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Knigge: Es kostet nichts, freundlich zu sein

Unternehmensführung Knigge: Es kostet nichts, freundlich zu sein

Ein guter Umgangston lohnt sich für Unternehmen auch wirtschaftlich. Davon ist der Kommunikationsberater Moritz Freiherr Knigge überzeugt.

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Ein guter Umgangston in Unternehmen kostet nichts, trägt aber zum Erfolg bei: Diese These vertritt Moritz Freiherr Knigge in seinem Vortrag.

Quelle: Volksbank Mittelhessen

Gießen. Moritz Freiherr Knigge räumte zu Beginn erst einmal mit den Klischees über seinen berühmten Vorfahren Adolph Freiherr Knigge, Autor der Schrift „Über den Umgang mit Menschen“, auf. Es gehe heute und auch damals nicht um strenge, gesellschaftliche Etikette mit erhobenem Zeigefinger, betonte der Autor und Kommunikationsberater. In seinem Vortrag beim MittelstandsKolleg der Volksbank Mittelhessen sprach er über den insbesondere im Wirtschaftsleben vernachlässigten Erfolgsfaktor Wertschätzung als Basis für eine erfolgreiche und produktive Zusammenarbeit.

Über 200 Firmen- und Unternehmenskunden waren zu dem Vortrag nach Gießen gekommen. „Heute Abend geht es um werteorientierte Mitarbeiterführung“, sagte Volksbank-Vorstand Rolf Witezek. Die aus konfliktgeladenen Situationen in Unternehmen entstehenden Kosten würden bundesweit auf 200 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt, betonte das Vorstandsmitglied. Ein Viertel des Firmenumsatzes hänge davon ab, wie die Mitarbeiter miteinander umgehen. Jedem Vorgesetzten riet er, jeden Tag neu und motivierend mit Mitarbeitern umzugehen.

Dem konnte sich der Referent nur anschließen. Im sozialen Miteinander sollte sich jeder Mensch auch mal an die eigene Nase fassen können und nicht nur auf die Schuld von anderen schauen. „Wir sind nicht alleine auf der Welt“, betonte der Referent.

Das, was einen wertschätzenden Menschen ausmacht, ruht laut Knigge auf mehreren Säulen: Umgänglichkeit, Offenheit, Maß, beherztes Handeln und souveränes Auftreten. Die Basis bildet die Umgänglichkeit, die Fähigkeit und das Bestreben, mit anderen vernünftig umzugehen. Zwischenmenschlicher Kontakt stehe im Mittelpunkt. „Interessiere dich für andere, wenn du willst, das andere sich für dich interessieren“, so Knigge. Hierarchie bedeute nicht, dass die Führungsebene immer alles richtig macht. Dem schließe sich wiederum ein maßvolles Verhalten an. Dies bedeute weder eine untertriebene Selbstdarstellung noch eine exzessive Überheblichkeit. Wichtig sei es vielmehr, einen Ausgleich zwischen Mangel und Überfluss zu finden. Beherztes Handeln bedeute wiederum, das Glück auch in die eigenen Hände zu nehmen.

Im Beruf seien Konflikte, die durch Missverständnisse entstehen, noch häufiger anzutreffen als im Privatleben. Diese gilt es zu erkennen und entsprechend klug zu reagieren.

Zu diesem Thema gab es einfache aber effektive Tipps vom Experten: Vorgesetzte sollten darauf achten, die Mitarbeiter morgens zu begrüßen sowie an deren Geburtstage zu denken. Jeder Mensch wolle vernünftig behandelt werden. Kleine alltägliche Gesten förderten das Arbeitsklima und kosteten nichts, betonte Knigge. Im Gegenteil, Wertschätzung und ein gutes Miteinander zahle sich gerade für Unternehmen aus. Denn unzufriedene Mitarbeiter kosteten Arbeitszeit und schadeten so dem wirtschaftlichen Erfolg.

Trotzdem könne noch genug schief gehen, jeder Mensch mache auch mal Fehler. Diese jedoch auch zugeben zu können und für sein Handeln einzustehen, das mache einen souveränen Führungsstil aus, betonte der Referent und schloss damit den Kreis des Erfolgsfaktors Wertschätzung.

von Ina Tannert

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