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Klaus Töpfer warnt vor Energie-Armut

Volksbank Klaus Töpfer warnt vor Energie-Armut

„Ich bin so etwas wie der ehrenamtliche Botschafter der Energiewende geworden“, sagte der frühere und damals erste Bundesumweltminister Klaus Töpfer am Montagabend in Gießen.

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Klaus Töpfer (links) hielt den Festvortrag in der Kongresshalle Gießen und ließ sich zur vorgerückten Stunde auch ein Bier schmecken. Dr. Peter Hanker stellte die Zahlen des Jahres 2012 vor.Fotos: Andreas Bender

Gießen. In der Kongresshalle Gießen fand die Auftaktveranstaltung der insgesamt 43 Mitgliederversammlungen der Volksbank Mittelhessen statt.

Töpfers Vortragstitel ließ erahnen, dass sich der prominente Christdemokrat nicht auf ein Thema beschränken ließ: „Sichere Energieversorgung für eine Welt mit bald neun Milliarden Menschen - Welche Beiträge müssen die deutsche Wirtschaft und die deutsche Wissenschaft liefern?“.

Der 74-Jährige streifte die Themen Bevölkerungsentwicklung in Europa, Asien und Afrika ebenso wie die wirtschaftlichen, sozialen Herausforderungen und die Energiewende. Dabei wählte er mal die Perspektive des ganz normalen Bürgers und mal die des erfahrenen Umweltbotschafters, der in der Ethikkommission, Welthungerhilfe und in Institutionen der Vereinten Nationen ein bedeutendes Wort zu sagen hat.

Es könne nicht sein, dass über Strompreise des kleinen Mannes die Energiewende finanziert werde und es dürfe nicht sein, dass die Märkte vorgeben, was die Politik mache, sagte er und sprach damit den rund 700 Volksbank-Mitgliedern aus der Seele - sie dankten ihm mit Beifall.

Töpfer berichtete aber auch von den Sorgen der Afrikaner, die genügend Sonne für Solarstrom hätten, aber die Photovoltaik nicht finanzieren können. Neue energiesparende Techniken könnten dort vorangebracht werden, wo die Forschung vorhanden ist und wo solide wirtschaftliche Grundlagen vorherrschen, betonte Töpfer.

Erneuerbare Energien müssten in Deutschland weiter vorangebracht werden. In Speicher und Netze müsse investiert werden. Energiearmut sei gefährlich. Fehlender Zugang zu Energiequellen führe zu Auseinandersetzungen, sagte er weiter.

Zwischen den Themen, die er streifte, warf er hier und da eine persönliche Bemerkung ein, die für Erheiterung sorgten. Als ihm ein Glas Wasser gereicht wurde, kam kein Dank, sondern die Aussage: „Um diese Zeit ist Wasser enttäuschend“.

Das Bier ließ er sich dann schmecken und erinnerte sich dabei an seine Studienzeit in Hessen und die Besuche in Marburg, wo seine Frau studiert hatte.

Nach dem Vortrag sagte er im OP-Gespräch, dass er auch den Vorstoß der Stadt Marburg für eine Solarsatzung verfolgt hatte. „Ist daraus etwas geworden?“, fragt er. Sie wurde vom Verwaltungsgericht gekippt. Töpfer kommentierte dies nicht.

Zum Auftakt der 43 Mitgliederversammlungen stellte der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Mittelhessen, Dr. Peter Hanker, die Zahlen des Jahres 2012 vor. Dabei blickte er zunächst auf die prägenden Ereignisse des vergangenen Jahres - von den Olympischen Spielen bis hin zur Schlecker-Pleite. Hanker zeigte Gewinner und Verlierer des Jahres, Höhen und Tiefen. Für die Volksbank Mittelhessen, die mitgliederstärkste Volksbank Deutschlands, war das Jahr erfolgreich: Wie die vorläufigem Bilanzzahlen belegen, ist die Bank in allen wesentlichen Positionen solide gewachsen (die OP berichtete).

Die Volksbank Mittelhessen hat ihre Bilanzsumme im Jahr 2012 um 390 Millionen Euro oder 6,5 Prozent auf knapp 6,4 Milliarden Euro gestärkt. Die 184111 Mitglieder - zugleich Kunden - partizipieren an dem Wachstum. Hanker wird der Vertreterversammlung im April die Auszahlung einer Dividende von sieben Prozent vorschlagen.von Anna Ntemiris

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