstag, an dem Kunden den Einkaufsbummel ausfallen ließen.

Einzig der Verkauf von Winteroberbekleidung und Stiefeln läuft mäßig bis schlecht, berichten Händler. Einige haben daher schon vorzeitig die Preise purzeln lassen. Insgesamt berichten die von der OP befragten Geschäftsinhaber aber von umsatzstarken Adventssamstagen.

„Viele Touristen sind in der Stadt unterwegs. Ich selbst profitiere von ihnen derzeit“, sagt Bode, der einen Comicladen betreibt. Ob Lauf- oder Stammkundschaft: Die Händler ziehen die konsumfreudigen Besucher mit Serviceleistungen oder kleinen Extras an. Es werden Pralinen verteilt, großzügig Accessoires verschenkt oder auch die Ladentür länger offen gelassen. „Wir erwarten weitere Steigerungen. Je näher die Weihnachtsfeiertage rücken, desto mehr steigere sich die Konsumlust, so die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren“, sagt Bode.

Ahrens-Sprecher berichtet von Umsatzplus

Ähnlich äußerten sich auch andere Händler. Das Kaufhaus Ahrens wird erstmals am vierten Adventssamstag, 19. Dezember, bis 22 Uhr geöffnet haben. Man wolle den Kunden eine Weihnachtsparty bieten, erklärt Wolfgang Grundmann, Vorstand Einkauf, Verkauf und Marketing. In anderen hessischen Städten haben Einkaufs-Center im Dezember schon seit Längerem abends lange geöffnet.

Das Kaufhaus Ahrens sei mit dem Vorweihnachtsgeschäft bisher sehr zufrieden, sagt Grundmann. Er berichtet von einem Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders beliebt als Weihnachtsgeschenk seien hochwertige Uhren und Schmuck sowie Handtaschen. Die neue Schmuckabteilung ziehe die Kundschaft an. Kaschmirpullover oder Nachtwäsche gehören zu den Klassikern unter dem Weihnachtsbaum. Ponchos und trendige Accessoires kommen in diesem Jahr dazu.

Wolfraum Kühn, Vorsitzender des Werbekreises Kaufpark Wehrda erklärt: „Bisher bewegen sich die Umsätze auf und über Vorjahresniveau. Die Kundenfrequenz ist dieses Jahr bisher ziemlich gleichmäßig“. Wie Bode erwartet auch er noch Stoßzeiten. „Das eigentliche Weihnachtsgeschäft verschiebt sich zunehmend auf die letzten Tage vor Weihnachten“, sagt Christian Großmann, Vorsitzender des Werbekreises Nordstadt. Auch er erwartet noch mehr Andrang an den beiden nächsten Samstagen und in der 52. Kalenderwoche.

Handelsverband ist weniger zufrieden

Händler in der Bahnhofstraße und Elisabethstraße freuen sich über eine starke Besucherfrequenz in der Nordstadt, sagt Großmann. Wie viele davon ihr Geld tatsächlich in den Geschäften ausgeben, könne man nicht überprüfen. Fest stehe, dass der Weihnachtsmarkt rund um die Elisabethkirche einen hohen Stellenwert für die Händler habe. Denn viele Einheimische, aber auch Touristen runden ihren Bummel über dem Markt mit einem Einkauf ab – oder umgekehrt. Die große Zahl an Besuchern und der starke Verkehr sporne den Werbekreis an, gemeinsam mit der Stadt noch mehr an den Stellschrauben zu drehen, um die Infrastruktur für alle Verkehrsteilnehmer zu verbessern, sagt Grossmann.

Während die Marburger zufrieden sind, spricht der Handelsverband Deutschland von einem eher mäßigen Geschäft. Am Samstag waren zwar viele Kunden in den Innenstädten unterwegs, unter der Woche aber nicht. Laut einer Umfrage bei 450 Händlern laufe vor allem der Verkauf von Winterbekleidung schlecht. Die Renner seien neben Haushaltswaren, Unterhaltungselektronik oder Schmuck auch Schokofiguren und Dekorationsware gewesen. Insgesamt lägen die Umsätze bislang auf dem Niveau des Vorjahres.

von Anna Ntemiris

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