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Klingelhöfer ist "Deutschlands bester Weihnachtsbäcker"

ZDF-Sendung Klingelhöfer ist "Deutschlands bester Weihnachtsbäcker"

Das ZDF suchte „Deutschlands besten Weihnachtsbäcker“. Seit Mittwoch um 16 Uhr steht fest: Der Titel geht an die Konditorei Klingelhöfer aus Marburg.

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Das Team Klingelhöfer mit Thomas Klingelhöfer (von links), Christian Heese, Annette Klingelhöfer und Marc Wietersen bejubelt seinen Sieg.

Quelle: Privatfoto

Marburg. Als Johann Lafer gemeinsam mit den Juroren Ian Baker und Eveline Wild am Ende des ersten Finaltags die weihnachtlichen Cupcakes des Teams Klingelhöfer verkostet hatte sagte er: „Ich kann nur sagen – die Mitbewerber müssen jetzt alles geben, es wird eng.“ So begeistert war er von dem aufwändig verzierten Gebäck.  Und mit dieser Prognose sollte er Recht behalten, denn am Ende des dritten Finaltags stand fest: Am Team Klingelhöfer kam niemand vorbei. Gestern um kurz vor 16 Uhr stand fest: Die Marburger holten sich den Titel und feierten das gemeinsam mit zahlreichen Gästen, die zum „public Viewing“ in die Haspelstraße gekommen waren.

Weihnachtsbäcker Klingelhöfer: Foto: Nadine Weigel

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Die drei Drehtage des Finales waren sehr intensiv, wie Thomas Klingelhöfer berichtet: „Morgens um 7 ging es mit der Vertonung los, dann hat uns die Jury die jeweilige Tagesaufgabe gestellt. Und dann mussten wir intensiv dreieinhalb Stunden backen – das war eine große Herausforderung“, sagt er.

Tage der langen Anstrengung

Permanent waren Marc Wietersen, Annette Klingelhöfer und ihr Vater Thomas von Kameras umringt, außerdem befanden sie sich in einer fremden Backstube. „Wir wussten nicht so genau, wie sich die Backöfen verhalten oder wo genau welche Materialien waren“, beschreibt Klingelhöfer – das habe durchaus für zusätzliche Anspannung gesorgt. Denn gearbeitet wurde in der Backstube der Kreishandwerkerschaft Koblenz. „Und als wir fertig waren mussten wir unsere Produkte ins Kurfürstliche Schloss transportieren, dort aufbauen und auf die Jury warten – das zog sich immer bis gegen 18, 19 Uhr“, beschreibt Klingelhöfer – es waren also Tage der langen, großen Anspannung. Dabei sei die Luft „zum Schluss hin immer dünner geworden: Die Teams waren alle auf Augenhöhe – da haben nur noch Quäntchen den Ausschlag gegeben. Jeder hätte gewinnen können“.

Die weihnachtlichen Cupcakes überzeugten die Jury am ersten Finaltag. (Privatfoto)

Dabei wäre schon beim Wochenfinale beinahe das Aus für das Marburger Team gekommen. Denn der weihnachtliche Kuchen mit Glühwein-Gelee war den Juroren ein wenig zu salzig. „Das ist schon an der Grenze“, befand Johann Lafer. Die Blicke des Teams sprachen Bände – doch im Nachhinein können sie darüber lachen. „Ich hatte das Himalaya-Salz von Johann Lafer genommen, wir dachten, wenn es in unserem Gewürzkorb steht, könnte uns das einige Pluspunkte bringen“, sagt Annette Klingelhöfer lachend. Was sie nicht bedacht hatte: Die Kristalle hatten einen wesentlich höheren Salzgehalt als herkömmliches Tafelsalz – schon wenige Flocken reichten, um zu viel zu sein. „Lafer hatte recht – es lief schon eine leichte Nordsee-Welle durch den Kuchen“, so Klingelhöfer. Und Marc Wietersen erzählt: „Es war das erste Gewürz, das am nächsten Tag aus unserem Repertoire flog.“

Eine Gesamtleistung

Danach ging es souverän durch die weiteren Folgen – bis hin zum Finalsieg, bei dem das Lebkuchenhäuschen aus Marburg die Jury überzeugte. Den Stress empfanden alle als intensiv, möchten aber auch die Einblicke in eine solch aufwändige Produktion nicht missen. Einzig Bäcker Christian Heese war später nicht mehr dabei. „Aufgrund der Werkzeuge, die wir mitbringen mussten war klar, dass ein Bäcker nicht benötigt wurde“, sagt er. Aber traurig ist er nicht – er sei „jederzeit Teil des Teams“ gewesen, betonen alle. „Ich wurde auch immer direkt über den Stand informiert – per SMS und WhatsApp“, sagt er lachend. So fieberte er aus Marburg mit – genauso, wie das gesamte Klingelhöfer-Team in den Läden. „Für uns war es auch wichtig zu wissen, dass zuhause alles bestens läuft. Nur so konnten wir beruhigt an dem Wettbewerb teilnehmen“, betont Thomas Klingelhöfer. Deshalb sei der Sieg eine Gesamtleistung aller gewesen.

Der Titel wird sich für die Konditorei wohl auch wirtschaftlich niederschlagen. Zwar gab es kein Preisgeld. „Aber schon wenige Minuten nach dem Tagessieg hatten wir 20 Bestellungen für unseren Landgraf-Philipp-Stollen“, sagt Annette Klingelhöfer. Mittlerweile seien es weit mehr als 120 geworden – und das nicht nur aus der Region, „sondern aus ganz Deutschland, sogar aus Luxemburg, Holland oder Spanien“, sagt Thomas Klingelhöfer. „Die Produktion ist sprunghaft angestiegen“, bestätigt Christian Heese. „Das ist eine tolle Wertschätzung unserer Arbeit.“

Thomas Klingelhöfer stellt klar: „Trotz des Titels ist mit Heiligabend Weihnachten abgeschlossen. Aber wir werden ihn in den kommenden Jahren mit neuen Ideen wieder füllen – denn er ist ja auch eine Verpflichtung“, verspricht Thomas Klingelhöfer. Dabei kann er sich auf sein Team verlassen. Denn alle sagen, dass sie durch die Sendung noch enger zusammengerückt seien.

von Andreas Schmidt

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