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Rückkehr an ehemalige Wirkungsstätte

Klaus Denfeld leitet KSM Rückkehr an ehemalige Wirkungsstätte

Klaus Denfeld ist „der Neue“ an den Kaufmännischen Schulen – und doch trifft er als Schulleiter im Kollegium auf alte Bekannte. Denn er lehrte bereits von 1997 bis 2000 an den Schulen.

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für Elkamet“

Der stellvertretende Schulleiter Carsten Erbes (links) überreichte Klaus Denfeld zu seinem Amtsantritt den symbolischen Schlüssel für die Kaufmännischen Schulen Marburg und eine Palme.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. „Wir kennen alle die Steigerung schnell – schneller – Amt“, sagte der stellvertretende Schulleiter Carsten Erbes bei der Einführung von Klaus Denfeld. Dafür erntete er zwar Lacher, dennoch war die Geschwindigkeit, mit der die Entscheidung über die Schulleitung an den KSM fiel, wohl rekordverdächtig.

„Vor Kurzem haben wir erst Siegmar Günther verabschiedet, heute begrüßen wir den neuen Schulleiter – dass das so schnell gehen kann, ist schon bemerkenswert“, so Erbes.

In der Tat: Die Stelle wurde nahtlos besetzt, „es gab eine Vakanz zwischen 0 Uhr und 7.30 Uhr“, sagte Ulrich Müller vom Staatlichen Schulamt. Am 31. Januar habe er noch in Gießen gearbeitet, einen Tag später habe er seinen Dienst in Marburg angetreten – „er ist im Prinzip schon eingearbeitet“, scherzte er.

Und auch Bernd Pfalzgraf, Vorsitzender des Personalrats, sagte in seiner Begrüßung: „Wenn man mir vor ein paar Monaten eine Wette angeboten hätte, dass wir eine Woche nach der Verabschiedung unseres ehemaligen Schulleiters schon den neuen hier begrüßen dürfen, dann 
hätte ich dagegengehalten.“

20 Jahre Leitungserfahrung

Ulrich Müller erläuterte, dass Denfeld bereits von 1997 bis 2000 an den KSM als Abteilungsleiter gearbeitet habe. „Heute kehren Sie – um vielfältige Erfahrungen reicher – an Ihre ehemalige Dienststelle zurück, um diese Schule mitzugestalten“, sagte Müller. In seiner knapp 30-jährigen Berufstätigkeit habe der neue Schulleiter zahlreiche Schulen in ganz Hessen kennengelernt: Sein Referendariat absolvierte er an der Paul-Julius-von-Reuter-Schule in Kassel. Von 1991 bis 1995 war die Theodor-Heuss-Schule in Offenbach sein Einsatzort, im Anschluss lehrte er an der Kreisberufsschule in Fritzlar.

1997 kam Denfeld dann an die KSM, drei Jahre später wechselte er als stellvertretender Schulleiter an die Käthe-Kollwitz-Schule. 2009 stand der nächste Wechsel an: Klaus Denfeld wurde Schulleiter an der Max-Weber-Schule in Gießen, wo er bis vor knapp zwei Wochen noch lehrte. „Insgesamt stehen jetzt hier 20 Jahre Leitungserfahrung in beruflichen Schulen in ganz unterschiedlichen Positionen“, resümierte Müller.

Für ihn ist klar: „Der Schulleiter ist nicht nur für die Atmosphäre an einer Schule für ausschlaggebende Bedeutung, sondern natürlich auch für die Qualität von Schule und Unterricht“, sagte Ulrich Müller. Das jedoch nicht alleine, „dafür braucht es ein komplettes Kollegium, die im Zusammenspiel gut wirken“.

Gute Schulleiter seien laut einem Professor „Entwickler“ und „gute Pädagogen“ – zudem verhielten sie sich fair – sie sollten „das Prinzip der Schatzsuche statt der Fehlerfahndung“ betreiben. Vor diesem Hintergrund wünsche Müller dem neuen Schulleiter, „zu entdecken, welche Schätze hier verborgen sind“. Gemeinsam mit dem Kollegium solle er „die KSM der Zukunft entwickeln“.

Klaus Denfeld bedankte sich dafür, dass er in den vergangenen Tagen bereits eine sehr intensive Einführung durch das Kollegium erfahren habe.

Schulleiter arbeitet 
auch als Flüchtlingspate

Er betonte: „Die KSM ist nicht mehr die, die ich 2000 verlassen habe.“ Es habe zahlreiche bauliche Veränderungen gegeben, „ich finde hier eine Infrastruktur vor, von der ich in Gießen nur hätte träumen können“. Das sei auch der Tatsache geschuldet, dass Gießen unter dem kommunalen Schutzschirm stehe und somit Investitionen gedeckelt seien.

In Marburg ist der Oberstudiendirektor kein Unbekannter: Über viele Jahre war er Mitglied der Schulkommission der Stadt Marburg und ist dies auch in der aktuellen Legislaturperiode. Zudem ist er Mitglied im Anhörungsausschuss der Stadt Marburg und – gemeinsam mit seiner Frau Silvia Lerch-Denfeld – Teil der besonderen Marburger Willkommenskultur als ehrenamtlicher Flüchtlingspate, zunächst im Camp Cappel und jetzt in der Familienbetreuung fest der Stadt Marburg zugewiesener syrischer Neubürger.

Mit der Leitung der KSM kehre er nun „mit vielen Ideen und Erfahrungen“ an seine ehemalige Wirkungsstätte zurück und ist überzeugt, „gemeinsam mit einem engagierten Leitungsteam, professionellen Mitarbeitern und einem starken und sozial verantwortlichen Schulträger auch in Marburg wichtige Impulse für die Aus- und Weiterbildung leisten zu können“.

von Andreas Schmidt

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