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Klinik streitet mit Verdi über Löhne

Universitätsklinikum Marburg Klinik streitet mit Verdi über Löhne

Die Rhön-Klinikum AG als Inhaber des Universitätsklinikums Marburg und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) standen sich am Freitag vor dem Marburger Arbeitsgericht gegenüber.

Marburg. Die beiden Parteien stritten sich dort über die Auslegung des beim Verkauf des Klinikums vom Land Hessen an die Rhön-Klinikum AG neu entwickelten Tarifvertrages für die Mitarbeiter und Angestellten. Explizit ging es in dem Verfahren um die Frage, ob der Paragraph 36 des Tarifvertrages auch für die Kraftfahrer gilt und ob dies bei den Verhandlungen angesprochen worden sei.

Der Kläger, ein seit 1992 beim Klinikum als Kraftfahrer beschäftigter Mann, wurde nach der Privatisierung in eine neue Tarifgruppe eingruppiert und bekam rund 900 Euro weniger Gehalt. Selbst mit der im Tarifvertrag festgelegten Ausgleichszulage von 300 Euro, die denjenigen gezahlt wird, die durch die Eingruppierung in den neuen Tarifvertrag schlechter gestellt sind als vorher, hatte der Kläger seinen Angaben zufolge noch monatlich etwa 600 Euro Gehalt weniger. Dementsprechend forderte er vor dem Marburger Arbeitsgericht nun eine Lohnnachzahlung von rund 4.150 Euro.

Diese will ihm das beklagte Unternehmen, die Universitätsklinikum Marburg und Gießen (UKGM) GmbH, nicht zugestehen: „Der Kläger hat seine Vergütung beim Land Hessen mit einer Pauschale für die Überstunden erhalten, nun bekommt er die Überstunden extra vergütet, und zwar dann, wenn er sie leistet“, erklärte der Anwalt der Beklagtenseite.

Zur Klärung der offenen Frage hatte Arbeitsgerichtsdirektor Hans Gottlob Rühle deshalb vier Zeugen geladen: die beiden Verhandlungsführer von Verdi und die des Klinikums. Sowohl Georg Schulze-Ziehaus von Verdi, als auch Gerald Meder von der Rhön-Klinikum AG bestätigten in ihren Aussagen, dass während der Verhandlungen nicht explizit über einzelne Personengruppen und Mitarbeiter mit Pauschallöhnen gesprochen worden sei: „Wir haben damals gesagt, dass der Tarifvertrag für alle Mitarbeiter gelten soll, von den Problemen mit den Kraftfahrern habe ich erst nach der Überleitung vom Land zum UKGM erfahren“, berichtete Schulze-Ziehaus. Und Meder betonte: „Wir haben eine Besitzstandswahrung auf Basis der 38,5-Stunden-Woche diskutiert.“

Ein Urteil sprach die Kammer des Arbeitsgerichtes am Freitag noch nicht, dieses soll eventuell beim nächsten Kammertermin am 3. Juni gefällt werden.

von Katharina Kaufmann

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