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Kleinste lernen das „Spiel der Könige“

Projekt „Schach im Kindergarten“ Kleinste lernen das „Spiel der Könige“

In den fünf städtischen Kindergärten Kirchhains erlernen die Kinder, die demnächst in die Schule kommen, in Kürze das Schachspielen.

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Erzieher der Kirchhainer Kindergärten und Azubis der VR Bank Hessenland nahmen an einer eintägigen Schulung teil, um das Projekt „Schach im Kindergarten“ vorzubereiten.

Quelle: Klaus Böttcher

Kirchhain. „Schach spielen im Kindergarten im Alter von fünf Jahren, geht das überhaupt?“, fragen sich viele Eltern zunächst. Die Antwort der VR Bank Hessenland lautet: „Ja mit Ausrufungszeichen.“ „Die Beschäftigung mit Schach ist eine sehr einfache Variante, die Fähigkeit und Fertigkeit bei den Kindern zu entwickeln“, betont Dr. Dirk Jordan, Vizepräsident des Vereins „Kinderschach in Deutschland“.

Er ist aus Dresden angereist, um einen Tag lang neun Kirchhainer Erzieherinnen und einem Erzieher sowie fünf Auszubildenden der VR Bank Hessenland das Projekt näherzubringen. Jordan weiht die Interessierten in Theorie und Praxis in das Schachspiel ein und erläutert, wie das Spiel den Kindern in den Tagesstätten sinnvoll vermittelt wird.

Gleichzeitig wurde den Erzieherinnen jeweils ein Paket mit Ausbildungsmaterial übergeben. Dazu gehören jeweils zehn Schachbretter in Turniergröße, ein übergroßes Demonstrationsschachspiel, dessen Schachbrett ein Puzzle ist, eine magnetische Wandtafel mit Metallfiguren und für jedes Kind ein Übungsheft.

„Alter Hase“ des Spiels ist von der Idee begeistert

Gesponsert wurden die vom Verein genannten „Rundum-sorglos-Pakete“ von der VR Bank Hessenland, die das Projekt bei der Übergabe ihrer Auszeichnung zur „Premier-Bank 2014“ kennengelernt hat. Jetzt führt sie es als Pilotprojekt in Kirchhain ein, wobei sie bei der Stadt auf offene Ohren und Unterstützung stieß.

In anderen Landkreisen oder Bundesländern gebe es das Projekt des Schachspielens im Kindergarten schon länger, teilweise schon zwei Jahre. Die bisherige Erfahrung sei durchaus positiv, denn es sei wissenschaftlich bewiesen, dass Wahrnehmung, Konzentration, Denkfähigkeit und soziale Integration bei den Kindern gefördert würden, erläuterte Jordan.

Dazu sagte ein „alter Hase“ des Schachspiels, der Ehrenvorsitzende des hessischen Schachverbandes und Vereinsvorsitzende des Stadtallendorfer Schachclubs, Erich Böhme: „Das ist ganz hervorragend, was hier gemacht wird. Ich habe früher in der Kirchhainer Gesamtschule ab dem fünften Schuljahr mit dem Schach angefangen, aber mittlerweile hat man eingesehen, die Kinder können das viel früher, sie lernen es spielend leicht.“ Böhme gibt auch heute noch Schachunterricht in der Schule.

„Das hilft später im Umgang mit den Kunden“

„Es ist eine tolle Sache, das Interesse bei den Kindern so zu wecken“, sagt auch Erzieherin Rita Wallbott von der Kindertagesstätte „Im Brand“. Die Kinder würden das Spiel zwar noch nicht kennen, aber die Eltern seien bereits ganz begeistert – so aufgeschlossen und begeistert, wie auch die weiteren Erzieherinnen.

Die Unterstützung durch die Auszubildenden der Bank wird sehr positiv aufgenommen. „Die Auszubildenden lernen, wie ein Projekt angefangen, vorbereitet und umgesetzt wird“, sagt Jordan. Die jungen Menschen betreuen und unterstützen das Projekt auch in den Kindergärten.

„Ich finde das super, wir erleben etwas Anderes und man lernt den sozialen Kontakt sowie in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben. Das hilft später im Umgang mit den Kunden“, sagt Kathrin Botthoff aus Sindersfeld. Ihr Ausbildungskollege Patrick Pfeffer aus Anzefahr fügt hinzu: „Wir wollen auch Patenschaften mit den Kindergärten bilden.“

von Klaus Böttcher

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