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Klinikum eröffnet neue Schulräume

Ausbildung Klinikum eröffnet neue Schulräume

Das Uniklinikum hat eine neue MTA-Schule für Laboratoriumsmedizin in der Hans-Meerwein-Straße auf den Lahnbergen eröffnet. Mit den neuen Räumen soll die Qualität der Ausbildung gesichert werden.

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Dagmar Heinrich (von links), Dr. Holger Thiemann, Sabine Koch, Dr. Gunther K. Weiß und Professor Harald Renz in den neuen Räumen der MTA-Schule auf den Lahnbergen. Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „Das Berufsbild des Medizinisch-technischen Assistenten (MTA) hat sich in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch verändert“, sagt Professor Harald Renz. Der Direktor des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Pathobiochemie und molekulare Diagnostik zeigte sich daher erfreut über die Fertigstellung der neuen Schulräume für den Laboratoriumszweig des Berufes. Schließlich seien die MTAs inzwischen „fest verankert im alltäglichen Ablauf eines Klinikums“.

Nachdem der Labor-Teil der Schule zuvor auf drei verschiedene Standorte in der Stadt verteilt war, findet nun der gesamte Unterricht auf den neu geschaffenen 450 Quadratmetern im Mehrzweckgebäude des universitären Instituts für Chemie statt. Auf zwei Etagen befinden sich insgesamt 13 Räume, was gegenüber den neun Räumen zuvor eine deutliche Verbesserung darstellt, wie Schulleiterin Dagmar Heinrich berichtet. Die Fachlehrerin für Labordiagnostik unterrichtet die derzeit 38 Schüler gemeinsam mit ihren Kolleginnen Sabine Koch und Lena Bender.

Neben der Anzahl der Räume ist auch deren Größe angewachsen, was den Schülern neue Möglichkeiten eröffne, so Heinrich. Auch die Ausstattung sei nun nahezu auf dem neuesten Stand. So umfasst die Schule nun unter anderem Labore für Molekularbiologie, Histologie und Hämatologie und die klinische Chemie, so wie einen Geräteraum, einen Mikroskopierraum und einen Theorie-Raum. Diese Einrichtungen berücksichtigen laut Heinrich die Entwicklung des Medizinisch-technischen Assistenten zum technisierten Beruf, bei dem inzwischen die Validation zur Hauptaufgabe geworden sei. Im Vergleich zu früheren Jahren sei vor allem die Molekularbiologie zum Berufsbild hinzugekommen, sodass „nicht mehr alles von Hand“ erledigt werde. Angesichts des eher tristen Funktionsbaus scherzte Heinrich jedoch, dass es sich bei der Schule sichtbar nicht um einen „bischöflichen Prachtbau“ handele.

Langfristig sei eine Akademisierung des Berufes anzustreben, findet Heinrich, denn beim Gesundheitssektor handele es sich schließlich um einen „Wachstumsmarkt“. Zu diesem Zweck sei es ein Wunsch der Marburger MTAs auch die beiden anderen Berufszweige im selben Gebäude unterzubringen. Neben dem Medizinisch-­tech­nischen Laborassistenten existieren auch die Spezialisierungen des Medizinisch-technischen Radiologieassistenten und des Medizinisch-technischen Assistenten für Funktionsdiagnostik.

Die MTA-Schule des Uniklinikums wurde im Jahr 1928 gegründet und zählt somit zu den ältesten und traditionsreichsten in Deutschland. Mit dem Umzug der Laboratoriumsmedizin seien jetzt auch „die räumlichen Voraussetzungen für eine gute Ausbildung“ gesichert, befindet Renz. 16 Plätze für die dreijährige Ausbildung offeriert sie durchschnittlich jedes Jahr für Nachwuchsmediziner, rund 70 Bewerbungen träfen jährlich ein, hebt er hervor. Dies zeige, welch hohe Qualität die Ausbildung besitze. Schade sei daher nur, „dass wir hier für andere ausbilden“.

Dem widerspricht jedoch der kaufmännische Geschäftsführer des Uniklinikums Gießen-Marburg (UKGM), Dr. Holger Thiemann. Es sei „ja auch eine gewisse Ehre, für die Region auszubilden“, so Thiemann. Für das Klinikum sei die Schule ein wichtiger Bestandteil, denn den Auszubildenden gehöre schließlich die Zukunft. Laut dem Geschäftsführer für Zentrale Dienste, Dr. Günther K. Weiß, bedeute die Fertigstellung daher auch für die Geschäftsführung einen „Motivationsschub“.

von Peter Gassner

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